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Osteoporose-Therapie: Richtige Behandlung bei Knochenschwund

Knochenschwund behandeln  

Diese Therapien helfen bei Osteoporose

04.09.2020, 09:41 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online

Osteoporose-Therapie: Richtige Behandlung bei Knochenschwund. Schmerzen am Handgelenk können bei älteren Menschen ein Warnsignal für Osteoporose sein. (Quelle: Getty Images/Motortion)

Schmerzen am Handgelenk können bei älteren Menschen ein Warnsignal für Osteoporose sein. (Quelle: Motortion/Getty Images)

Bei Osteoporose nimmt die Knochenmasse stetig ab. Die Knochen werden porös und verlieren an Stabilität – das Risiko für Brüche steigt. Doch eine abgestimmte Therapie kann helfen, den Verlust der Knochensubstanz zu bremsen.

Laut dem Netzwerk-Osteoporose leben in Deutschland etwa sieben Millionen Menschen mit Osteoporose. Vor allem ältere Menschen sind betroffen. Bei Frauen tritt der Knochenschwund häufiger auf als bei Männern. Sie erkranken meist nach den Wechseljahren, wenn der Östrogenspiegel abfällt.

Das weibliche Sexualhormon gilt als natürlicher Knochenschutz. So leidet jede vierte Frau über 50 Jahren an Osteoporose. Damit verbunden ist ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche wie Frakturen der Wirbelkörper und Oberschenkelhalsbrüche, die meist von starken Schmerzen begleitet sind und nicht selten der erste Schritt in die Pflegebedürftigkeit sind.

Ist Osteoporose heilbar?

Heilen lässt sich Osteoporose nicht. Der Verlust der Knochensubstanz ist Teil des natürlichen Alterungsprozesses. Bereits ab dem 35. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse ab. Bestimmte Einflussgrößen beschleunigen den Abbau der Knochensubstanz und fördern das Fortschreiten der Knochenkrankheit. Dazu gehören:

  • Veranlagung
  • hormonelle Veränderungen
  • Stoffwechselstörungen
  • bestimmte Medikamente (Kortison)
  • falsche Ernährung (Kalziummangel)
  • Bewegungsmangel
  • Vitamin-D-Mangel
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Untergewicht

Die zwei Ziele der Osteoporose-Behandlung

Mit einer entsprechenden Osteoporose-Therapie lässt sich die Knochenmasse bis zu einem gewissen Grad schützen. Ziel der Behandlung ist es, den Knochenabbau zu verlangsamen und den Knochenaufbau zu fördern. Neben einem gesunden Lebensstil spielen die Behandlung mit Medikamenten sowie nicht-medikamentöse Therapien eine bedeutende Rolle. Welche Maßnahmen am besten geeignet sind, ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Ist die Osteoporose eine Alterserkrankung?
  • Ist die Osteoporose durch eine andere Grunderkrankung ausgelöst?
  • Wie weit ist die Osteoporose bereits fortgeschritten?
  • Wie alt ist der Patient?
  • Wie ist das Stoffwechselverhalten in den Knochen?
  • Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten?

Nach Angaben der Deutschen Rheuma-Liga ist Osteoporose bei etwa einem von 20 Patienten Folge einer anderen Erkrankung (sekundäre Osteoporose), beispielsweise einer rheumatoiden Arthritis, einer Hormonstörung, einer Schilddrüsenüberfunktion, Morbus Bechterew oder einer chronischen Magen-Darmerkrankung. In den meisten Fällen geht der Osteoporose jedoch keine andere Krankheit voraus (primäre Osteoporose).

Früherkennung: Bestimmung der Knochendichte

Die wichtigste Untersuchung zur Früherkennung und Diagnose von Osteoporose ist die Knochendichtemessung. Daraufhin kann dann auch die richtige Therapie gewählt werden. Sie erfolgt mittels einer Röntgenuntersuchung. Ein in Deutschland gebräuchliches Verfahren, das auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Dachverband Osteologie (DVO) zur Bestimmung der Knochendichte empfohlen wird, ist die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA). Am Schenkelhals oder an der Wirbelsäule wird dabei gemessen, wie groß der Anteil der Strahlung ist, die auf der anderen Seite ankommt, und wie viel Strahlung der Körper absorbiert hat.

Knochenschwund behandeln: Dieser Lebensstil schützt die Knochen

Bewegung ist eine wichtige Säule der Osteoporose-Behandlung. Werden die Knochen beansprucht, fördert das den Knochenstoffwechsel und Knochensubstanz bildet sich. Zudem stärkt Bewegung die Muskeln und senkt das Sturzrisiko. Betroffene sollten mit ihrem Arzt sprechen, welche Sportarten beziehungsweise Bewegungsabläufe für sie und ihr Stadium der Erkrankung gut geeignet sind. Der Vorteil von regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft: Sonnenstrahlung fördert die Bildung von Vitamin D. Der Körper benötigt das Sonnenhormon, um Kalzium aus dem Dünndarm aufzunehmen und in die Knochen zu schleusen.

Über eine gesunde Ernährung, die reich an Kalzium ist, lässt sich Osteoporose ebenfalls bremsen. Gute Kalziumlieferanten sind unter anderem:

  • Mineralwasser
  • Eier
  • Gemüsesorten wie Spinat und Grünkohl
  • Milchprodukte wie Milch, Joghurt, Emmentaler, Camembert und Gouda

Allgemeine Therapie bei Osteoporose: Kalzium und Vitamin D

Reichen die Zufuhr von Kalzium über die Ernährung und die Vitamin-D-Bildung über die Sonne nicht aus, verschreibt der Arzt Nahrungsergänzungsmittel. Nahrungsergänzungsmittel sollten Patienten generell immer nur nach Absprache mit dem Arzt einnehmen. So wird die richtige Dosierung erreicht und das Risiko für mögliche Neben- und Wechselwirkungen gesenkt.

Welche Medikamente helfen bei Osteoporose?

Neben dem Lebensstil stellt die medikamentöse Therapie eine weitere wichtige Säule der Osteoporose-Behandlung dar. Mediziner unterscheiden zwei Medikamentengruppen: Antiresorptiva bremsen den Knochenabbau und Anabolika fördern den Knochenaufbau.

Zu den Antiresorptiva gehören unter anderem:

  • Bisphosphonate: Bisphosphonate hemmen die knochenabbauenden Zellen. Die Knochenmasse nimmt zu und das Risiko für Knochenbrüche sinkt.
  • Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMS): Raloxifen und Bazedoxifen für Frauen sind abgewandelte Östrogen-Derivate, die keine eigene Östrogenwirkung haben, aber noch die knochenaufbauende Wirkung des weiblichen Sexualhormons Östrogen besitzen. Der Knochenabbau wird damit gebremst und der Knochenstoffwechsel reguliert.
  • Kalzitonin: Kalzitonin hemmt die knochenabbauenden Zellen.
  • Denosumab: Denosumab bremst den Abbau der Knochen.

Zu den Anabolika und Teilanabolika gehören:

  • Strontiumranelat: Strontiumranelat hat eine aufbauende und gleichzeitig eine abbauhemmende Wirkung auf die Knochensubstanz.
  • Pharathormon Teriparatid: Teriparatid wirkt stark aufbauend.

Weitere Medikamente, die bei der Erkrankung zum Einsatz kommen, sind:

  • Hormonersatzmittel: Nach den Wechseljahren kann die Einnahme von Östrogenen den Hormonmangel bei Frauen ausgleichen und einen weiteren Knochenabbau verhindern. Allerdings sollten sich Frauen neben den Chancen auch über mögliche Risiken einer Hormoneinnahme informieren.
  • Schmerzmittel: Schmerzmittel helfen, Beschwerden zu lindern, die Knochenbrüche verursachen.

Über Wirkungen und Nebenwirkungen der vorgestellten Medikamente klärt der Arzt im Falle einer Verschreibung auf.

Behandlung mit Bisphosphonate

Laut dem Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose gehören Bisphosphonate zu den gebräuchlichsten Wirkstoffen zur Behandlung der Krankheit. Die verschiedenen Präparate (Alendronat, Risedronat, Ibandronat, Zoledronat) werden als Tablette eingenommen oder in Form von Spritzen oder Infusionen verabreicht. Damit die Wirkstoffe gut aufgenommen werden können und Magen sowie Darm so wenig wie möglich belasten, rät der Verband, drei Regeln bei der Einnahme zu beachten:

  1. Die Tablette morgens auf nüchternen Magen schlucken.
  2. Bei der Einnahme mindestens ein großes Glas Wasser ohne Kohlensäure trinken.
  3. Eine Stunde nach der Einnahme weder essen noch trinken und sich für eine halbe Stunde hinlegen.

Nicht-medikamentöse Therapien bei Knochenschwund

Zu den nicht-medikamentösen Therapie-Maßnahmen bei Osteoporose gehören neben Bewegung und Krankengymnastik auch Massagen, Akupunktur, Kälte- oder Wärmebehandlungen, psychosoziale Betreuungsangebote sowie Sturztraining, um Brüche zu vermeiden.

Was tun gegen die Schmerzen?

Osteoporose-bedingte Schmerzen sind meist akute Schmerzen, denen fast immer ein Knochenbruch im mittleren und unteren Wirbelsäulenabschnitt vorangeht. Um die Beschwerden zu lindern, stehen verschiedene Schmerzmittel zur Verfügung – etwa Paracetamol, Metamizol, entzündungshemmende (nicht steroidale) Antirheumatika oder bei sehr starken Schmerzen auch auch Opiate. 

Weitere Möglichkeiten zur Schmerzbehandlung stellen Massagen, Akupunktur, Elektrotherapie und Injektionsbehandlungen mit Lokalanästhetika dar.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Rheuma-Liga
  • Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.
  • Netzwerk-Osteoporose
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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