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Gezeitenkraftwerk: Irischer Versorger nutzt Kraft des Mondes

Gezeitenkraftwerk  

Das Kraftwerk vom Mond - Energie aus den Gezeiten

| dpa-AFX / t-online.de

Gezeitenkraftwerk SeaGen kurz vor der Versenkung (Foto: dpa)Gezeitenkraftwerk SeaGen kurz vor der Versenkung (Foto: dpa) Eine Energiequelle, die nie versiegt, die wenig kostet und deren Nutzung die Umwelt nicht belastet. Da fällt den meisten Menschen sicher zuerst die Sonne ein. Tiefenwärme wäre eine weitere Möglichkeit, da es im inneren der Erde mehrere tausend Grad heiß ist. Und auch die Kraft der Gezeiten an den Meeres- küsten gehört dazu.

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Strömung in der Meerenge

Das 1,2-Megawatt-Gerät mit dem Namen SeaGen wurde auf den Grund der Meerenge von Strangford gestellt. Dort strömen die Gezeiten mit 15 bis 18 Stundenkilometern wie durch eine natürliche Düse in das Binnenmeer Strangford Lough und wieder heraus. Bis Sommer 2008 soll SeaGen ans Netz angeschlossen werden und dann 18 bis 20 Stunden täglich Energie aus der Wasserbewegung liefern. Hergestellt wurde der Koloss von der Firma Marine Current Turbines Ltd. (MCT), an der die ESB beteiligt ist. ESB wird zunächst für fünf Jahre den gesamten Strom kaufen, den die Anlage produziert, und als Ökostrom an die eigenen Kunden verkaufen.

Propeller auf dem Meeresboden


SeaGen-Illustration: Propeller unter Wasser (Grafik: MCT)SeaGen-Illustration: Propeller unter Wasser (Grafik: MCT) SeaGen steht etwa 400 Meter vom Ufer entfernt auf vier Füßen, die wiederum auf neun Meter tief verankerten Fundamenten ruhen. Zwei Rotoren mit 16 Metern Durchmesser, die zur Wartung aus dem Wasser gefahren werden können, liefern Strom für den Bedarf von 1000 Haushalten. Da die Bahn des Mondes um die Erde und damit die Gezeiten Jahre im Voraus berechnet werden können, ist genau bekannt, wann das Kraftwerk Strom liefert. Damit unterscheidet es sich von Wind- und Solaranlagen, die direkt vom wesentlich kurzfristiger wechselnden Wetter abhängig sind.

Testbetrieb bis zum Sommer

Bis zur offiziellen Eröffnung im Sommer wird SeaGen nur bei Tageslicht betrieben, weil Wissenschaftler die Auswirkungen des Kraftwerks auf die Meereslebewesen, vor allem auch auf Robben, beobachten wollen.

Weiteres Gezeitenkraftwerk geplant

E.ON ist derweil noch in der Planungsphase. Ebenfalls an der britischen Küste, aber vor West-England, hat sich der Düsseldorfer Konzern einen Standort ausgeguckt und ein Gezeitenkraftwerk beantragt. Es soll nach Unternehmensangaben mit etwa acht Megawatt eines der größten der Welt werden. Noch 2008 soll eine Testturbine in Betrieb gehen, die gesamte Anlage in vollem Maßstab soll 2010 fertig werden.

Langsamer Rotor zum Schutz der Tiere

Bei der E.ON-Anlage verschwinden die Turbinen komplett unter Wasser. Bei einer Tiefe von 50 Metern besteht genügend Abstand zum Schiffsverkehr. Die Turbinen sind auch etwas kleiner als SeaGen. Die Höhe beträgt nur etwa zehn Meter. Die Turbinen sollen 15 Meter lang sein und sich zur Mitte verengen, was die Geschwindigkeit des durchströmenden Wassers erhöht. Die Rotation ist auf 21 Umdrehungen pro Minute angelegt und damit im Vergleich deutlich langsamer als bei der guten alten Langspielplatte, die sich 33,3 Mal pro Minute dreht. Dadurch soll der Sog so gering sein, dass keine Schäden an Flora und Fauna des Meeres entstehen sollen, wie E.ON betont.

Lernprozess führt zu Technologiewechsel

Über Gezeitenkraftwerke wird schon länger nachgedacht. Allerdings ging man zuerst von dem Ansatz aus, dass der Unterschied des Meeresspiegels zwischen Ebbe und Flut, der sogenannte Tidenhub, die Energie liefern sollte. Das heranströmende Wasser wurde beispielsweise hinter einem Damm aufgefangen, wobei auch schon Energie gewonnen werden konnte. Sank der Meeresspiegel bei Ebbe, konnte das aufgestaute Wasser wiederum durch Turbinen abgelassen werden. Wirtschaftlich war diese Methode aber nur bei einem größeren Tidenhub, wie er an Flussmündungen und in Buchten auftritt.

Windräder im Salzwasser

Jetzt wird die reine Strömungsenergie des Wassers genutzt. Die Turbinen funktionieren praktisch wie Windräder unter Wasser. Problematisch dabei: Das Salzwasser kann die Anlage angreifen. Über die Lebensdauer liegen deshalb noch keine abschließenden Erkenntnisse vor.

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