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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Prostatakrebs: Wie sicher ist der PSA-Test?

Von Andrea Goesch

Aktualisiert am 29.06.2022 - 16:39 UhrLesedauer: 11 Min.
PSA-Test: Er soll helfen, Prostatakrebs zu entdecken, bevor er Beschwerden verursacht. Doch das Verfahren hat Vor- und Nachteile.
PSA-Test: Er soll helfen, Prostatakrebs zu entdecken, bevor er Beschwerden verursacht. Doch das Verfahren hat Vor- und Nachteile. (Quelle: jarun011/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Um den Nutzen des Bluttests zur FrĂŒherkennung von Prostatakrebs ist ein Streit entbrannt. Urologen warnen vor der Verteufelung des PSA-Tests.

Das Wichtigste im Überblick


Viele MĂ€nner erhoffen sich von einem PSA-Test Gewissheit, ob sie Prostatakrebs haben. Doch die FrĂŒherkennungsmethode steht in der Kritik, da Überdiagnosen oft zu unnötigen Operationen fĂŒhren. Urologen warnen jedoch davor, den Bluttest zu verteufeln. Lesen Sie hier, wie aussagekrĂ€ftig der PSA-Wert wirklich ist.


Kranke Prostata: Das sind erste Warnzeichen

Beschwerden beim Wasserlassen: Die Prostata sitzt unter der Blase und umgibt die Harnröhre. Ist die Prostata vergrĂ¶ĂŸert, kann das folglich zu Problemen beim Wasserlassen fĂŒhren. Typisch sind hĂ€ufiges Wasserlassen und das sogenannte "Nachtröpfeln". Weitere Hinweise sind ein schwacher Harnstrahl sowie ein vermehrter Harndrang wĂ€hrend der Nacht.
Blut im Urin oder Sperma: Blut im Sperma oder im Urin kann besonders bei wiederholtem Auftreten auch ein Warnzeichen fĂŒr eine Erkrankung der Prostata sein. Der Grund fĂŒr das Symptom sollte immer Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden. Allerdings: FĂŒr Blut im Sperma findet sich in fast der HĂ€lfte der FĂ€lle keine eindeutige Ursache. Nur in seltenen FĂ€llen stecken schwerwiegende GrĂŒnde dahinter.
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Expertenstreit um den PSA-Test

Der WĂŒrzburger Urologe und MitgrĂŒnder der "Prostata Hilfe Deutschland e.V.", Dr. Frank Schiefelbein, warnt davor, den PSA-Test abzuwerten. "Er ist nach wie vor unser empfindlichster Parameter zur FrĂŒherkennung von Prostatakrebs", sagt der Experte in einer aktuellen Stellungsnahme der "Prostata Hilfe" zum Nutzwert des Tests. Steige der PSA-Wert bei MĂ€nnern, die sich einer regelmĂ€ĂŸigen Prostata-Vorsorge unterziehen, exponentiell an, sei dies ein Alarmzeichen.

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Dem widerspricht die Beurteilung des Instituts fĂŒr QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum Nutzwert der PSA-FrĂŒherkennung. Anfang 2020 hatte das Institut den gesetzlichen Krankenversicherungen empfohlen, kein PSA-Screening anzubieten und zu erstatten. Der Grund: Nach Auswertung der Studienlage waren die Wissenschaftler zu dem Ergebnis gekommen, dass der Schaden einer solchen Untersuchung grĂ¶ĂŸer sei als der Nutzen. Bei MĂ€nnern ohne Verdacht auf Prostatakrebs fĂŒhre sie beispielsweise hĂ€ufig zu Überdiagnosen, Übertherapien und falsch-positiven Befunden.

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten MĂ€nnern ab 45 Jahren jĂ€hrlich eine FrĂŒherkennung fĂŒr Prostatakrebs. Dazu tastet der Arzt die Prostata rektal ab.Eine Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) mittels Bluttest wird nicht erstattet. Ärzte sind jedoch nach aktueller Leitlinie dazu verpflichtet, Ihre Patienten ĂŒber die Vor- und Nachteile der FrĂŒherkennung durch den PSA-Test zu informieren.

Urologen-Verband fordert PSA-Test als Kassenleistung

Die EinschĂ€tzung des IQWiG stĂ¶ĂŸt beim Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) auf UnverstĂ€ndnis. Die Ergebnisse seien einseitig und die Schlussfolgerungen entsprĂ€chen nicht der Datenlage. Der PSA-Test sei neben anderen Untersuchungen noch immer ein wirksamer Parameter, Krebs aufzudecken und das Risiko fĂŒr Patienten zu minimieren, an einem Prostatakarzinom zu sterben. Der Verband plĂ€diert daher fĂŒr die Zulassung des PSA-Tests als Kassenleistung.

Nutzwert hÀngt vom persönlichen Risikoprofil ab

Auch fĂŒr den WĂŒrzburger Urologen Schiefelbein ist die Kritik des IQWiG kein Grund, den grundsĂ€tzlichen Nutzwert des Tests infrage zu stellen. Er verweist auf die Studie "European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer" (ERSPC), wonach der PSA-Test die Sterblichkeit fĂŒr Prostatakrebs um bis zu 21 Prozent verringern und das Risiko fĂŒr Metastasen um bis zu 42 Prozent senken kann.

Dennoch mĂŒsse man sehr differenziert mit dem Wert umgehen. Der Experte plĂ€diert fĂŒr eine "risikoadaptierte Prostata-Vorsorge", bei der das individuelle Risikoprofil eines Mannes fĂŒr Prostatakrebs miteinbezogen werde. So sei zum Beispiel ein erhöhter PSA-Wert im Alter von 40 bis 45 Jahren ein besonderes Risiko, weil diese MĂ€nner öfter und frĂŒher aggressiven Prostatakrebs entwickelten.

Ein weiterer Risikofaktor sei es, wenn Prostatakrebs gehĂ€uft in der Familie vorkomme. In diesem Fall ist es nach Ansicht des WĂŒrzburger Urologen sinnvoll, "bei jedem Mann im Alter von 40 bis 45 Jahren eine erste PSA-Basiskontrolle durchzufĂŒhren und zusĂ€tzlich das familiĂ€re Risiko zu erfassen." Bei MĂ€nnern, die einen niedrigen PSA-Ausgangswert im Alter von 40 oder 45 Jahren, kein familiĂ€res Risiko und keinen auffĂ€lligen körperlichen Untersuchungsbefund haben, könne die nĂ€chste Kontrolle erst in drei oder fĂŒnf Jahren oder spĂ€ter notwendig sein. Bei MĂ€nnern mit familiĂ€rem Risiko dagegen sei eine engmaschigere Kontrolle wichtig.

Prostatakrebs: der hÀufigste Krebs bei MÀnnern

Nach SchĂ€tzungen des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jĂ€hrlich 66.900 MĂ€nner neu an Prostatakrebs – medizinisch Prostatakarzinom genannt. Die Zellen in der Prostata haben sich dann krankhaft verĂ€ndert und beginnen, sich unkontrolliert zu teilen. Prostatakrebs ist die hĂ€ufigste Krebsart beim Mann. FrĂŒherkennung ist besonders wichtig, da Karzinome oft lange unentdeckt bleiben, im FrĂŒhstadium aber gut heilbar sind.

Die Untersuchung beim Urologen umfasst das rektale Abtasten der Prostata sowie der Genitalien. Die Stiftung Deutsche Krebshilfe weist jedoch darauf hin, dass ein Tumor, der durch einen Tastbefund der Prostata entdeckt wird, in der Regel schon weiter fortgeschritten ist und dadurch eine schlechtere Heilungswahrscheinlichkeit hat.

Auch Dr. Wolfgang BĂŒhmann, Urologe und Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen (BDU), warnt vor einer zu spĂ€ten Diagnose des Krebses: Viele Tumoren könnten ĂŒber viele Jahre hinweg beobachtet werden, ohne dass ein Eingriff wirklich notwendig sei. Werde der Prostatakrebs aber nicht frĂŒhzeitig entdeckt und regelmĂ€ĂŸig untersucht, könne das gefĂ€hrlich werden: "Hat der Krebs erst einmal gestreut, ist er nicht mehr heilbar", betont der Urologe.

Im Rahmen der FrĂŒherkennung ist es möglich, zusĂ€tzlich zur Tastuntersuchung einen kostenpflichtigen Bluttest machen zu lassen, bei dem der sogenannte PSA-Wert ermittelt wird. Das Verfahren ist allerdings umstritten. Ist der im Test gemessene Wert erhöht, kann das ein Hinweis auf eine VerĂ€nderung der Prostata sein. Aber auch eine gutartige ProstatavergrĂ¶ĂŸerung, eine EntzĂŒndung der Prostata, eine entzĂŒndliche Harnwegsinfektion oder Sex und Sport können zu einer kurzfristigen Erhöhung fĂŒhren. Aus diesem Grund ist die Aussagekraft des Werts nicht verlĂ€sslich.

Haben Sie Beschwerden, die auf eine gutartige ProstatavergrĂ¶ĂŸerung hindeuten? Hier können Sie es sofort testen.

Was ist der PSA-Wert?

PSA ist die AbkĂŒrzung fĂŒr prostataspezifisches Antigen. Dieses Eiweiß wird von der Prostata produziert und in die SamenflĂŒssigkeit abgegeben. Das Antigen hĂ€ngt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem vom Lebensalter und der ProstatagrĂ¶ĂŸe. Es kommt auch im Blut gesunder MĂ€nner vor, allerdings meist in sehr geringer Menge. Bei Prostatakrebs ist die PSA-Konzentration in der Regel stark erhöht.

PSA-Test als Indikator fĂŒr Prostata-Erkrankungen

Über eine Blutuntersuchung kann der Arzt Ihren PSA-Wert ermitteln. Ist die Konzentration des Antigens im Blut erhöht, weist dies möglicherweise auf eine Prostataerkrankung hin. Das kann zum Beispiel eine benigne (gutartige) ProstatavergrĂ¶ĂŸerung (Prostatahyperplasie) oder eine harmlose EntzĂŒndung der Prostata (Prostatitis) sein. Aber auch ein Prostatakarzinom, also ein bösartiger Tumor, kann sich durch einen erhöhten PSA-Wert abzeichnen. Je nach Ergebnis werden dann weitere Untersuchungen in die Wege geleitet.

PSA-Wert-Tabelle: Wie hoch ist der normale PSE-Wert?

PSA-Wert in ng/ml Beurteilung
0-2 unauffÀllig, Kontrolle nach zwei Jahren
2-4 abklĂ€rungsbedĂŒrftig, Kontrolle nach einem Jahr
ĂŒber 4 Gewebeprobe angeraten

Wenn 1.000 MĂ€nner am PSA-Screening teilnehmen, werden ein bis zwei von ihnen vor dem Tod durch Prostatakrebs bewahrt. Etwa drei von 1.000 MĂ€nnern werden vor Metastasen bewahrt. DarĂŒber hinaus werden Krebszellen und Tumoren entdeckt, die sich möglicherweise sonst nie bemerkbar gemacht hĂ€tte.

Wie sicher ist der PSA-Test?

Der PSA-Test stellt ein wichtiges Diagnose-Verfahren dar, um Prostatakrebs frĂŒh zu erkennen. Doch er ist kein Tumormarker und sein Ergebnis muss in Relation zu anderen Untersuchungen gesehen werden. Gesunde MĂ€nner haben einen PSA-Wert von 0 bis 4 Nanogramm pro Milliliter Blut. Ein höherer PSA-Wert reicht jedoch nicht aus, um Prostatakrebs sicher zu diagnostizieren. Er ist nur eine Momentaufnahme. Eine regelmĂ€ĂŸigen Wiederholung der Untersuchung ist daher wichtig. Als Faustregel gilt: Steigt der Wert jĂ€hrlich um mehr als 0,75 Nanogramm pro Milliliter Blut, wird in der Regel eine Gewebeprobe entnommen. Nur so kann mit absoluter Sicherheit geklĂ€rt werden, ob es sich um Prostatakrebs handelt.

Nicht jeder Tumor muss operiert werden

Von 1.000 meist mehrfach getesteten MĂ€nnern im Alter von 50 bis 70 Jahren liegen die PSA-Werte bei etwa 200 MĂ€nnern im abklĂ€rungspflichtigen Bereich. Bei rund 50 dieser MĂ€nner, die zur AbklĂ€rungsdiagnostik gehen, findet sich in der Gewebeprobe ein Karzinom – das ist ein bösartiger Tumor. "Wichtig ist, dass man Ruhe bewahrt und Entscheidungen nicht ĂŒberstĂŒrzt", rĂ€t BĂŒhmann. Viele MĂ€nner könnten durchaus mit einem Tumor auch ohne Operation gut leben. Das Ziel bestehe darin, herauszufinden, welche MĂ€nner sich einer Behandlung unterziehen mĂŒssen und welche nicht.

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Das österreichische Wissenschaftler-Netzwerk "Medizin-Transparent.at" weist hingegen darauf hin, dass regelmĂ€ĂŸig durchgefĂŒhrte PSA-Tests die Wahrscheinlichkeit, frĂŒhzeitig zu sterben, kaum verringern wĂŒrden. Gegen den Test spreche demnach, dass viele MĂ€nner Behandlungen erhielten, die nicht notwendig seien. Stattdessen werde die LebensqualitĂ€t der Betroffenen deutlich verringert, weil es zu starken Nebenwirkungen komme. Zu Nebenwirkungen von Operationen, Medikamenten und Bestrahlung zĂ€hlten Impotenz, Inkontinenz und Verdauungsstörungen. Die Wissenschaftler verweisen dazu auf die Auswertung diverser Studien durch die Cochrane Collaboration. Das Wachstum von Prostatakrebs ist hĂ€ufig so langsam, dass die Patienten mit der Diagnose leben können, ohne das eine Behandlung notwendig wird. Mediziner sprechen dann von einem falsch positiven Befund.

Einer Studie zufolge, die das Institut fĂŒr QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zitiert, hatten von 1.000 MĂ€nnern zwischen 55 und 69 Jahren 310 einen auffĂ€llig hohen PSA-Wert und unterzogen sich daraufhin einer Entnahme von Prostatagewebe (Biopsie). Das Ergebnis der Studie: Unter den 310 Patienten mit Krebsverdacht waren 240 tumorfrei. Das zeigt, dass der PSA-Test eine hohe Anzahl an falschen Alarmen (sogenannten falsch positiven Befunden) liefert. Auch wenn ein erhöhter PSA-Wert in drei Viertel der FĂ€lle keine spĂ€tere Krebsdiagnose bedeutet, verunsichert er Patienten stark.

Ursachen: Mögliche GrĂŒnde fĂŒr einen erhöhten PSA-Wert

Ein PSA-Wert ĂŒber 4 ng/ml Blut ist also kein eindeutiges Zeichen fĂŒr Prostatakrebs. Denn auch eine Infektion oder eine gutartige VergrĂ¶ĂŸerung der Prostata können den PSA-Wert steigen lassen. Hinzu kommt, dass die Prostata auf Druck reagiert und Reize wie Fahrradfahren oder das Abtasten der Prostata bei der Vorsorgeuntersuchung den PSA-Wert kurzfristig in die Höhe treiben können. Etwa zwei Tage vor einem PSA-Test sollten daher TĂ€tigkeiten wie Sex oder Sport, die den Wert erhöhen können, vermieden werden.

Folgende Ursachen können den PSA-Wert erhöhen:

  • Prostatakrebs
  • ProstataentzĂŒndung
  • ProstatavergrĂ¶ĂŸerung
  • Druck auf die Prostata beim Abtasten im Rahmen einer rektalen Untersuchung
  • Sport mit Belastung der Prostata wie Fahrradfahren oder Reiten (bis zu einer Woche erhöht)
  • Samenerguss (bis zu 48 Stunden erhöht)
  • Blutabnahme in aufrechter Haltung (bis zu 10 Prozent höhere Werte als im Liegen)
  • erhöhter Druck auf die Harnblase bei akutem Harnverhalt (die Blase lĂ€sst sich nicht leeren)
  • erhöhter Druck bei Verstopfung durch starkes Pressen

PSA-Wert erhöht durch Stress?

Der Einfluss von Stress auf den PSA-Wert konnte bisher nicht bewiesen werden. So erhöht sich der Wert nicht wesentlich, wenn man vor der Blutabnahme unter Stress stand. Stress ist jedoch auf vielfĂ€ltige Weise schĂ€dlich fĂŒr die Gesundheit. So wirkt sich starker und lang anhaltender Stress unter anderem auf das Nervensystem aus, wodurch das Immunsystem geschwĂ€cht und die Entstehung von Krebs begĂŒnstigt wird. Ist die Ursache fĂŒr den erhöhten PSA-Wert Prostatakrebs, kann Stress demzufolge indirekt zum Anstieg beitragen.

So kann der PSA-Wert gesenkt werden

Ein erhöhter PSA-Wert ist in der Regel die Folge einer Erkrankung der Prostata. Um den PSA-Wert zu senken, steht daher die Behandlung der Ursache im Vordergrund. Bei einer bakteriellen ProstataentzĂŒndung erfolgt meist eine Therapie mit Antibiotika. Eine ProstatavergrĂ¶ĂŸerung kann je nach Stadium mit Medikamenten oder operativ behandelt werden. Im Normalfall sinkt der PSA-Wert nach erfolgreicher Therapie wieder ab.

Wurde Prostatakrebs diagnostiziert, kann der PSA-Wert nur durch die operative Entfernung der Prostata (Prostataektomie), eine Strahlentherapie oder eine Hormontherapie gesenkt werden.

DarĂŒber hinaus gibt es Arzneistoffe, die den PSA-Wert beeinflussen können. So ist bei MĂ€nnern, die regelmĂ€ĂŸig entzĂŒndungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Aspirin einnehmen, der PSA-Wert um rund 10 Prozent geringer. Dies sollte bei der Auswertung des PSA-Tests berĂŒcksichtigt werden.

PSA-Wert senken durch ErnÀhrung?

Eine Senkung des PSA-Werts durch die ErnĂ€hrung ist nicht unmittelbar möglich. Allerdings gibt es bestimmte Lebensmittel, die die Prostata schĂŒtzen und somit das Risiko einer Erkrankung der VorsteherdrĂŒse senken. Eine gesunde ErnĂ€hrung kann somit indirekt zu einem niedrigeren PSA-Wert beitragen.

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Dass Prostatakrebs vom Lebensstil abhĂ€ngt, legt auch der Vergleich mit anderen LĂ€ndern nahe: In Japan, China oder SĂŒdeuropa treten Tumoren wesentlich seltener auf als in Westeuropa und den USA. Forscher vermuten, dass der Unterschied teilweise durch die ErnĂ€hrungsgewohnheiten zustande kommt: In Japan und China werden traditionell mehr Fisch, MeeresfrĂŒchte und Soja verzehrt. Deutlich weniger stehen Milchprodukte auf dem Speiseplan.

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) wirken sich die Inhaltsstoffe in Tomaten, Sojaprodukten und fettigem Fisch positiv auf die Prostata aus. Wer keinen Fisch mag, kann die gesunden Omega-3-FettsĂ€uren auch ĂŒber Olivenöl, Leinöl oder Hanföl aufnehmen. Die DKG rĂ€t außerdem dazu, Übergewicht zu vermeiden, sich regelmĂ€ĂŸig zu bewegen und rotes Fleisch sowie Alkohol nur in Maßen zu konsumieren.

Forschungen haben zudem gezeigt, dass auch eine gute Versorgung mit Vitamin D vor bestimmten Krebsarten wie Prostatakrebs schĂŒtzen kann. Das fettlösliche Vitamin wird unter UV-Einstrahlung in der Haut gebildet. In unseren Breitengraden reicht die Sonneneinstrahlung im Winter und FrĂŒhjahr nicht immer aus, um genĂŒgend Vitamin D zu bilden. Gute Lieferanten fĂŒr das Vitamin sind fettreiche Fische wie Hering und Lachs sowie Eier, Avocado und Champignons.

Wie aussagekrÀftig ist der PSA-Wert?

Ein erhöhter PSA-Wert ist nicht zwangslĂ€ufig ein Grund zur Sorge. Die Deutsche Krebshilfe betont, dass er dem Patienten lediglich einen Hinweis darauf gibt, dass er zu einer Risikogruppe gehört, fĂŒr die sich eine weitergehende AbklĂ€rung durch eine Biopsie (Gewebeentnahme) lohnen könnte. Wichtig ist daher, durch weitere Untersuchungen die Ursache herauszufinden.

Auch wenn MĂ€nnern im Alter von 40 Jahren in den meisten FĂ€llen noch kein Prostatakarzinom droht, rĂ€t der Experte seinen Patienten dennoch, ab diesem Alter mit dem PSA-Test zu beginnen. Aus folgendem Grund: "Ein Messwert allein sagt noch nichts ĂŒber das Krebsrisiko des Patienten aus", weiß der Urologe. "Es ist daher sinnvoll, einen Basiswert zu ermitteln und diesen in den kommenden Jahren mit weiteren Ergebnissen zu ergĂ€nzen."

Es seien der Verlauf und die Anstiegsgeschwindigkeit, die zĂ€hlten – nicht der erhöhte Wert an sich. "Es kann durchaus sein, dass ein Mann mit einem Wert von 15 keinen Prostatakrebs hat, ein Mann mit einem Wert von drei aber schon – das ist individuell verschieden." Wichtig sei die richtige Interpretation dieser Werte. Wenn er pro Jahr ĂŒber eine bestimmte GrĂ¶ĂŸe ansteigt, oder sich in einer bestimmten Zeit verdoppelt, sollte eine Gewebeprobe als einzig sichere Maßnahme klĂ€ren, ob eine bösartige VerĂ€nderung vorliegt.

: Haben PSA-Test und vorangehende Untersuchungen den Verdacht auf Prostatakrebs ergeben, kann eine Biopsie der Prostata die Diagnose mit hoher Wahrscheinlichkeit bestĂ€tigen oder ausschließen. Dennoch muss der Arzt diese Untersuchungsmethode mit dem Patienten genau besprechen und die Entscheidung fĂŒr oder gegen eine Biopsie sorgfĂ€ltig abwĂ€gen. Ein Pathologe untersucht die Gewebeprobe aus der Prostata unter dem Mikroskop auf Tumorzellen. Falls er ein Prostatakarzinom findet, kann er gleichzeitig den genauen Tumortyp bestimmen. Die Biopsie ist normalerweise nicht oder nur wenig schmerzhaft und wird ambulant durchgefĂŒhrt.

Wird der PSA-Test von der Krankenkasse gezahlt?

Bei MĂ€nnern ab 45 Jahren ĂŒbernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einmal jĂ€hrlich eine Tastuntersuchung zur FrĂŒherkennung von Prostatakrebs. Der PSA-Test zur Vorsorge muss allerdings aus eigener Tasche bezahlt werden. Der PSA-Test kostet etwa 20 Euro. Hinzu kommen die Kosten fĂŒr die Beratung und eventuelle weitere Untersuchungen. Nur wenn der Arzt einen konkreten Verdacht auf Prostatakrebs ausspricht, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen den PSA-Test.

Jeder muss demzufolge selbst entscheiden, wie wichtig ihm das Thema FrĂŒherkennung ist und ob er bereit ist, die Kosten zu tragen.

Vorsicht bei Schnelltests aus der Apotheke

In Apotheken gibt es mittlerweile auch Prostata-Schnelltests, die den PSA-Wert messen. Dr. BĂŒhmann warnt Prostatapatienten jedoch davor, diese Tests als Ersatz fĂŒr eine Ă€rztliche Untersuchung zu sehen. Zum einen messen diese GerĂ€te den PSA-Wert nicht so genau wie ein geprĂŒftes Labor, erklĂ€rt der Urologe. Diese Tests zeigen den Wert anhand einer Messlinie (zum Beispiel kleiner 4 oder grĂ¶ĂŸer 4) und ermöglichen so nur eine Momentaufnahme, die aber nichts ĂŒber den tatsĂ€chlichen Verlauf und einen eventuellen Prostatakrebs aussagt. Zum anderen besteht die Gefahr, dass niedrige Testergebnisse den Patienten in einer falschen Sicherheit wiegen oder ihn bei einem hohen Testergebnis grundlos beunruhigen.

Aus diesem Grund rĂ€t der Experte strikt von PSA-Selbsttests aus der Apotheke ab. "Dem Patienten fehlt das Wissen, um die Ergebnisse richtig auszuwerten. Und er sieht diese auch nicht im Zusammenhang mit weiteren Testergebnissen. Der Selbsttest fĂŒhrt also entweder dazu, dass der Mann bei einem erhöhten Wert tagelang mit Ängsten herumlĂ€uft, bevor er einen Arzttermin bekommt, oder dass er aufgrund eines niedrigen Messwertes annimmt, alles sei in Ordnung und gar nicht erst zum Arzt geht." Doch auch das könne ein Trugschluss sein und die Therapieaussichten verschlechtern.

Auch das unabhĂ€ngige Wissenschaftlernetzwerk "Medizin-transparent" aus Österreich kommt nach seinen Recherchen zu dem Ergebnis, dass PSA-Tests die Sterbewahrscheinlichkeit von Patienten mit Prostatakrebs kaum verringern können. HĂ€ufig fĂŒhrten sie sogar zu Überdiagnosen mit gravierenden Folgen.

Mehr zum Thema: PSA-Selbsttest

Kritik am PSA-Wert

Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht immer Prostatakrebs. Umgekehrt schließen normale PSA-Werte ein Prostatakarzinom nicht aus. Diese mangelnde Aussagekraft des PSA-Tests macht ihn so umstritten und ist auch der Grund, warum gesetzliche Krankenkassen ihn nicht als Maßnahme zu KrebsfrĂŒherkennung akzeptieren und die Kosten ĂŒbernehmen.

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDS) bewertet den PSA-Test als "tendenziell negativ". Die BegrĂŒndung: Die Datenlage zum Nutzen ist widersprĂŒchlich, da manche der gefundenen Studien einen Nutzen erkennen, und andere nicht. Die Datenlage zum Schaden ist dagegen eindeutig, da die Studien ĂŒbereinstimmend unnötige Behandlungen nachweisen. ErklĂ€rend heißt es: "Der Test löst viele Fehlalarme aus. Ob ein verdĂ€chtig hoher PSA-Wert nicht auf einen Krebs hinweist und deshalb ein Fehlalarm ist, kann oft erst durch eine Gewebeprobe festgestellt werden. Auch kann der Test Tumoren ĂŒbersehen. So besteht nach einem unauffĂ€lligen PSA-Wert die Gefahr, dass Patienten Warnzeichen des Körpers nicht ernst nehmen und deshalb unnötig spĂ€t mit der Behandlung begonnen wird."

BĂŒhmann rĂ€t MĂ€nnern jedoch trotzdem zum PSA-Test. "Der PSA-Test ist einer der besten Tumormarker in der Medizin", betont der Urologe. "Seit der PSA-Messung konnte die Sterblichkeitsrate der Patienten mit Prostatakarzinom signifikant gesenkt werden. Dass Krankenkassen die Kosten generell nicht ĂŒbernehmen, ist unsinnig."

Es seien der Verlauf und die Anstiegsgeschwindigkeit, die zĂ€hlten – nicht der Wert an sich. "Es kann durchaus sein, dass ein Mann mit einem Wert von 15 keinen Prostatakrebs hat, ein Mann mit einem Wert von drei aber schon – das ist individuell verschieden." Wichtig sei daher die richtige Interpretation dieser Werte. FĂŒr eine sichere Diagnose sind jedoch in jedem Fall weitere Methoden, wie eine Biopsie, notwendig.

Professor Oliver Hakenberg, Professor fĂŒr Urologie und Direktor der Urologischen UniversitĂ€tsklinik Rostock, spricht sich trotz des Risikos einer Überdiagnose oder Überbehandlung ebenfalls fĂŒr den PSA-Test aus. Aufgrund der Tatsache, dass in Deutschland pro Jahr nach wie vor jeder fĂŒnfte betroffene Mann am Prostatakarzinom und nicht an AltersschwĂ€che sterbe, mĂŒsse man mit Warnungen vor zu viel FrĂŒherkennung sorgfĂ€ltig umgehen, warnt Hakenberg: "Die Schwierigkeit besteht darin, das Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom vom relevanten, 'potentiellen Killer’ zu unterscheiden. Die Methoden, die dazu vorhanden sind, sind nicht perfekt, aber um diese Unterscheidung ĂŒberhaupt treffen zu können, braucht es erst mal die Diagnose des Prostatakarzinoms in einem frĂŒhen, heilbaren Stadium. Genau das ist der Sinn einer FrĂŒherkennungsuntersuchung."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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