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Stromindustrie will Kraftwerke stilllegen

Stromindustrie will Kraftwerke stilllegen

16.07.2013, 16:02 Uhr | AFP, t-online.de

Stromindustrie will Kraftwerke stilllegen  . Vielen Kraftwerken in Deutschland droht wohl das Aus (Quelle: dpa, Andreas Franke)

Vielen Kraftwerken in Deutschland droht wohl das Aus (Quelle: dpa, Andreas Franke)

Angesichts des Booms bei der Produktion von Ökostrom erwägen Deutschlands Energieriesen derzeit, zahlreiche Kraftwerke stillzulegen, auch Atomanlagen könnten vorzeitig vom Netz genommen werden. Droht dadurch ein Engpass bei der Versorgung der deutschen Stromkunden? Problematisch werden offenbar vor allem Stilllegungen in Süddeutschland.

Netzagentur kann Veto einlegen

Die beiden größten deutschen Versorger RWE und E.ON bestätigten, dass sie die Stilllegung vor allem alter, unrentabler Kohle- und Gaskraftwerke prüfen. Im Extremfall kann die Bundesnetzagentur Stilllegungen verbieten. Ein Sprecher des Kraftwerkbetreibers RWE Power betonte, es sei bekannt, dass alte Steinkohle- und Gaskraftwerke häufig wenig profitabel seien.

Die sehr komplexen Prüfungen zu Stilllegungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Eine E.ON-Sprecherin erklärte: "Die Wirtschaftlichkeit des gesamten konventionellen Kraftwerkparks beobachten wir kontinuierlich." Der Konzern hatte in diesem Jahr schon die Stilllegung von insgesamt sieben Kraftwerken in Deutschland angekündigt.

Zeitung: 20 Prozent Kapazität könnte wegfallen

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, bis zu 20 Prozent der Erzeugungskapazitäten für Atom- oder Kohlestrom könnten wegfallen. Dutzende Kraftwerke könnten demnach vorübergehend oder ganz stillgelegt werden.

Eine Sprecherin der Bundesnetzagentur sagte, bislang seien bei der Behörde rund 15 Anträge aufs Stilllegen von Kraftwerken eingegangen. Dass bis zu 20 Prozent der Erzeugungskapazität betroffen sein könnten, konnte sie ausdrücklich nicht bestätigen.

Probleme bei Abschaltungen in Süddeutschland

Die Anlagenbetreiber müssen Stilllegungen bei den Betreibern der Übertragungsnetze und der Netzagentur mindestens zwölf Monate im Voraus einreichen. Die Netzbetreiber prüfen dann, ob ein Kraftwerk systemrelevant ist - ein Abschalten also die Versorgungssicherheit beeinträchtigen würde. Kommen sie zu diesem Schluss, und stimmt die Bundesnetzagentur zu, kann die Stilllegung für bis zu zwei Jahre untersagt werden.

Die Sprecherin sagte, eine ganze Reihe beantragter Stilllegungen sei "unproblematisch". Schwierigkeiten könnte es vor allem in Süddeutschland geben: Dort fallen durch den Atomausstieg zahlreiche Atomkraftwerke weg. Der vor allem im Norden ausreichend produzierte Windstrom gelangt aufgrund fehlender Leitungen aber nicht immer in ausreichender Menge in den Süden.

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Systemsicherheit gefährdet

In ihrem Bericht zur Stromversorgung im Winter hatte die Bundesnetzagentur vor wenigen Wochen auf dieses Problem noch einmal hingewiesen: "Eine Stilllegung von Kraftwerken im südlichen Deutschland gefährdet die Systemsicherheit und kann deshalb nicht hingenommen werden."

Denkbar sei der Verzicht auf Kraftwerke in Süddeutschland "erst mit erfolgtem Netzausbau und abgeschlossenem Kernenergie-Ausstieg". Die Netzagentur betonte allerdings auch, dass Stilllegungen in anderen Teilen Deutschland sich sogar positiv auf die Systemstabilität auswirken könnten.

Konzerne wollen Geld für Bereitstellung

Die großen Stromkonzerne belastet das Wachstum der Erzeugung von Strom aus alternativen Energiequellen. Konventionelle Kraftwerke werden deshalb immer seltener gebraucht, um die Stromerzeugung zu stützen. Betreiber hatten in der Vergangenheit mehrfach gefordert, vom Bund für das Bereitstellen der Kraftwerke bezahlt zu werden.

Die Umweltschutz-Organisation Greenpeace warf den Energiekonzernen entsprechend Panikmache vor. "Um Druck für neue Subventionen zu erzeugen, malen die Stromkonzerne in Deutschland wieder einmal den Teufel 'Blackout' an die Wand", kritisierte der Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling. Es gebe in Deutschland "kein Kapazitätsproblem, sondern schlimmstenfalls regionale Netzengpässe".

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