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P&R-Pleite: GrĂ¶ĂŸter deutscher Anlageskandal der jĂŒngeren Geschichte?

Von t-online, sm

Aktualisiert am 20.03.2018Lesedauer: 3 Min.
Containerhafen in Hamburg: Das Containerleasingunternehmen P&R bot Anlegern Direktinvestments in Seecontainer. Nun musste der MarktfĂŒhrer Insolvenz anmelden.
Containerhafen in Hamburg: Das Containerleasingunternehmen P&R bot Anlegern Direktinvestments in Seecontainer. Nun musste der MarktfĂŒhrer Insolvenz anmelden. (Quelle: Christian Charisius/dpa-bilder)
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Nach der Insolvenz dreier Container-Leasing- und Vertriebsfirmen der Investmentgesellschaft P&R mĂŒssen 51.000 Kapitalanleger um ihr Geld bangen. Milliardeninvestitionen stehen auf dem Spiel. Eine Einordnung der Lage.

Vergangenen Donnerstag stellte die Containerleasingfirma P&R beim Amtsgericht MĂŒnchen Insolvenzantrag. Der Anbieter fĂŒr Direktinvestitionen in Seecontainer war einer der grĂ¶ĂŸten Player auf dem grauen Kapitalmarkt. In ihrem Segment waren sie MarktfĂŒhrer. Doch die Containerbranche ist seit Jahren unter Druck. Nun wurde das vorlĂ€ufige Insolvenzverfahren am Amtsgericht MĂŒnchen eröffnet.

Stille Reserven aufgebraucht

Mit der Containerleasingfirma P&R konnten Privatanleger in Seecontainer investieren, die fĂŒr einige Jahre an Leasinggesellschaften und die Transportindustrie vermietet wurden. Über die mehrjĂ€hrige Laufzeit der Geldanlage wurden den Anlegern regelmĂ€ĂŸige Mietzahlungen sowie zum Vertragsende der RĂŒckkauf der Container durch die P&R-Firmen in Aussicht gestellt.

Doch P&R ist zahlungsunfĂ€hig. Mit der Insolvenz der drei Firmen stĂŒnden nunmehr 3,1 Milliarden Euro im Feuer, sagt der Rosenheimer Finanzexperte Stefan Loipfinger: "Jetzt bricht das Kartenhaus zusammen". Mit der starken AbhĂ€ngigkeit vom NeugeschĂ€ft habe es sich "im Grunde um eine Art Schneeballsystem" gehandelt. Ein Vorwurf, den P&R zurĂŒckwies.

Wie es jedoch aussieht, können die beim Vertragsabschluss in Aussicht gestellten RĂŒckkaufswerte der Container nicht erzielt und die fĂ€lligen Mietzahlungen nicht erbracht werden. Zum einen sind die Containerpreise seit 2011 rĂŒcklĂ€ufig, bis zum Tiefstand 2016. Hinzu kommen Wechselkursentwicklungen, da die Mieten gegenĂŒber Anlegern in Euro gezahlt werden, die Vermietung der Container auf dem Weltmarkt jedoch gegen US-Dollar erfolgt.

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Insolvenzverwalter hÀlt sich bedeckt

"Als MarktfĂŒhrer in ihrem Segment betreuten die drei P&R Gesellschaften zuletzt rund 51.000 Anleger", erklĂ€rt Rechtsanwalt Michael JaffĂ©, der mit seinem Kanzleikollegen Philip Heinke zu den vorlĂ€ufigen Insolvenzverwaltern ernannt wurden.

Doch JaffĂ© bremst zugleich mögliche Erwartungen der Anleger: "In welcher Höhe RĂŒckflĂŒsse an die Anleger möglich sind, hĂ€ngt auch von der Marktentwicklung in den nĂ€chsten Jahren ab und lĂ€sst sich heute noch nicht sagen." Er wolle jetzt den Betrieb der P&R-Firmen weltweit fortfĂŒhren, um Einnahmen zu erzielen und ein Verwertungskonzept zu erstellen.

Aufgrund der Vielzahl der von der P&R-Pleite betroffenen Anleger wurde eine Internetseite mit aktuellen Informationen eingerichtet: http://www.frachtcontainer-inso.de.

Grauer Kapitalmarkt – hohe Rendite und hohes Risiko

Lange Zeit war der graue Kapitalmarkt nicht reguliert. Viele Anleger haben in den vergangenen Jahren zum Beispiel ĂŒber geschlossene Fonds oder Alternative Investments unter anderem in Immobilien, Schiffe, Regenerative Energieanlagen oder auch Container investiert. Die Mindestinvestitionssummen sind zumeist fĂŒnfstellig und die Kapitalbindung lĂ€uft ĂŒber mehrere Jahre. Ein vorzeitiger Ausstieg ist in der Regel nur ĂŒber den Zweitmarkt möglich. Die versprochenen Renditen waren und sind vor allem in der Niedrigzinsphase verlockend.

Auf dem Markt der sogenannten grauen Kapitalanlagen tummeln sich neben seriösen Anbietern auch Zocker, die auf leichtglĂ€ubige Laien treffen. Nach einer Ende 2014 auf den Weg gebrachten Reform mussten sowohl Anbieter als auch Vermittler verschĂ€rfte Auflagen erfĂŒllen. Strengere Regeln sollen Anleger seither besser vor risikoreichen Finanzprodukten schĂŒtzen. Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz erhielt auch die Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) mehr Befugnisse und Sanktionsmöglichkeiten gegen Anbieter und Vermittler. So kann die Finanzaufsicht das Angebot von Vermögensanlagen bei Verstoß gegen gesetzliche Bestimmungen untersagen.

"Ein aktiver Vertrieb sollte verboten werden"

Seit Jahren weise der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) darauf hin, "dass Produkte des Grauen Kapitalmarktes ohne transparente Preisbildung etwa an einer Börse nicht an Privatanleger verkauft werden sollten", sagt VZBV-Chef Klaus MĂŒller dem "Handelsblatt". FĂŒr Verbraucher seien Produkte auf diesem Markt ohne transparente Preisbildung "zu komplex und bergen zu hohe Risiken", so MĂŒller weiter. "Ein aktiver Vertrieb sollte verboten werden, denn fĂŒr Verbraucher sind diese Produkte zu komplex und bergen zu hohe Risiken."

Laut GrĂŒnen-Finanzexperte Gerhard Schick drohe P&R "zum grĂ¶ĂŸten deutschen Anlageskandal der jĂŒngeren Vergangenheit zu werden". Da im grauen Kapitalmarkt trotz milliardenschwerer Anlagesummen kein TragfĂ€higkeitsgutachten eines unabhĂ€ngigen WirtschaftsprĂŒfers erforderlich gewesen sei, habe sich die Aufsicht nur auf VollstĂ€ndigkeit, VerstĂ€ndlichkeit und Widerspruchsfreiheit des Prospekts konzentrieren können, so Schick. "Nur aufgrund hoher Provisionen fĂŒr die Vermittler wurden im Fall P&R massenhaft schlechte Produkte vertrieben, auf denen nun die Anleger sitzen bleiben."

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