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Sieben Fakten zum Ohr, die Sie noch nicht kennen

Von dpa
Aktualisiert am 06.03.2020Lesedauer: 2 Min.
Das Ohr: Zu viel LautstÀrke kann unserer Gesundheit schaden.
Das Ohr: Zu viel LautstÀrke kann unserer Gesundheit schaden. (Quelle: Ninell_Art/getty-images-bilder)
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Das Hören – unser Sinn der niemals ruht. Im Ohr werden aber nicht nur die akustischen Reize aus der Umgebung verarbeitet. Das Organ kann mehr als wir annehmen.

Unsere Ohren sind wahre Multitalente. Sie schlafen nie und wecken uns, wenn Gefahr droht. Doch Ohren helfen unserem Körper nicht nur dabei Schallwellen aufzunehmen.

Voller Einsatz

Wir hören besser als wir sehen. Der Hörsinn verarbeitet 50 EindrĂŒcke pro Sekunde und damit doppelt so viele wie das Auge. Das Ohr ist in der Lage, rund 400.000 Töne zu unterscheiden und prĂ€zise zu bestimmen, woher sie genau kommen. 24 Stunden am Tag laufen etwa 25.000 Haarzellen auf Hochtouren.

Organ im Organ

Etwas versteckt hinter dem Gehörgang findet sich ĂŒber dem Innenohr ein weiteres Organ. Dort bestimmen drei kleine, ineinander geschachtelte Bögen unser körperliches Gleichgewicht. Sie sagen uns etwa, wo oben und unten ist. Dazu werden in den BogengĂ€ngen feine HĂ€rchen von einer FlĂŒssigkeit umgebogen. Dieser Reiz geht als Nervensignal ans Gehirn.

Gute Dosis

Nicht zu laut und nicht zu leise sollte unsere Umgebung sein. Zu viel LautstĂ€rke macht uns krank. Nach Angaben des Umweltbundesamtes steigt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab dauerhaft mehr als 65 Dezibel, was etwa einem Fernseher in ZimmerlautstĂ€rke entspricht. Absolute Stille tut aber auch nicht gut. Der HNO-Arzt aus der Schwindelambulanz im baden-wĂŒrttembergischen Sinsheim, Bodo Schiffmann, erklĂ€rt: "Im Gefangenenlager Guantanamo setzten Wachen das Konzept zur Folter ein."

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Schlechteres MĂ€nnerohr

Mit dem Alter lĂ€sst das Gehör nach. Eine Studie der Hochschule Aalen hat wissenschaftlich belegt, dass MĂ€nner frĂŒher betroffen sind als Frauen. Demnach hört im Mittel ein 55-jĂ€hriger Mann so schlecht wie eine 70-jĂ€hrige Frau. Der Unterschied beim Hörverlust zwischen den Geschlechtern betrage im Alter von 70 Jahren 20 Dezibel. Einige Wissenschaftler vermuten, das könnte am weiblichen Hormon Östrogen liegen.

Lebenslanges Wachstum

Untersuchungen zeigen, dass die Ohren offenbar ein Leben lang wachsen und bei Ă€lteren Menschen besonders groß sind. WĂ€hrend des Erwachsenenlebens legen sie um gut einen Zentimeter zu. Der Berliner Medizinprofessor Carsten Niemitz und sein Team von der Freien UniversitĂ€t stellten bei der Vermessung von 1.500 Berliner Ohren fest, dass der Ă€ußere Teil der Ohrmuschel noch bis ins hohe Alter hinein breiter und lĂ€nger wird.

Manche Forscher sagen, es liege daran, dass die Haut mit der Zeit weicher und elastischer werde. Andere behaupten: Das Ohr wĂ€chst, weil das Gehör schlechter wird. So könne die GrĂ¶ĂŸe der Ohrmuschel den Hörverlust ausgleichen.

Einzigartige Form

Den Fingerabdruck kennt fast jeder. KriminalfĂ€lle können aber auch ĂŒber die Ohren gelöst werden. "Mittels Ohrabdruck ist es möglich, einen Menschen zu identifizieren", heißt es im "Handbuch der Kriminalistik". Möglich mache dies die biometrische Struktur. Die Ohrmuschel behalte ein Leben lang ein Grundmuster bei. Weitere Alleinstellungsmerkmale sind demnach die Außenleiste und das OhrlĂ€ppchen.

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Unendlicher Ohrwurm

Die Melodie der Lieblingsserie, der Jingle aus der Werbung oder der Song aus den Charts: Sie alle können zu OhrwĂŒrmern werden. Um diese lĂ€stige Kopfmusik loszuwerden, solle sich der Betroffene den Song in voller LĂ€nge anhören, rĂ€t HNO-Arzt Schiffmann. Denn das Gehirn neigt dazu, Unerledigtes immer wieder in Erinnerung zu rufen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
Bodo Schiffmann







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