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Sorge um Evergrande: Warum China dem Dax noch immer gefährlich werden kann


Sorge um Evergrande  

Warum China dem Dax noch immer gefährlich werden kann

22.09.2021, 17:46 Uhr
Sorge um Evergrande: Warum China dem Dax noch immer gefährlich werden kann. Nervöse Zeiten an Chinas Börsen (Symbolbild): Auch wenn es erste Signale der Beruhigung gibt, ist die Lage um den Immobilienkonzern Evergrande noch immer fragil. Das könnte selbst der Dax noch spüren. (Quelle: Getty Images/China Photos)

Nervöse Zeiten an Chinas Börsen (Symbolbild): Auch wenn es erste Signale der Beruhigung gibt, ist die Lage um den Immobilienkonzern Evergrande noch immer fragil. Das könnte selbst der Dax noch spüren. (Quelle: China Photos/Getty Images)

Der große Schock blieb am Mittwoch an der Börse aus: Vielmehr herrschte Optimismus in Bezug auf den Immobilienkonzern Evergrande. Aber deutsche Anleger sollten weiterhin achtsam sein, es gibt noch viele Unbekannte.

Die Finanzmärkte standen am Mittwoch unter dem Vorzeichen der Erleichterung. Der Leitindex Dax DAX Index gewann gegen Mittag 0,56 Prozent auf 15.433,83 Punkte. Damit sind die seit Wochenbeginn verbuchten Verluste größtenteils wieder aufgeholt.

Auch der MDax MDAX Index der mittelgroßen Börsenwerte präsentierte sich zur Wochenmitte recht freundlich mit plus 0,23 Prozent auf 35.067,17 Zähler. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,7 Prozent.

Die gute Laune brachte eine Ankündigung des strauchelnden chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande: Der hochverschuldete Konzern hat eine pünktliche Zinszahlung in Millionenhöhe versprochen. 

"Die Kuh ist noch nicht vom Eis"

Die am Donnerstag fällige Zahlung könnte die unmittelbar drohende Pleite von Evergrande zunächst verhindern, das Unternehmen äußerte sich aber nicht zu weiteren Verbindlichkeiten, die am Donnerstag fällig werden. 

Anleger sollten daher nicht zu früh in Optimismus ausbrechen und weiter achtsam sein, raten Experten. "Es ist nachvollziehbar, dass der Markt sich heute beruhigte, aber man muss auch deutlich sagen: Die Kuh ist noch nicht vom Eis", sagt Tobias Basse, Analyst bei der Nord LB.

Auch Christian Henke, Analyst vom Brokerhaus IG, blickt noch vorsichtig nach China. Die aktuelle Zahlungsankündigung sei lediglich ein "Tropfen auf dem heißen Stein".

Ist Evergrande ein Einzelfall?

Anleger sollten daher einen kritischen, aber keinen panischen Blick nach China werfen – selbst wenn sie nicht direkt in chinesische Unternehmen investieren, rät Basse. "Die US-Börse ist zwar immer noch der Leitmarkt für die Weltfinanzwirtschaft, aber Nordamerika ist ebenfalls nicht mehr abgekoppelt. Sie sind von den Ereignissen in China und Europa abhängig", so der Experte. "Wenn es in China 'kracht', ist das nicht gut für die globalen Aktienmärkte."

Entscheidend für die zukünftige Sicherheit dürfte laut dem Experten eine Frage sein: Ist Evergrande ein Einzelfall in der für China so wichtigen Immobilienwirtschaft? "Sollte sich die gesamte Branche in einer Schieflage befinden, wäre das ein deutlich problematischeres Signal, aber dafür gibt es bisher keine klaren Anzeichen", sagt Basse.

Auch die japanische Notenbank sieht in den aktuellen Schwierigkeiten keine strukturelle Gefahr für die Branche im benachbarten China: Nach aktuellem Stand handele es sich vielmehr um Probleme eines einzelnen Unternehmens, sagte Notenbankchef Haruhiko Kuroda am Mittwoch nach der Zinsentscheidung der Zentralbank in Tokio.

Falscher Zeitpunkt für ein Exempel

Die Zukunft des Unternehmens Evergrande selbst ist dagegen ungewiss. Einige Experten halten es für möglich, dass China einen entscheidenden Richtungswechsel anstrebt: Unternehmen sollen sich nicht in Krisen vollends auf eine Rettung durch den Staat verlassen.

Doch aktuell sei nicht der passende Zeitpunkt dafür, findet Basse. "Auch in China ist die Pandemie noch nicht vorbei und das Wachstum verlangsamt sich. Das wäre der absolut falsche Zeitpunkt und auch Peking weiß das."

Klare Prognosen bleiben aber problematisch, selbst für Finanzexperten ist die Informationslage in China schwierig. Anleger sollten daher laut dem Experten auch auf ihr Bauchgefühl hören. Basse erinnert in diesem Fall an eine alte Börsenweisheit: "An realisierten Gewinnen ist noch niemand verarmt."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Gespräch mit Tobias Basse
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa und Reuters
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen


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