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Erkältung schnell loswerden: Das hilft Ihnen wirklich

Grippaler Infekt  

Erkältung schnell loswerden

Larissa Koch

27.09.2018, 18:57 Uhr
Erkältung schnell loswerden: Das hilft Ihnen wirklich. Mann um die 30 sitzt mit Schal und Tee im Bett. (Quelle: Getty Images/dima_sidelnikov)

Erkältung: Husten, Schnupfen, Halsschmerzen. Da muss man durch, aber es gibt wirksame Möglichkeiten zur Linderung. (Quelle: dima_sidelnikov/Getty Images)

Es kratzt im Hals und Sie denken sich: "Och nö, bitte jetzt nicht krank werden!" Oft ist es dann schon zu spät. Halsschmerzen, Schnupfen und Husten erschweren Ihren Alltag. Meist steckt ein grippaler Infekt dahinter, ausgelöst von Viren. Nicht zu verwechseln mit einer echten Grippe, der Influenza. Wie Sie den Erkältungsinfekt schnell loswerden, erfahren Sie hier.

Zwei bis vier Mal erwischt es Erwachsene im Jahr durchschnittlich, Kinder noch häufiger. Eine Erkältung ist sehr lästig und man will sie so schnell wie möglich hinter sich bringen. Aber eine Redensart macht deutlich, das klappt nur bedingt: Eine Erkältung dauert ohne Behandlung sieben Tage, mit Behandlung eine Woche, heißt es. Unnötig leiden muss aber keiner, denn Erkältungsbeschwerden lassen sich recht gut lindern. Der von Halsschmerzen, Schnupfen und Husten Geplagte kann den Verlauf seines grippalen Infektes daher günstig beeinflussen. Hier erfahren Sie, welche Haus- und Erkältungsmittel hilfreich sind, um Ihre Symptome zu bekämpfen, damit Sie sich schneller besser fühlen. Stärkere Halsschmerzen, die nicht abklingen, können auf eine Mandelentzündung (Tonsillitis) hinweisen. Ein Arzt kann einschätzen, ob eine Behandlung nötig wird.

Welche Hausmittel können einen Infekt lindern?

Folgende Mittel haben sich bei grippalen Infekten bewährt, um die Beschwerden zu lindern und die Heilung zu begünstigen:

  • Inhalieren, Nasendusche, Gurgeln
  • Rotlicht
  • Erkältungstee
  • Erkältungsbad
  • rezeptfreie Medikamente 

Inhalieren:
Die verstopfte Nase und entzündete Nebenhöhlen lassen sich durch Inhalation von Wasserdampf mit Zusätzen befreien und befeuchten. Dazu eignen sich Kopfdampfbäder oder das Inhalieren mit Inhalationsgeräten. Sie können ätherische Öle aus Eukalyptus, Latschenkiefer oder Fichte verwenden. Ebenfalls eignen sich Kräuter wie Salbei, Kamille oder Heublumen. Im Handel erhalten Sie auch Erkältungsöl oder Balsam, die sowohl zum Einreiben von Brust und Rücken gedacht sind, als auch zum Auflösen in heißem Wasser und Inhalieren. Die Zusätze geben Sie in eine Schüssel mit kochendem Wasser und lassen dieses auf etwa 50 Grad abkühlen. Hängen Sie sich dann ein Handtuch über den Kopf und inhalieren etwa fünf Minuten den aufsteigenden Dampf langsam in tiefen Zügen durch Mund und Nase. Beim Inhalieren mit Inhalationsgerät sollten Sie ebenfalls das Wasser kurz abkühlen lassen.

Zur Befreiung der Nase und der Nebenhöhlen eignen sich zudem Nasenspülungen mithilfe einer Nasendusche. Dazu mischen Sie Kochsalz oder Meersalz mit Wasser: Das Verhältnis beträgt 500 Milliliter Wasser zu einem gestrichenen Teelöffel Kochsalz ohne Zusätze wie Jod oder Fluor. Nasenduschen erhalten Sie in Drogeriemärkten. 

Mit einer höheren Dosierung ist Salzwasser sehr geeignet zum Gurgeln. Damit kann man Halsschmerzen bekämpfen, denn das Salz wirkt gegen Viren und Bakterien im Rachenraum.

Rotlicht:
Zusätzlich zum Inhalieren ist eine Bestrahlung mit Rotlicht sehr wirksam, um festsitzenden Schleim in den Nasennebenhöhlen zu lösen. Rotlichtlampen gibt es in Elektronikgeschäften.

Erkältungstees:
Teeaufgüsse auf Basis von Anis, Fenchel, Eukalyptus und Efeu eignen sich gut zur Linderung von Erkältungsbeschwerden. Gegen Halsschmerzen helfen vor allem Thymian und Salbei. Diese Aufgüsse können Sie auch lauwarm gurgeln – sie wirken entzündungshemmend und können Keime abtöten. Handelsübliche Erkältungstees mit Kräutermischung sind ebenfalls geeignet. Auch klein geschnittener Ingwer aufgegossen mit kochendem Wasser wirkt gut gegen Halsschmerzen. Studien haben gezeigt, dass die in der Wurzel enthaltenen Scharfstoffe entzündungshemmende, schleimlösende und schmerzstillende Effekte haben. Ingwer kräftigt zudem die Stimme.

Erkältungsbad:
Ein Vollbad ist nur sinnvoll, wenn Sie nicht bereits Fieber haben. In diesem Fall belastet weitere Wärme den Organismus zusätzlich. Badezusätze wie Öle auf Basis von Menthol, Eukalyptus, Kampfer, Fichten- oder Kiefernnadeln verbessern die Durchblutung und befreien die Atemwege.

Achtung: Bei Kindern unter zwei Jahren sollte auf ätherische Öle verzichtet werden, weil es zu Krämpfen, Atemnot und sogar einem Atemstillstand kommen kann. Insbesondere Kampfer muss für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden, weil es bei einer Einnahme größerer Mengen unter anderem schwere Nervenschäden verursachen kann. Ätherische Öle werden auch nicht von allen Erwachsenen vertragen. Wenn Symptome wie Husten oder Atemnot auftreten, werden Ihre Schleimhäute zu stark gereizt. Verzichten Sie dann auf ätherische Öle. Das gilt auch für Allergiker und Asthmatiker.

Das Erkältungsbad sollte nicht zu heiß sein, sondern etwa Ihrer Körpertemperatur entsprechen – 35 bis 38 Grad sind ideal. Die Bäder können Sie mehrfach pro Woche für rund 15 Minuten durchführen. 

Und versuchen Sie es doch mal mit der guten alten Hühnersuppe. Sie ist ein hilfreicher Begleiter bei Erkältungsinfekten.

Kein Hausmittel, aber absolut essentiell: Schonen Sie sich. Ruhe und Wärme sind jetzt das Wichtigste. Das gilt ganz besonders für Kinder. Zwei bis drei Tage Bettruhe tragen dazu bei, dass der Infekt richtig auskuriert werden kann. 

Medikamente gegen Erkältung:

Es gibt kein sogenanntes Erkältungs- oder Grippemittel, das Sie gesund macht. Das kann nur der Körper allein. Präparate aus der Apotheken, die als Erkältungsmittel deklariert werden, können den Infekt weder beseitigen noch verkürzen. Das sind nachweislich leere Versprechen der Hersteller solcher Medikamente. Vor allem Kombipräparate sollten Sie meiden. Sie enthalten häufig verschiedene Wirkstoffe, die Sie nicht alle brauchen, die aber Ihren Körper unnötig belasten, weil es zu viele sind oder die Kombination nicht geeignet ist. Bei Schnupfen, Husten, Kopf- oder Gliederschmerzen ist es sinnvoller, die Wirkstoffe einzeln und damit zielgerichtet für jedes Symptom zu nehmen. 

Nasensprays:
Abschwellende Nasensprays sind geeignet, damit Sie vor allem beim Schlafen besser durch die Nase atmen können. Diese dürfen aber nicht zu lange angewendet werden, weil Suchtgefahr besteht. Sie können auch auf die niedriger dosierten Nasensprays für Kinder zurückgreifen – die wirken ebenfalls, sind aber weniger aggressiv zu den Schleimhäuten. Der Druck auf den Ohren, den man während eines Erkältungsinfekts manchmal hat, geht ebenfalls meist durch abschwellende Nasentropfen zurück. Auch bei einer aufkommenden Mittelohrentzündung sind solche Nasensprays sinnvoll, um die Verbindung zwischen Nase und Ohren frei zu halten. Für die Befeuchtung der ausgetrockneten Schleimhäute eignen sich Nasensprays auf Basis von Salz. 

Hustenmittel:
Husten kommt und geht bei gewöhnlichen Erkältungsinfekten in aller Regel von allein. Zuckerfreie Hustenbonbons helfen aber dabei, den Speichelfluss zu verstärken und den trockenen Hals zu befeuchten. Im Speichel wiederum befinden sich körpereigene Stoffe, die Krankheitserreger bekämpfen.

Nach Angaben der Stiftung Warentest ist die Wirksamkeit verschiedener Hustenstiller nicht ausreichend belegt (Pentoxyverin und Dropropizin). Die hustenstillende Wirkung von Dextromethorphan sei hingegen gut belegt. Mittel mit diesem Wirkstoff eignen sich demnach bei trockenem Reizhusten ohne Auswurf für eine Kurzzeiteinnahme abends vor dem Schlafengehen. 

Für sogenannte Hustenlöser, die den Schleim lösen, fehlt laut Stiftung Warentest ebenfalls ein ausreichender Beleg. Die Studienlage zu diesen Mitteln ist demnach uneinheitlich. Dass Husten mit den Präparaten tatsächlich schneller abklingt als ohne, sei noch nicht genügend belegt. Am ehesten könne dies noch für den Wirkstoff Acetylcystein gelten. Wenn sich der Husten länger als vier bis fünf Tage mit den Mitteln nicht löst, raten die Experten, zum Arzt zu gehen.

Schmerzmittel:
Apothekenpflichtige Präparate mit Wirkstoffen wie ASS, Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac helfen bei Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Alle vier Wirkstoffe senken zudem Fieber. Sie können die Tabletten für einen kurzen Zeitraum über wenige Tage gemäß Packungsbeilage einnehmen. Eine längere Anwendung solcher Mittel belastet dagegen Ihre Organe. Ohne ärztliche Rücksprache darf man diese Mittel nur kurz anwenden. Asthmatiker können auf ASS mit einem Asthmaanfall reagieren und sollten daher ebenfalls Rücksprache mit einem Arzt halten, wenn sie noch keine Erfahrungen mit dem Wirkstoff haben. 

Salben:
Salben mit ätherischen Ölen zum Einreiben der Brust können befreiend auf die Atmung wirken. 

Wie kann ich einer Erkältung vorbeugen?

Erkältungsviren befallen unsere Atemwege. Es gibt rund 200 verschiedene. Wir übertragen die Erreger durch Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten und über Hautkontakt. Insofern ist regelmäßiges Händewaschen mehrfach am Tag eine wirksame Strategie, um die Menge der Viren zu reduzieren. Dazu sollten Sie die Hände rund 30 Sekunden gründlich mit Seife waschen, auch zwischen den Fingern, und anschließend gut abtrocknen. Desinfektionsmittel sind nicht notwendig. Reduzieren Sie hingegen das viele Händeschütteln. Versuchen Sie außerdem, sich möglichst wenig im eigenen Gesicht zu berühren, denn so können Viren und Bakterien, die sich an ihren Händen befinden, über die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund in Ihren Körper gelangen.

Sie können Ihr Immunsystem stärken und ihren Körper auf Temperaturschwankungen einstellen, indem Sie regelmäßige Wechselduschen machen (am Schluss immer kalt), in die Sauna gehen oder Kneipkuren durchführen. Außerdem ist Bewegung an der frischen Luft sinnvoll, weil das den Kreislauf und den Stoffwechsel anregt, Sie genügend Sauerstoff und Ihren Körper an unterschiedliche und auch kalte Temperaturen gewöhnen. Wichtig ist auch, den Effekt von trockener Heizungsluft in geschlossenen Räumen zu entschärfen. Legen Sie hin und wieder nasse Tücher auf die Heizkörper und lüften Sie zweimal täglich durch.

Gut zu wissen: Durch intensives Naseschnauben kann es passieren, dass Sie unbeabsichtigt Sekret in die Nebenhöhlen pressen. So siedeln sich manchmal die im Schleim enthaltenen Viren und Bakterien dort wieder an. Zudem ist der Druck, den manche beim lautstarken Naseputzen auf die Gefäße ausüben, mitunter zu stark, so dass es zu Nasenbluten kommen kann.

Verwendete Quellen:
  • Stiftung Warentest: Der kleine Hausarzt, Berlin 2015
  • Stiftung Warentest
  • eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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