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Parkinson: Die ersten Symptome kommen lange vor dem Zittern

Symptome der Nervenkrankheit  

Parkinson fängt nicht immer mit Zittern an

16.09.2019, 16:14 Uhr | ag, mwe, t-online.de

Parkinson: Die ersten Symptome kommen lange vor dem Zittern. Patient mit Gehstock: Parkinson äußert sich auch durch langsames Gehen in kurzen Schritten. (Quelle: dpa)

Patient mit Gehstock: Parkinson äußert sich auch durch langsames Gehen in kurzen Schritten. (Quelle: dpa)

Auch über 200 Jahre nach ihrer ersten Beschreibung gilt Parkinson als unheilbar. Fast jeder kennt das Zittern als erstes Symptom. Doch auch völlig untypische Anzeichen stehen am Anfang der Erkrankung.

Wer erkrankt an Parkinson? 

Männer erkranken etwas häufiger als Frauen. Im Schnitt sind Patienten 60 Jahre alt, wenn die Schüttelkrankheit bei ihnen festgestellt wird. Es gibt aber auch Fälle, in denen sie bereits deutlich früher auftritt. Wohl bekanntestes Beispiel dafür ist der US-Schauspieler Michael J. Fox ("Zurück in die Zukunft"). Er bekam die Diagnose mit 29 Jahren.

Die Ursachen für eine Erkrankung sind weiter unbekannt. Experten gehen von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus. Unklar ist zum Beispiel, ob Umweltgifte eine Rolle spielen. Auch die Riech- und die Darmschleimhaut gelten mittlerweile als Ausgangspunkte der Erkrankung.

Symptome von Parkinson

Laut der Patienten-Informationsseite gesundheitsinformation.de können steife und angespannte Muskeln die Krankheit anzeigen. Betroffene können Arme, Beine und Hals oft nur sehr langsam bewegen und gehen dann zum Beispiel mit kurzen Schritten. Das Mitschwingen der Arme beim Gehen verschwindet, auch das Sprechen wird leiser und monoton. Oft werden solche Anzeichen nicht bemerkt oder als normale Alterserscheinungen missdeutet. 

Aggressive Träume und Depressionen

Es gibt eine Reihe weiterer Symptome, die sich statt des Zitterns bemerkbar machen, wie zum Beispiel Schulterschmerzen, Schlafstörungen oder Verstopfungen. Ein schlechter werdender Geruchssinn kann bereits vier bis sechs Jahre vor ersten Störungen der Bewegung auftreten. Auch aggressive Träume deuten laut der Deutschen Parkinson Gesellschaft (DPG) auf ein erhöhtes Risiko hin – teilweise schon 10 oder 20 Jahre vor dem Ausbruch der Nervenkrankheit. Manche Betroffene schreien dann im Schlaf und schlagen um sich.

Rund 70 Prozent der Parkinsonpatienten leiden unter psychischen Symptomen. Etwa ein Viertel der Betroffenen entwickelt eine Depression – oft sind depressive Verstimmungen sogar das einzige Anfangssymptom der Erkrankung.

Parkinson wird meist erst spät erkannt

Meist wird Parkinson erst erkannt, wenn deutliche Symptome wie Zittern oder Gangstörungen auftreten. Doch dann ist die Krankheit oft schon weit fortgeschritten und etwa 80 Prozent der Dopamin produzierenden Zellen im Gehirn sind abgestorben. Daher ist es wichtig, schon die ersten Signale richtig zu deuten. Summieren sich viele unklare Beschwerden, sollte ein Neurologe aufgesucht werden. 

Wie werden Betroffene behandelt?

Parkinson-Patienten erhalten in der Regel zunächst Medikamente. Damit wird der Botenstoff Dopamin ersetzt, an dem es ihnen wegen ihrer abgestorbenen Nervenzellen mangelt. Dieser Mangel ist Grund für die Bewegungsstörungen bei Parkinson. Allerdings ist es sehr schwer, dabei gleichmäßige Wirkungen zu erzielen.

Manche Patienten erleben ganz unterschiedliche Phasen: Mal können sie sich sehr gut bewegen, plötzlich dann wieder schlecht. Um den Dopamin-Ersatz kontinuierlicher abgeben zu können, arbeiteten Forscher etwa an Mini-Pumpen und Pflastern.

Parkinson ist unheilbar

Durchschnittlich sind Betroffene 55 bis 60 Jahre alt, wenn sie die Diagnose erhalten. Nur fünf bis zehn Prozent der Erkrankungen treten vor dem Alter von 40 Jahren auf. Parkinson ist nicht heilbar. Es gibt jedoch Medikamente, die das fehlende Dopamin ausgleichen können oder im Organismus zu Dopamin umgewandelt werden. Die Medikamente werden entweder in Tablettenform oder als Pflaster verabreicht. Die Wirkung lässt aber im Laufe der Zeit nach.

Zudem besteht die Möglichkeit operativ eine Stimulationselektrode in das Gehirn einzusetzen. Auch Krankengymnastik sowie eine Sprach- und Schlucktherapie können sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Deutschlandweit leiden nach Angaben der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V. zwischen 240.000 und 280.000 Menschen an Parkinson.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Parkinson Vereinigung e.V.
  • gesundheitsinformation.de
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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