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Masern: Symptome, Übertragung, Ansteckung und Impfung

Ansteckung und Impfung  

Was Sie über die Infektion mit Masern wissen sollten

26.01.2020, 14:48 Uhr | md, t-online, jb, loe

Impfpflicht gegen Masern beschlossen

"Werde ich sauer": Jens Spahn begründet im Bundestag das Gesetz für die Masern-Impfpflicht und verbindet das beschlossene Vorhaben mit dem Freiheitsbegriff.

"Werde sauer": Das sagt Gesundheitsminister Spahn zur beschlossenen Impfpflicht gegen Masern. (Quelle: t-online.de)


Die Masernerkrankung gehört zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. Eine Impfung ist mittlerweile Pflicht in Deutschland. Woran Sie Masern erkennen und wie die Ansteckung des Virus verläuft, erfahren Sie hier. 

Trotz Aufklärungsarbeit gab es im Jahr 2019 Masernimpflücken in Deutschland, weswegen die Zahl der Erkrankten noch im Oktober bei 501 lag. Das Masernschutzgesetz verpflichtet nun, Kinder vor Eintritt in den Kindergarten oder die Grundschule impfen zu lassen.

Die Inkubationszeit einer Masernerkrankung kann zwischen einer und drei Wochen betragen. Gemeint ist damit der Zeitraum zwischen der Ansteckung mit dem Virus und dem Ausbruch der Krankheit. Doch wie ansteckend sind Masern und wie verläuft die Übertragung und die Krankheit selbst? 

Wann sind Masern ansteckend?

Während der Inkubationszeit, in der die Maserninfektion noch unerkannt ist, können Sie sich nicht anstecken. Das ist erst möglich, sobald die ersten Krankheitssymptome – drei bis fünf Tage vor dem typischen Hautausschlag – auftreten. Dazu zählen hohes Fieber oder auch trockener Husten. In diesem Stadium ist die Ansteckungsgefahr vor allem wegen des Hustens und der Tröpfcheninfektion am größten. Auch vier Tage nach Abklingen des Ausschlags können Sie sich noch anstecken. Experten raten daher nahezu einhellig zu einer Impfung bereits im Kindesalter. 

Nachdem die Masern überstanden sind, ist die betroffene Person immun gegen das Virus und kann sich auch nicht mehr bei anderen Masern-Patienten anstecken.

Masernvirus: Wie kommt es zur Übertragung?

Die Übertragung des Masernvirus erfolgt über eine Tröpfcheninfektion. Durch Husten, Niesen oder bloßes Sprechen eines Patienten gelangt der Krankheitserreger über die Atemwege oder die Schleimhäute in den Organismus eines gesunden Menschen.

Sofern keine Impfung vorliegt oder Menschen aufgrund einer früheren Masernerkrankung immun sind, bricht die Krankheit in etwa 95 Prozent der Fälle aus. Ein kurzer Kontakt mit einer erkrankten Person reicht bereits aus.

Masern: Die hochansteckende Krankheit bringt häufig Komplikationen und Folgeerkrankungen mit sich. (Quelle: Getty Images/ Bilanol)Masern: Die hochansteckende Krankheit bringt häufig Komplikationen und Folgeerkrankungen mit sich. (Quelle: Bilanol/Getty Images)

Wer nicht geimpft oder immun gegen Masern ist, sollte deshalb Kontakt zu erkrankten Personen unbedingt meiden. Hatten Sie ohne Schutzimpfung dennoch Kontakt zu einem Erkrankten, können Sie sich noch drei Tage danach impfen lassen.

Die Masern gehören außerdem zu jenen Krankheiten, die laut dem Infektionsschutzgesetz nach erfolgter Diagnose dem Gesundheitsamt gemeldet werden müssen, um die Gefahr weiterer Virusübertragungen zu minimieren.

Symptome bei Masern

Die fieberhafte Virusinfektion zeigt sich in anfänglichen grippeähnlichen Symptomen:

  • Husten
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen

Auch Fieberschübe und weiße Flecken auf der Mundschleimhaut gehören zum ersten Stadium der Krankheit.

Der typische Hautausschlag folgt: rote, ineinander fließende Flecken mit drei bis sechs Millimeter Durchmesser. Er startet meist an den Ohren und breitet sich über den gesamten Körper aus – mit Ausnahme der Hand- und Fußflächen. Die Flecken werden mit der Zeit dunkelrot bis violett.

Nach vier bis sieben Tagen verblasst der Ausschlag. Der Erkrankte kann aber noch bis zu zwei Wochen lang  geschwächt sein. Auch ist er anfällig für andere Infektionen.

Säuglinge, die noch Antikörper in sich tragen und Menschen, die nur die erste von zwei Masernschutzimpfung bekommen haben, zeigen meist eine abgeschwächte Version der Krankheit. Ansteckend sind sie dennoch.

Komplikationen der Krankheit

Durch das geschwächte Immunsystem können andere Bakterien oder Viren weitere Krankheiten auslösen. Dazu zählen Mittelohrentzündung, Lungenentzündung, Magen-Darm oder Bronchitis. Seltener kann eine gefährliche Gehirnentzündung auftreten. Auch Spätfolgen sind bekannt: Die Maserninfektion kann noch sechs bis acht Jahre später eine chronische Entzündung des Gehirns auslösen: Die Viren vermehren sich im Gehirn und lösen Nervenstörungen aus. Die sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) endet stets tödlich.

Impfung gegen Masern

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit 2010 allen Erwachsenen, die Impfung nachzuholen. Besonders Menschen, die in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten, sollten sich um den Schutz kümmern. Die Impfung erfolgt als MMR-Impfung, das heißt zusammen gegen Masern, Mumps und Röteln.

Kinder werden in zwei zeitlich getrennten Impfungen geschützt. Die erste sollte im besten Fall im Alter von elf bis 14 Monaten und die zweite im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. Der gut verträgliche Impfstoff kann leichte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Frösteln oder Mattigkeit mit sich bringen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • impfeninfo.de
  • Bundesgesundheitsministerium
  • Robert Koch-Institut
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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