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Wann L√ľgen im Vorstellungsgespr√§ch erlaubt sind

Von dpa
Aktualisiert am 17.02.2020Lesedauer: 4 Min.
Vorstellungsgespr√§ch: Fragen nach privaten Informationen sind tabu, wenn sie nichts mit der Aus√ľbung des Jobs zu tun haben.
Vorstellungsgespr√§ch: Fragen nach privaten Informationen sind tabu, wenn sie nichts mit der Aus√ľbung des Jobs zu tun haben. (Quelle: Christin Klose/dpa)
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Wollen Sie Kinder? Sind Sie in der Gewerkschaft? Wo kommen Sie her? Es gibt Fragen, die f√ľr Vorstellungsgespr√§che unzul√§ssig sind. Experten kl√§ren, wie Sie auf bestimmte Themen reagieren k√∂nnen.

Das Bewerbungsgespr√§ch lief so gut, dass Jasamin Ulfat-Seddiqzai dachte, sie bek√§me den Job. Dann aber wurde sie zu einem zweiten Gespr√§ch eingeladen ‚Äď dieses Mal mit dem Chef pers√∂nlich. "Er hat mir dann gesagt, er m√ľsse mein Kopftuch thematisieren."

Glauben und Migrationshintergrund beeinflussen Bewerbung

Die Germanistin und Anglistin unterrichtet an der Universität Duisburg-Essen. Damals sei es um einen Studentenjob in einer Sprachschule gegangen, erzählt sie. "Im Vorstellungsgespräch hat mich mein Chef gefragt, ob ich bereit wäre, das Kopftuch abzusetzen." Sie habe wahrheitsgemäß geantwortet, sie könne sich das vorstellen, wenn der Job es erfordere.

Ulfat-Seddiqzai hat h√§ufig erlebt, dass es in Bewerbungsverfahren um ihren Glauben oder um ihren Migrationshintergrund ging. Das seien private Themen, die f√ľr die Entscheidung des Arbeitgebers keine Rolle spielen d√ľrfen, betont Evelyn R√§der, Arbeitsrechtsexpertin bei der Gewerkschaft Verdi. "Ob ich einen Migrationshintergrund habe oder die deutsche Staatsb√ľrgerschaft besitze, muss dem Arbeitgeber egal sein."

Private Informationen sind tabu

Allerdings gebe es eine Ausnahme: Bei Zugewanderten m√ľssten sich Arbeitgeber versichern, dass diese in Deutschland arbeiten d√ľrfen. Generell gilt aber: Fragen nach privaten Informationen sind so lange tabu, wie sie nichts mit der Aus√ľbung des Jobs zu tun haben.

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"Es muss ein billigenswertes, berechtigtes und schutzw√ľrdiges Interesse des Arbeitgebers bestehen", sagt R√§der. Wenn sich jemand beispielsweise als Lehrkraft f√ľr ein bestimmtes religi√∂ses Bekenntnis bewirbt, d√ľrfe auch nach der Religionszugeh√∂rigkeit gefragt werden, erkl√§rt Johannes Schipp, Fachanwalt f√ľr Arbeitsrecht und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein.

Bewerber befinden sich h√§ufig in einem Konflikt: Einerseits m√∂chten sie ein Vertrauensverh√§ltnis schaffen, andererseits nicht zu viel von sich preisgeben. "Deswegen hilft die Rechtsprechung aus dieser Zwickm√ľhle", sagt R√§der. Das bedeutet: Bei unzul√§ssigen Fragen darf man die Unwahrheit sagen.

Notl√ľge kann bei unzul√§ssigen Fragen helfen

Eine andere M√∂glichkeit ist, auf die Unzul√§ssigkeit einer Frage hinzuweisen. Der Arbeitgeber werde sich dann aber wom√∂glich seinen eigenen Reim darauf machen, sagt Schipp. "Es kann sein, dass es unter Umst√§nden kl√ľger ist, zur Notl√ľge zu greifen."

Ein klassisches Beispiel f√ľr unzul√§ssige Fragen sind die Themen Familienplanung und Schwangerschaft. Ob jemand Kinder bekommen m√∂chte, habe nichts mit der Qualifikation f√ľr eine Stelle zu tun, betont R√§der. "Ich w√ľrde auch niemandem raten, von sich aus dar√ľber zu sprechen, denn das geh√∂rt nicht in ein Bewerbungsgespr√§ch."

Unzulässig sind Fragen nach Krankheiten oder Vorstrafen

Bei der Frage nach dem Kopftuch hat Ulfat-Seddiqzai wahrheitsgem√§√ü geantwortet. Laut Schipp h√§tte sie jedoch sagen k√∂nnen, was sie m√∂chte. In ihrem Fall ging es um zuk√ľnftiges Verhalten, erkl√§rt er. Der Arbeitgeber habe sp√§ter nicht das Recht, Absichtserkl√§rungen einzufordern. Der Anwalt sieht auch keinen Grund, warum es im B√ľro einer Sprachschule ein Kopftuchverbot geben solle. "Hier ist es relativ klar: Das geht den Arbeitgeber nichts an."

Auch Fragen nach Krankheiten, Suchtproblemen oder Behinderungen d√ľrfen normalerweise nicht gestellt werden, sagt Schipp. Als Ausnahme gilt, wenn ein bestimmter Job dadurch nicht ausge√ľbt werden kann. Gleiches gilt f√ľr Vorstrafen: Ansprechen m√ľssen Bewerber sie nur, wenn sie f√ľr die Arbeitsstelle wichtig sind.

Bewerber haben auch eine Offenbarungspflicht

Auch nach einer Gewerkschafts- oder Parteizugeh√∂rigkeit d√ľrfe der Arbeitgeber nicht fragen ‚Äď au√üer man bewirbt sich etwa bei einer politischen Organisation. Bei bestimmten Themen kann es laut Schipp aber eine Offenbarungspflicht geben. Die gelte f√ľr Eigenschaften, die f√ľr die T√§tigkeit von ausschlaggebender Bedeutung sind: Wer sich als Fahrer bewirbt, aber keinen F√ľhrerschein hat, muss das offenlegen.

Wer im Bewerbungsprozess ohne sachlichen Grund ungleich behandelt wurde, kann nach Paragraf 15 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) Schadensersatzanspruch geltend machen, erklärt Rechtsexpertin Räder. Die Schwierigkeit bestehe jedoch darin, eine Benachteiligung zu beweisen. "Daran scheitern die Klagen nicht selten", so Schipp.

Wie Bewerber auf unzulässige Fragen reagieren

Mit unzul√§ssigen Fragen im Bewerbungsgespr√§ch umzugehen, ist keine leichte Aufgabe. Eigentlich sollte das Gespr√§ch nat√ľrlich auf Augenh√∂he stattfinden.

"Idealerweise ist ein Vorstellungsgespr√§ch ein gegenseitiges Kennenlernen, in dem es darum geht, ob die Qualifikationen einer Bewerberin oder eines Bewerbers auf die Stelle passt", erkl√§rt Wiebke Blanquett, Expertin f√ľr das Thema diskriminierungsfreie Personalauswahl.

Gerade Frauen w√ľrden aber oft zu ihrem Privatleben gefragt, auch wenn das eigentlich nicht erlaubt ist. Dann ist Schlagfertigkeit gefragt: Weil einem in einer Stresssituation oft aber spontan nichts Gutes einf√§llt, sollten sich Bewerberinnen und Bewerber schon vorab m√∂gliche Antworten auf unzul√§ssige Fragen zurechtlegen, r√§t Blanquett. "Am besten denkt man sich verschiedene Strategien aus und reagiert entsprechend ‚Äď je nachdem, wie sehr man auf eine Position angewiesen ist."

Die Frage nach Kindern und Familienplanung

Auf die Frage "Sind Sie schwanger?" kann eine Antwort etwa lauten "Nein, Sie?" oder "Klar, im 8. Monat mit Drillingen". Bei der Frage, wie man denn die Kinderbetreuung organisieren wolle, können Bewerberinnen etwa mit "Meine Eltern wohnen um die Ecke" reagieren.

Auch wenn dies nicht zutrifft, kann bei solchen Fragen eine Notl√ľge ausnahmsweise rechtens sein. Erkundigt sich ein Arbeitgeber danach, ob eine Frau Kinder wolle, k√∂nne man sagen: "Die Familienplanung ist abgeschlossen oder derzeit kein Thema, da ich mich erst einmal beruflich verwirklichen will."

Eine andere Strategie kann der "Gegenangriff" sein. Daf√ľr braucht es aber viel Selbstbewusstsein und die Sicherheit, dass man nicht auf den Job angewiesen ist. So k√∂nnen Bewerberinnen zum Beispiel sagen: "Diese Frage ist nicht zul√§ssig. Sie wissen das und ich auch." Anschlie√üen k√∂nne man mit "Sie k√∂nnen die Frage zur√ľckziehen" oder "Gehen wir zur n√§chsten Frage √ľber".

Ruhig bleiben ‚Äď und dann zur Sachebene zur√ľck

Wichtig sei es, grunds√§tzlich ruhig zu bleiben und das Gespr√§ch nach unzul√§ssigen Fragen wieder auf eine sachliche Ebene zu bringen. "Je nach Situation kann ich den Fehler von Seiten der Personaler auch ansprechen ‚Äď oder mich dazu entschlie√üen, zu gehen", sagt Blanquett.

Entscheidend ist ihrer Ansicht nach, ob es sich um einen "einmaligen Ausrutscher" des Personalers handelt oder mehrere Fragen dieser Art gestellt werden. Als Bewerberin m√ľsse man sich w√§hrend oder nach einem solchen Vorstellungsgespr√§ch die Frage stellen: Ist das wirklich der Arbeitgeber, f√ľr den ich arbeiten will?

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