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Verkauft und verschuldet: Kredit als Schuldenfalle?

Finanzierung durchrechnen  

Verkauft und verschuldet: Kredit als Schuldenfalle?

18.04.2019, 17:43 Uhr | sm, dpa

Verkauft und verschuldet: Kredit als Schuldenfalle?. Paar beim Kauf eines Fernsehers: Null-Prozent-Finanzierungen sind schnell der Einstieg in eine Schuldenspirale. (Quelle: Getty Images/Urilux)

Paar beim Kauf eines Fernsehers: Null-Prozent-Finanzierungen sind schnell der Einstieg in eine Schuldenspirale. (Quelle: Urilux/Getty Images)

Möbel, das Auto oder der neue Fernseher lassen sich einfach durch Konsumentenkredite finanzieren. Die Kosten sind oft kaum durchschaubar. Selbst ein kleiner Kredit kann zur Überschuldung führen.

Null-Prozent-Finanzierung, eine Rate geschenkt oder ein Kredit "wie für dich gemacht" – ein Darlehen erscheint in der Werbung einfach und unkompliziert. Den Verbrauchern wird suggeriert, dass ein Darlehen kein Problem sei. Hinzu kommt, dass sie immer häufiger einen Kreditvertrag nicht mehr in der Kundenberatung ihrer Bank, sondern im Verkaufsraum eines Elektronikhändlers, Möbelhauses oder Autohändlers unterzeichnen – zumeist ohne jegliche Beratung.

Anlocken mit günstigen Raten

Dass die Überschuldungsgefahr dadurch ansteigt, ist vielen nicht bewusst. So konzentrieren sich die Kunden beim Autokauf auf ihr neues Auto, statt die Finanzierung durchzurechnen. Gerne bieten Autohändler beispielsweise eine Ballonfinanzierung an. Sie verspricht zuerst günstigere Raten als ein üblicher Kredit. Das dicke Ende kommt am Schluss: Am Ende der Laufzeit steht noch eine Restschuld aus, die der Kunde auf einen Schlag tilgen muss.

Auch locken Autohäuser mit dem Versprechen, den Wagen zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückzukaufen. Von den Risiken in der Zwischenzeit, wie die eines Unfalls oder den Wertverlust durch die Nutzung des Fahrzeugs, wird in der Regel nicht gesprochen. Später gibt es deshalb weniger Geld als ursprünglich angenommen.



Die Last mehrerer Verträge und Kopplungen

Ein weiteres Problem bei der Kreditvergabe ist, dass häufig unvorhergesehene Kosten durch zusätzliche Verträge entstehen. Nicht selten, so warnen Verbraucherschützer, wird eine Unfall- oder Lebensversicherung, ein Bausparvertrag oder eine Kreditkarte mitverkauft. Schnell ist so die Belastungsgrenze überschritten.

Typisch sei auch der gleichzeitige Abschluss einer teuren Restschuldversicherung, die den Kredit tilgen soll, wenn der Schuldner etwa durch Krankheit die Raten nicht mehr bezahlen kann. Das Problem dabei: Die Prämie der Versicherung fällt gleich zu Beginn auf einen Schlag an und wird regelmäßig zusätzlich zur Darlehenssumme finanziert. Wenn die Bank nachweisen kann, dass der Abschluss freiwillig war, muss sie die Kosten nicht in den Effektivzins einrechnen. Dementsprechend seien die Vertragsformulare gestaltet, kritisieren Verbraucherschützer. Somit sei es für Verbraucher schwierig, die tatsächlichen Kosten zu erkennen.

Mentale Hürde zum Umschulden oder Aufstocken sinkt

Verbraucherkredite gibt es auch ohne Restschuldversicherung. Aber viele Kreditnehmer haben den Eindruck, dass sie diese abschließen müssen, um zum Beispiel ein Darlehen zu erhalten. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Sobald Verbraucher einmal eine erste Finanzierung abgeschlossen haben, sinkt in der Regel die mentale Hürde, für ein weiteres oder höheres Darlehen zur Bank zu gehen.

So manche Bank spricht ihre Kunden außerdem regelmäßig aktiv an und überzeugt sie, den Kredit umzuschulden und aufzustocken. Gleichzeitig verkauft sie bei solchen Kettenkrediten erneut eine teure Restschuldversicherung.



Durchrechnen und Kalkulieren vor der Kreditaufnahme

Gerade Darlehen oder Null-Prozent-Finanzierungen mit vermeintlich kleinen Schuldverhältnissen sind durch solche Praktiken oft ein Einstieg in die Schuldenspirale, warnen Experten. Die Kreditnehmer stellen zu spät fest, dass sie zu hohe Schulden aufgenommen haben. Das Beste ist: Verbraucher sollten vor der Aufnahme eines Kredits durchrechnen, welche Kreditsumme und welche Raten sie sich auf Dauer leisten können.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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