Nachrichten
Ist dieser Text objektiv?

Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Darmkrebs: Diese Fakten sollten Sie kennen

Von Andrea Goesch

Aktualisiert am 25.09.2021Lesedauer: 7 Min.
Digitale Grafik eines von Krebs befallenen Darmabschnitts. Wenn der Tumor die Darmwand bereits durchbrochen hat, verschlechtern sich die Prognosen.
Digitale Grafik eines von Krebs befallenen Darmabschnitts. Wenn der Tumor die Darmwand bereits durchbrochen hat, verschlechtern sich die Prognosen. (Quelle: Raycat/getty-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextMehr als 40 Verletzte nach Reisebus-UnfallSymbolbild fĂŒr einen TextStadt schenkt BĂŒrgern 9-Euro-TicketSymbolbild fĂŒr einen TextBrockenbahn schuld an WaldbrĂ€nden im Harz?Symbolbild fĂŒr ein VideoTausende mĂŒssen U-Bahn in Charkiw verlassenSymbolbild fĂŒr einen TextTech-Aktie reißt Wall Street nach untenSymbolbild fĂŒr einen TextMehrere Schwerverletzte nach Sprung von ZugSymbolbild fĂŒr einen TextUnter TrĂ€nen: Tennisstar beendet KarriereSymbolbild fĂŒr einen Text9-Euro-Ticket knackt die MillionenmarkeSymbolbild fĂŒr ein VideoLavaströme nach Ätna-Ausbruch auf SizilienSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserLena Gercke: Vielsagende Fotos aufgetaucht

Darmkrebs verursacht oft lange Zeit keine Schmerzen und es gibt kaum Warnsignale. Daher wird er oft erst spÀt erkannt. Was nach der Diagnose passiert, hÀngt unter anderem vom Stadium der Erkrankung ab.

Das Wichtigste im Überblick


Tumore im Darm entwickeln sich meist lange Zeit unbemerkt. FĂŒr die Behandlung ist jedoch auch der Zeitpunkt entscheidend, an dem der Krebs entdeckt wird. Die besten Prognosen haben Patienten, bei denen der Tumor die Darmwand noch nicht durchdrungen hat und ins umliegende Gewebe eingedrungen ist. Im FrĂŒhstadium ist Darmkrebs nĂ€mlich in fast allen FĂ€llen heilbar. Doch auch Karzinome im fortgeschrittenen Stadium sind oft gut behandelbar. Lesen sie hier, wie sich Darmkrebs entwickelt, welche Symptome typisch sind und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.


Darmkrebs: Diese fĂŒnf Fakten sollten Sie kennen

1. Vermeidbare Risikofaktoren fĂŒr Darmkrebs: Durch einen gesunden Lebensstil lĂ€sst sich das persönliche Darmkrebsrisiko erheblich reduzieren. Dabei gilt es, vor allem auf ausreichend Bewegung und eine ausgewogene und abwechslungsreiche ErnĂ€hrung zu achten und Übergewicht zu vermeiden. ÜbermĂ€ĂŸiger Alkoholkonsum und Rauchen sind ebenfalls schĂ€dlich.
2. Darmkrebs ist heilbar: Wird Darmkrebs in einem frĂŒhen Stadium erkannt, ist er in den meisten FĂ€llen heilbar. Zu den Methoden zur FrĂŒherkennung gehören der immunologische Stuhltest, der nach Blut im Stuhl sucht, und die Darmspiegelung. Die Krankenkassen bieten die FrĂŒherkennungsuntersuchungen als Vorsorgeprogramm an.
+3

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"2023 ist Putin weg – wahrscheinlich im Sanatorium"


Definition und Ursachen: Was ist Darmkrebs und wie entsteht er?

Der Begriff Darmkrebs bezeichnet einen bösartigen Tumor im Dickdarm oder Mastdarm. Im DĂŒnndarm dagegen kommt Krebs eher selten vor.

Darmtumore entwickeln sich langsam ĂŒber einen Zeitraum von etwa zehn Jahren. Sie entstehen in ĂŒber 90 Prozent der FĂ€lle aus Vorstufen, den sogenannten Darmpolypen (Adenome). Sie sitzen in der Darmschleimhaut und sind lange Zeit gutartig.

Vom Darmpolypen zum Darmkrebs: 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen entstehen aus gutartigen Polypen in der Darmschleimhaut. Im Laufe der Jahre werden sie durch GenverÀnderungen bösartig und entwickeln sich zu einem Karzinom, das im fortgeschrittenen Stadium Metastasen bildet.
Vom Darmpolypen zum Darmkrebs: 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen entstehen aus gutartigen Polypen in der Darmschleimhaut. Im Laufe der Jahre werden sie durch GenverÀnderungen bösartig und entwickeln sich zu einem Karzinom, das im fortgeschrittenen Stadium Metastasen bildet. (Quelle: Felix Burda Stiftung)

Die Entwicklung von der gutartigen Wucherung zum bösartigen Tumor bezeichnen Mediziner als "Adenom-Karzinom-Sequenz". Wissenschaftler haben herausgefunden, dass GenverĂ€nderungen (Mutationen) an den Schleimhautzellen der Darmwand dafĂŒr verantwortlich sind.

Es gibt Menschen, die aufgrund erblicher Vorbelastung ein höheres Risiko dafĂŒr haben. Aber auch Ă€ußere Auslöser können derartige Mutationen begĂŒnstigen. Dazu gehören krebsfördernde UmwelteinflĂŒsse wie Rauchen, Sonneneinstrahlung oder chemische Stoffe in der Nahrung.

Wird Darmkrebs im frĂŒhen Stadium wĂ€hrend einer Darmspiegelung entdeckt und entfernt, liegen die Heilungschancen bei fast 100 Prozent. Unentdeckt wachsen die Krebszellen jedoch invasiv ins umliegende Gewebe und siedeln Tochtergeschwulste an. Solche Metastasen bilden sich zuerst in den Lymphknoten. Das sind, je nach Sitz des Tumors, die Lymphknoten entlang der großen Bauchschlagader, die Lymphknoten der Beckenwand oder der Leistengegend. SpĂ€ter bilden sich Darmkrebs-Metastasen am hĂ€ufigsten in der Leber und in der Lunge.

Nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 61.000 Menschen neu an Darmkrebs, 24.600 davon sterben an dieser Krebserkrankung. Damit ist Darmkrebs die zweithÀufigste Krebserkrankung in Deutschland, nach Brustkrebs, vor Prostatakrebs und sogar noch vor Lungenkrebs.

Welche Arten von Darmkrebs gibt es?

Der Krebs kann in verschiedenen Abschnitten des Darms auftreten. In etwa der HĂ€lfte der FĂ€lle entwickelt sich der Krebs im Enddarm (Rektum oder Mastdarm), den letzten 16 Zentimetern des Darms (Rektumkarzinom). Doch Krebs kann auch in der sogenannten Sigmaschlinge, die ans Rektum anschließt, auftreten. Bei etwa 30 Prozent der Tumoren ist das der Fall. Dickdarmkrebs macht dagegen etwa zehn Prozent der FĂ€lle aus. DĂŒnndarmkrebs tritt eher selten auf.

Medizinische Bezeichnungen:
Bei Dickdarmkrebs sprechen Ärzte von einem Kolonkarzinom, bei Mastdarmkrebs dagegen von einem Rektumkarzinom. Der Begriff "kolorektales Karzinom" dagegen fasst Dickdarm- und Mastdarmkrebs zusammen.

Symptome: Beschwerden und Schmerzen

Darmkrebs wird auch die "stille Krankheit" genannt, denn sie verlĂ€uft lange Zeit ohne Beschwerden. Treten Symptome auf, ist die Krankheit oft schon weit fortgeschritten und die Prognosen verschlechtern sich. Die ersten Anzeichen, die ein bösartiger Darmtumor verursachen kann, sind so unspezifisch, dass sie meist nicht mit der Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden. Dazu zĂ€hlen etwa verminderte LeistungsfĂ€higkeit, hĂ€ufige MĂŒdigkeit, Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme oder Nachtschweiß.

Meist kommen zu den Befindlichkeitsstörungen verĂ€nderte Stuhlgewohnheiten dazu. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg (DKFZ) weist darauf hin, dass besonders hĂ€ufiger Stuhldrang, aber auch wiederholte Verstopfung Warnzeichen fĂŒr Darmkrebs sein können. Ein stĂ€ndiger Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall sollte ebenfalls aufmerksam machen.

Auch hĂ€ufige, starke BlĂ€hungen sowie VöllegefĂŒhl, obwohl man nicht viel gegessen hat, sollten Betroffene ernst nehmen. Möglich ist zudem, dass ein Darmtumor Schmerzen beim Stuhlgang auslöst oder zu krampfartigen Bauchschmerzen fĂŒhrt.

Blut im Stuhl kann ebenfalls auf Darmkrebs hindeuten. Aufmerksam sollten Sie auch werden, wenn Schleim entsteht. Wie der KID berichtet, erzĂ€hlen manche Betroffenen zudem von besonders ĂŒbel riechendem Stuhl, ohne dass sich dies durch bestimmte Lebensmittel erklĂ€ren ließe. FĂŒhrt ein wachsender Tumor zu Verengungen im Darm, kann der Stuhl bei manchen Patienten außerdem bleistiftdĂŒnn geformt sein.

Achtung: Da andere Magen-Darm-Erkrankungen Ă€hnliche Warnsignale aussenden, ist es wichtig, die Beschwerden schnell abklĂ€ren zu lassen. So fĂŒhrt zum Beispiel eine NahrungsmittelunvertrĂ€glichkeit ebenfalls zu Verdauungsbeschwerden. Hinter Blutungen können auch HĂ€morrhoiden stecken.

Symptome fĂŒr Darmkrebs im Überblick:

  • hĂ€ufiger Stuhldrang
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • VerĂ€nderung des Stuhls (Bleistiftstuhl)
  • ĂŒbel riechender Stuhl
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • BlĂ€hungen
  • VöllegefĂŒhl
  • Bauchschmerzen und BauchkrĂ€mpfe
  • RĂŒckenschmerzen (meist dann, wenn Metastasen vorliegen)
  • Blut im Stuhl
  • hĂ€ufige MĂŒdigkeit
  • wiederholt leichtes Fieber
  • Nachtschweiß
  • unerklĂ€rliche Gewichtsabnahme
  • StuhlunregelmĂ€ĂŸigkeiten

Diagnose: Wie wird Darmkrebs festgestellt?

Die sicherste Methode, um Darmkrebs festzustellen, ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Bei dieser Untersuchung können auch Gewebeproben entnommen und im Labor analysiert werden. ErhĂ€rtet sich der Verdacht, klĂ€ren weitere Untersuchungen wie eine Tastuntersuchung des Enddarms und ein Ultraschall des Bauchraumes, wie weit der Krebs fortgeschritten ist. Eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel und ein Tumormarker-Test werden ebenfalls hĂ€ufig nach einer Krebsdiagnose durchgefĂŒhrt, um die Lage und GrĂ¶ĂŸe des Tumors besser zu erkennen.

Bei Enddarmkrebs kommen in der Regel weitere Untersuchungen hinzu wie eine Magnetresonanztomografie (MRT), ein endoskopischer Ultraschall und eine Enddarmspiegelung mit einem starren Rohr.

PD Dr. med. Christian P. Pox, DGVS-Leilinienkoordinator Kolorektales Karzinom, Chefarzt der Medizinischen Klinik im Krankenhaus St. Joseph-Stift in Bremen.
Drei Fragen an
PD Dr. med. Christian P. Pox

PD Dr. med. Christian P. Pox ist DGVS-Leitlinienkoordinator “Kolorektales Karzinom” und Chefarzt der Medizinischen Klinik im Krankenhaus St. Joseph-Stift in Bremen.

Wie lÀuft eine Darmspiegelung ab?

Bei einer Darmspiegelung wird nach Einnahme entsprechender AbfĂŒhrmittel zur Darmreinigung (in der Regel 1 bis 2 Liter AbfĂŒhrmittel plus 1 bis 2 Liter weitere FlĂŒssigkeit) ein flexibles Endoskop (Durchmesser 10 bis 12 Millimeter) in den After eingefĂŒhrt und die DarmoberflĂ€che genau inspiziert. Polypen werden in derselben Sitzung mittels Schlinge oder Zange abgetragen. Aus auffĂ€lligen Arealen kann eine Probe genommen werden. Die Untersuchung erfolgt ambulant bei niedergelassenen Gastroenterologen. Bei unauffĂ€lligem Befund dauert die Untersuchung in der Regel etwa 30 Minuten.

Ist eine Koloskopie schmerzhaft?

Heutzutage erhalten nahezu alle Patienten ein Schlafmittel (Sedierung) wÀhrend der Darmspiegelung, so dass die Untersuchung ohne Schmerzen ablÀuft.

In welchem Alter und in welchen AbstÀnden sollte eine Darmspiegelung erfolgen?

Im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge wird die Untersuchung fĂŒr MĂ€nner ab 50 Jahren, fĂŒr Frauen ab 55 Jahren empfohlen. Gibt es bei Eltern oder Geschwistern FĂ€lle von Darmkrebs, sollte eine erste Koloskopie zehn Jahre vor dem offiziellen Diagnosealter erfolgen, spĂ€testens zwischen 40 bis 45 Jahren. Bei unauffĂ€lligem Befund ist eine Wiederholung der Untersuchung alle zehn Jahre sinnvoll.

Stadien des Tumors: So entwickelt sich Darmkrebs

Um die passende Behandlung zu finden, ist es wichtig zu wissen, wie weit sich der Darmkrebs ausgebreitet hat. DafĂŒr gibt es eine Einteilung in Tumorstadien:

  • Stadium I: Der Krebs ist auf die Muskelschicht des Darms begrenzt.
  • Stadium II: Der Krebs hat die Ă€ußere Schicht der Darmwand erreicht oder ist in benachbartes Gewebe eingewachsen.
  • Stadium III: Der Krebs hat umliegende Lymphknoten befallen, aber keine anderen Organe.
  • Stadium IV: Der Krebs hat bereits andere Organe befallen und dort Metastasen gebildet.

Das Ärztliche Zentrum fĂŒr QualitĂ€t in der Medizin (ÄZQ) weist darauf hin, dass mit "frĂŒhem Stadium" die Stadien I, II und III gemeint seien. Die Prognosen in diesem Fall seien gĂŒnstig. Insgesamt lebten von 100 Menschen mit Darmkrebs nach fĂŒnf Jahren noch etwa 62.

Behandlung von Darmkrebs: Diese Therapien gibt es

Darmkrebs ist gut behandelbar. Voraussetzung fĂŒr eine Heilung ist, dass der Tumor vollstĂ€ndig entfernt wurde und der Krebs noch nicht gestreut hat. In einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium verfolgt die Behandlung das Ziel, den Krebs weitestgehend zu entfernen und eine weitere Ausbereitung des Tumors möglichst lange aufzuhalten. Damit kann bei vielen Patienten oft ĂŒber Jahre ein Leben mit guter LebensqualitĂ€t erreicht werden.

GrundsĂ€tzlich stehen Darmkrebspatienten verschiedene Therapien zur VerfĂŒgung, die von der Art und dem Stadium des Krebses sowie dem Allgemeinzustand des Patienten abhĂ€ngig sind:

  • die Operation
  • die Bestrahlung
  • die
  • die Behandlung mit Medikamenten

Wenn sich bei einer Darmspiegelung nicht alle Polypen sicher entfernen lassen oder die Laboranalyse der Gewebeproben ergab, dass ein Karzinom vorliegt, wird dem Patienten eine Operation empfohlen. In vielen FĂ€llen können die Ärzte bei einem solchen Eingriff das gesamte Tumorgewebe entfernen, sodass eine komplette Heilung möglich ist.

Loading...
Loading...
Loading...

Nachdem der Tumor bei der Operation entfernt wurde, wird sein Gewebe im Labor untersucht und klassifiziert. Von diesem Ergebnis hÀngt ab, ob und welche weiteren Behandlungen folgen. Oft ist auch eine Chemotherapie notwendig. Patienten mit einem Rektumkarzinom erhalten zudem hÀufig eine Bestrahlung.

Wenn der Darmkrebs bereits gestreut hat und sich Metastasen in anderen Körperregionen gebildet haben, besteht nach Auskunft des Krebsinformationsdienstes die Möglichkeit, neben der Chemotherapie auch sogenannte zielgerichtete Medikamente einzusetzen.

KĂŒnstlicher Darmausgang:
Obwohl sich die Operationsverfahren fĂŒr Darmkrebspatienten in den letzten Jahren verbessert haben, kann nicht immer vermieden werden, dass Patienten mit einem Rektumkarzinom einen kĂŒnstlichen Darmausgang (Stoma oder Anus Praeter) erhalten. Eine gute Nachsorge mit einer Stoma-Therapie kann helfen, mit der neuen Situation besser klar zu kommen. Bei anderen Patienten mit Dick- oder Enddarmkrebs kann ein vorĂŒbergehender kĂŒnstlicher Darmausgang notwendig werden. Wann das Stoma wieder zurĂŒckverlegt werden kann, hĂ€ngt von der individuellen Situation ab.

Ein großer HoffnungstrĂ€ger bei der Behandlung von Darmkrebs ist die sogenannte Immuntherapie. Sie befindet sich jedoch derzeit noch im Forschungsstadium, allerdings zeigen erste Studien an Patienten gute Ergebnisse.

FrĂŒherkennung und Vorsorge: Welche Möglichkeiten gibt es?

MĂ€nner haben ab dem 50. Lebensjahr und Frauen ab dem 55. Lebensjahr einen Anspruch auf regelmĂ€ĂŸige Untersuchungen zur Darmkrebsvorsorge. Die Kosten hierfĂŒr werden von den gesetzlichen wie auch von den privaten Krankenkassen ĂŒbernommen. Solche FrĂŒherkennungsuntersuchungen fĂŒr große Gruppen Gesunder bezeichnet man auch als "Screening".

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) schĂ€tzt die FrĂŒherkennung als wichtig und sinnvoll ein. Denn Darmkrebs, der in einem frĂŒhen Stadium erkannt wird, hat sehr gute Heilungschancen. Zudem können bei einer Darmspiegelung sogar Krebsvorstufen entfernt werden, bevor sie sich zu einem Tumor entwickeln.

Zur DarmkrebsfrĂŒherkennung gehören folgende Untersuchungen:

  • die Darmspiegelung (Koloskopie)
  • der immunologische Stuhltest (Okkultblut-Stuhltest)
  • Abtasten des Enddarms

Allerdings ist die Tastuntersuchung nicht mehr Teil des gesetzlichen Programms zur Darmkrebsvorsorge. Bei der Untersuchung können Ärzte unter UmstĂ€nden VerĂ€nderungen im letzten Darmabschnitt bemerken. Doch die Methode hat einen Nachteil: Tumore können auch in Darmabschnitten entstehen, die sich nicht ertasten lassen. Je nach Situation fĂŒhren Ärzte sie aber weiter durch, zum Beispiel bei der Untersuchung der Prostata bei MĂ€nnern oder bei Frauen bei gynĂ€kologischen Untersuchungen.

Wie lÀuft eine Darmspiegelung ab?

Die Grafik veranschaulicht, wie eine Darmspiegelung ablĂ€uft. Die Kosten fĂŒr die Vorsorgeuntersuchung werden bei MĂ€nnern ab dem 50. und bei Frauen ab dem 55. Lebensjahr von den Krankenkassen ĂŒbernommen.
Die Grafik veranschaulicht, wie eine Darmspiegelung ablĂ€uft. Die Kosten fĂŒr die Vorsorgeuntersuchung werden bei MĂ€nnern ab dem 50. und bei Frauen ab dem 55. Lebensjahr von den Krankenkassen ĂŒbernommen. (Quelle: Felix Burda Stiftung)

Bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) wird der gesamte Dickdarm mit dem Koloskop, einem speziellen Endoskop, untersucht. An seinem vorderen Ende ist eine kleine Kamera angebracht, die den Darm nach möglichen VerÀnderungen der Darmwand absucht.

Über den Schlauch des Koloskops kann der Arzt außerdem winzige GerĂ€te einfĂŒhren, um Gewebeproben aus auffĂ€llig verĂ€nderten Stellen im Darm zu entnehmen und Wucherungen (Polypen) sofort zu entfernen. Diese werden anschließend in ein Labor geschickt und untersucht. Enthalten sie Krebszellen, können diese genau klassifiziert werden. In den meisten FĂ€llen handelt es sich um Krebsvorstufen, die in diesem frĂŒhen Stadium heilbar sind.

Die Dauer der Behandlung betrÀgt in der Regel etwa 20 bis 30 Minuten. Falls der Arzt eine oder mehrere Gewebeproben entnimmt oder Polypen entfernt, dauert die Vorsorgeuntersuchung entsprechend etwas lÀnger.

Der immunologische Stuhltest

Wer eine FrĂŒherkennungskoloskopie ablehnt, kann alternativ alle zwei Jahre einen immunologischen Stuhltest machen lassen. Dadurch können kleinste Blutmengen nachgewiesen werden. Ein sicherer Nachweis von Darmkrebs oder dessen Vorstufen ist damit zwar nicht möglich. Allerdings können Blutspuren in der Stuhlprobe Hinweise auf Polypen oder Tumoren sein. Der Test ist daher eine wichtige Hilfe, um einen bösartigen Tumor oder Darmpolypen frĂŒhzeitig zu entdecken. Allerdings muss ein auffĂ€lliges Ergebnis immer mit einer Darmspiegelung abgeklĂ€rt werden.

FamiliĂ€res Darmkrebsrisiko: Vorsorge sollte frĂŒher beginnen

Bei etwa 30 Prozent der Darmkrebserkrankungen sind bereits Darmtumore bei anderen Familienmitgliedern aufgetreten. Dies bedeutet fĂŒr alle direkten Verwandten der Betroffenen – das sind Eltern, Geschwister und Kinder –, dass sie ein erhöhtes Risiko fĂŒr Darmkrebs haben. Bereits ein direkter Verwandter mit Darmkrebs erhöht das eigene Risiko fĂŒr die Entwicklung dieser Erkrankung um das Zwei- bis Dreifache.

Menschen mit einem erhöhten Krebsrisiko sollten daher mit den FrĂŒherkennungsmaßnahmen bereits frĂŒher beginnen. Ist ein naher Verwandter betroffen, haben sie zehn Jahre vor dem Diagnose-Alter ihres Angehörigen ein Anrecht auf eine Koloskopie, deren Kosten von der Krankenkasse ĂŒbernommen werden. Auch Patienten mit einer chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankung, etwa Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, können die Untersuchungen frĂŒher als gesetzlich vorgesehen wahrnehmen.

Weitere Artikel


PrĂ€vention: Was Sie fĂŒr Ihren Darm tun können

Auch wenn etwa jeder dritte Darmkrebs im Zusammenhang mit erblicher Veranlagung steht, kann jeder mit einem gesunden Lebensstil dazu beitragen, sein persönliches Krebsrisiko zu senken. Wichtig ist, dass man sich ausreichend bewegt und Übergewicht vermeidet. Eine ballaststoffreiche ErnĂ€hrung mit Vollkornprodukten, Obst, GemĂŒse und HĂŒlsenfrĂŒchten tut dem Darm gut. Fleisch sollte nur in Maßen auf dem Speiseplan stehen, Alkohol nur selten und in kleinen Mengen konsumiert werden. Auf Zigaretten verzichtet man am besten ganz.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Astrid Clasen
DeutschlandHeidelbergRKI

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website