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So wappnet sich Aldi Süd für den Kriegsfall

Von t-online, neb

Aktualisiert am 28.02.2021Lesedauer: 2 Min.
Volle Regale: Das möchte Aldi Süd seinen Kunden in Zukunft immer garantieren.
Volle Regale: Das möchte Aldi Süd seinen Kunden in Zukunft immer garantieren. (Quelle: C. Hardt/imago-images-bilder)
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Die Corona-Pandemie sorgte in vielen Supermärkten für leere Regale. Aldi Süd hat nun einen Plan aufgestellt, um in jeder Krisensituation gerüstet zu sein

Kein Klopapier, keine Hefe, kaum Konserven und leere Nudelregale: Die erste Welle der Corona-Pandemie hat viele Supermärkte im Frühjahr 2020 überrollt. Das soll sich bei Aldi Süd nicht wiederholen – der Discounter will sich mit einer neuen Vereinbarung für alle Krisenfälle rüsten. Sei es die nächste Pandemie oder gar ein Kriegsfall.

Der Schlüssel zu stets vollen Regalen sollen dabei die Lieferanten sein: Die möchte Aldi Süd nun strenger in die Pflicht nehmen. In einem Schreiben fordert der Discounter die Produkthersteller auf, Vorräte zu garantieren.

Wenn die Kundenachfrage aufgrund äußerer Umstände plötzlich steigt, sollen die Hersteller nun verpflichtet sein, zwischen 130 und 150 Prozent der Waren an Aldi zu liefern. "Als solche Umstände gelten insbesondere Pandemie, Krieg oder soziale Unruhen", ergänzt der Discounter in dem Schreiben.

Lieferanten kritisieren Aldis Krisenplan

"Im Interesse unserer Kunden legen wir in der aktuellen Situation Wert darauf, dass unsere Lieferanten für den Krisenfall bei besonders kritischen Artikeln in bestimmten Warengruppen einen gewissen Vorrat vorhalten", kommentiert Aldi Süd das Schreiben gegenüber der Lebensmittelzeitung, die zuerst über die Pläne des Discounters berichtete.

Sollten die Lieferanten nicht die geforderte Menge zusätzlich liefern können, sollen sie laut Berichten der Lebensmittelzeitung sogar Schadensersatz leisten. Grundlage der Berechnung für die Krisenlieferungen sollen die Vormonate sein.

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Die Forderungen des Discounters führen bei den Lieferanten zu harscher Kritik. Denn aufgrund der vergangenen Hamsterkäufe und der anhaltenden Pandemielage forderten Discounter bereits in den vergangenen Monaten mehr Ware als üblich an.

"Wir tun alles, was wir können, um den Handel zu beliefern und haben das auch im vergangenen Jahr gut geschafft", sagt etwa ein Manager eines betroffenen Zuliefererunternehmens gegenüber der Lebensmittelzeitung. Für ihn gehe Aldis Forderung nun zu weit.

Wer zahlt die Krisenvorbereitung?

Gerade große Supermarktketten haben durch die Massen, die sie bei ihren Lieferanten abnehmen, eine gewisse Marktmacht. Eine Vorrätegarantie wird mit hoher Wahrscheinlichkeit für viele Hersteller mit einem höheren Lagerbestand verbunden sein. Das kostet Fläche und zusätzliche Produktkapazitäten – und erhöht damit die Kosten auf Seiten der Zulieferer.

Aldi betont gegenüber der Lebensmittelzeitung, dass die neuen Vorbereitungen auf den Ernstfall die Zulieferer nicht unfair belasten sollen. "Unseren Lieferanten sollen durch die Bevorratung keine unangemessenen Benachteiligungen entstehen“, heißt es von dem Konzern.

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  • Nele Behrens
Von Nele Behrens
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