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Die reichsten Deutschen: Das Comeback der Maria-Elisabeth Schaeffler

Aldi-Clan überholt  

Das Comeback der Maria-Elisabeth Schaeffler

06.09.2014, 12:50 Uhr | oca, dpa-AFX, t-online.de

Die reichsten Deutschen: Das Comeback der Maria-Elisabeth Schaeffler. Maria-Elisabeth Schaeffler hat den Aldi-Clan von der Spitze der reichsten Deutschen verdrängt (Quelle: dpa)

Maria-Elisabeth Schaeffler hat den Aldi-Clan von der Spitze der reichsten Deutschen verdrängt (Quelle: dpa)

Unternehmerin Maria-Elisabeth Schaeffler ist wieder da. Denn nach einem Mega-Deal mit Continental im Jahr 2008 fast pleite, sind die Schaefflers jetzt die reichsten Deutschen - noch vor dem Aldi-Clan. Das ergibt sich zumindest aus Berechnungen des Wirtschaftsmagazins "Bilanz". Die Familie kommt demnach auf ein Vermögen von 21,5 Milliarden Euro. Wie die Eigentümer des gleichnamigen Autozulieferers das Comeback schafften.

Interviews mit Maria-Elisabeth Schaeffler sind Mangelware, in den Medien taucht sie nur selten auf: Die 72-jährige Unternehmerin aus dem fränkischen Herzogenaurach drängt nicht gerade ins Licht der Öffentlichkeit. Schaeffler, 1941 als Maria-Elisabeth Kurssa in Prag geboren, wuchs in Wien auf, wo ihr Vater Generaldirektor einer großen Versicherung war.

Nach der Schule nahm sie zunächst ein Medizinstudium auf, das sie aber abbrach, als sie 1963 den 27 Jahre älteren Unternehmer Georg Schaeffler heiratete. Dieser hatte gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm bereits 1946 in Herzogenaurach die INA-Schaeffler KG gegründet.

Mutter und Sohn führen Unternehmen seit 1996

Nach und nach wuchs Maria-Elisabeth Schaeffler in das Unternehmen hinein. Nach dem Tod ihres Mannes 1996 trat sie das Erbe an. Sie und ihr Sohn Georg wurden Alleingesellschafter der Firma. In Medien-Ranglisten wurden Mutter und Sohn regelmäßig unter den reichsten Deutschen geführt. In der Aufstellung des "Forbes"-Magazins vom Frühjahr 2008 wurde ihr Vermögen auf 8,5 Milliarden US-Dollar (etwa 5,4 Milliarden Euro) geschätzt.

Schlagzeilen wider Willen machte die Schaeffler-Gruppe im Jahr 2001 mit der spektakulären feindlichen Übernahme des Schweinfurter Wälzlagerherstellers FAG Kugelfischer. Damit stiegen die Herzogenauracher zu einem der beiden größten Wälzlager-Hersteller der Welt auf.

Doch dann wollte das das Familienunternehmen im Jahr 2008 den deutlich größeren Konzern Continental kaufen - es ging schief, was nur schief gehen kann. Erst kam die Pleite von Lehman Brothers, dann die globale Finanzkrise und der wohl stärkste Konjunktureinbruch seit Jahrzehnten.

Das Herzogenauracher Unternehmen hatte nach der Übernahme nun Schulden von mehr als elf Milliarden Euro angehäuft. Auch Conti hatte Schulden: rund zehn Milliarden Euro. Der Kurs der Conti-Aktie war inzwischen massiv eingebrochen. Die Schuldenlast drohte Schaeffler zu erdrücken. Zudem ging es um tausende Arbeitsplätze in Deutschland.

Keine Staatshilfe, keine Investoren

Die Bürgermeister der Schaeffler-Standorte in Deutschland baten daher in einem gemeinsamen Hilferuf um staatliche Hilfen für den hoch verschuldeten Autozulieferer. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige SPD-Fraktionschef Peter Struck lehnten Staatshilfen jedoch ab. Als 8000 Mitarbeiter für ihre Firma den Staat um Geld bitten, soll Maria-Elisabeth Scheffler Tränen in den Augen gehabt haben. Es ging auch um ihre Existenz.

Die Familie fand keine Investoren und erklärte sich bereit, sich von einem Teil ihres Vermögens zu trennen, um mit dem Erlös die Verschuldung des Unternehmens zu verringern.

Im August 2010 war die Euro-Krise fast überwunden. Die Konjunktur zog an, die Autobranche erlebte einen Boom. Der Konzern konnte sich mit den Banken einigen und die Zinslast nach unten drücken. "Das ist ein eindrucksvolles Comeback, auf das wir stolz sind, vor allem weil wir es ohne einen Cent staatlicher Gelder geschafft haben", sagte die 72-jährige Unternehmerin in einem ihrer seltenen Interviews - und heute verdient sie wieder Geld.

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