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Hodenkrebs erkennen: Auf diese Symptome sollten Sie achten

Früherkennung durch Abtasten  

Hodenkrebs: Auf diese Symptome sollten Sie achten

29.06.2018, 11:22 Uhr | jlu

Hodenkrebs erkennen: Auf diese Symptome sollten Sie achten. Hodenkrebs trifft meist jüngere Männer. Erstes Anzeichen sind Verhärtungen oder Schwellungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hodenkrebs trifft meist jüngere Männer. Erstes Anzeichen sind Verhärtungen oder Schwellungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hodenkrebs ist bei den 20- bis 40-jährigen Männern die häufigste Tumorart – im Frühstadium aber fast immer heilbar. Auf welche Symptome Männer achten sollten. 

In Deutschland erkranken immer mehr Männer an Hodenkrebs (Hodenkarzinom). Rund 4.700 sind es jährlich, so Experten des Robert Koch-Instituts. Vor allem bei jungen Männern zwischen 20 und 40 Jahren tritt der bösartige Tumor auf. Dass etwas mit den Hoden nicht stimmt, können Betroffene meist selbst bemerken. 

Um die Krankheit möglichst früh zu erkennen, raten Mediziner zur Selbstuntersuchung: Männer ab 20 Jahren sollten ihre Hoden regelmäßig – mindestens alle sechs Monate – auf Veränderungen abtasten. Am besten geht das beim Duschen oder Baden, denn dann ist die Haut weich und entspannt. In der Regel treten die Symptome nur an einem der beiden Hoden auf. 

Hodenkrebs: Symptome lassen sich ertasten

Tastbare Verhärtungen oder Schwellungen am Hoden sind erste Anzeichen einer Krebserkrankung. Diese können sowohl schmerzlos als auch schmerzhaft sein. Ein Ziehen oder Schweregefühl im Hoden oder der Leiste sind ebenfalls typische Symptome. 

Zusätzlich kann es zur Ansammlung von Wasser um den Hoden kommen. Wenn Veränderungen am Hoden auftreten, die einer Entzündung gleichen, sich die Symptome aber nicht durch Antibiotika oder andere Medikamente behandeln lassen, könnte dies ebenfalls ein Hinweis auf ein Hodenkarzinom sein. 

Da sich die Krebserkrankung auch auf die Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron auswirkt, macht sich der Tumor meist auch durch vermindertes Lustempfinden oder Schmerzen in den Brustdrüsen bemerkbar. 

Symptome bei Hodenkrebs im Überblick:

  • tastbare Verhärtungen am Hoden
  • Schwellungen am Hoden
  • Schweregefühl oder Ziehen im Hoden oder in der Leiste
  • Vergrößerung einer oder beider Brustdrüsen
  • Schmerzen auf einer Brustseite
  • Ansammlung von Flüssigkeit um den Hoden (Hydrozele)
  • Veränderungen am Hoden, die auf eine Entzündung hindeuten, aber durch Antibiotika nicht verschwinden
  • Abnahme des sexuellen Verlangens (Libido)

Verlauf: Stadien beim Hodenkrebs

Im fortgeschrittenen Stadium können weitere Symptome in anderen Bereichen des Körpers auftreten, je nachdem wo der Tumor Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet. Nachdem der Tumor die Kapsel, die die Hoden umgibt, durchbrochen hat, befällt es zunächst benachbartes Gewebe, wie Nebenhoden und Samenstrang. 

Gelangen Krebszellen auch in die Lymphgefäße, verbreiten sich diese bis zu den Lymphknoten im hinteren Bauchraum, was Rückenschmerzen hervorruft. Über die Blutgefäße kann der Krebs ebenfalls andere Organe befallen. Bei Hodenkrebs bilden sich Metastasen besonders häufig in der Lunge, was zu Atemnot führen kann. 

Diagnose: Das macht der Arzt

Damit es nicht soweit kommt, ist es wichtig, mit Auffälligkeiten am Hoden sofort zum Arzt zu gehen. Denn im Frühstadium kann Hodenkrebs praktisch immer geheilt werden, so die Deutsche Krebsgesellschaft. Im fortgeschrittenen Stadium sind die Heilungschancen zwar noch gut, die Behandlung ist allerdings langwieriger.

Bei Verdacht auf Krebs tastet der Urologe zunächst die Hoden ab. Werden dabei ungewöhnliche Veränderungen festgestellt, folgt in der Regel eine Ultraschalluntersuchung sowie eine Untersuchung des Bluts auf bestimmte Tumormarker im Labor. Zur eindeutigen Diagnose ist eine Gewebeentnahme (Biopsie) notwendig. Um außerdem festzustellen, ob sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet haben, kommen bildgebende Verfahren, wie Ultraschall, Röntgen, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie zum Einsatz. 

Behandlung: Hodenkrebs fast immer heilbar

Fast immer wird der betroffene Hoden mitsamt Nebenhoden und Samenstrang operativ entfernt (Orchiektomie). Bei der anschließenden Therapie ist dann entscheidend, in welchem Stadium sich der Tumor befindet, und um welche Tumorart (Seminon oder Nicht-Seminon) es sich handelt.

Zur Erklärung: Die Hoden bestehen aus unterschiedlichen Zelltypen, aus denen sich jeweils bösartige Tumoren entwickeln können. In 90 Prozent der Fälle handelt es sich bei Hodenkrebs um sogenannte Keimzelltumoren. Diese entwickeln sich also in den Keimzellen (Seminome) des Hodens, aus denen auch die Samenzellen gebildet werden. Hat sich der Tumor hingegen aus mehreren Gewebearten gebildet, spricht man von Nicht-Seminom. Beide Arten werden unterschiedlich behandelt. 

Während bei einem Seminon nach der Operation eine Strahlentherapie oder Chemotherapie folgt, wird beim Nicht-Seminom keine Strahlentherapie eingesetzt, da die entsprechenden Zellen nicht strahlenempfindlich sind. Stattdessen steht die Entfernung von Lymphknoten aus dem hinteren Bauchraum zur Option.

Befindet sich der Tumor noch in einem frühen Stadium, beschränkt sich also nur auf den Hoden, besteht zudem die Möglichkeit, zunächst mit einer Strahlentherapie oder Chemotherapie noch abzuwarten und den Patienten in regelmäßigen Abständen zu untersuchen, ob sich Tochtergeschwülste gebildet haben (Überwachungsstrategie).

Gut zu wissen: Die Angst vieler Männer, mit nur einem Hoden impotent oder unfruchtbar zu werden, ist in den meisten Fällen unbegründet. Das tritt oft nur während der Therapie auf. Ist die Behandlung abgeschlossen, führen die meisten Patienten ein ganz normales Leben.

Ursachen: Erhöhtes Risiko durch Hodenhochstand

Die genauen Ursachen von Hodenkrebs sind bislang nicht geklärt. Doch es gibt bestimmte Risikofaktoren, die die Entstehung eines bösartigen Tumors im männlichen Hoden begünstigen. Neben genetischen Faktoren ist dies vor allem der Hodenhochstand: Einer oder beide Hoden befinden sich in solch einem Fall nicht im Hodensack, sondern in der Bauchhöhle. Selbst wenn der Hochstand im Kindesalter behoben wurde, besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko, in späteren Jahren an Hodenkrebs zu erkranken.

Eine eingeschränkte Fruchtbarkeit sowie eine angeborene Fehlanlage der Harnröhrenmündung, die sogenannte Hypospadie, können das Risiko für Hodenkrebs ebenfalls erhöhen. Möglicherweise spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. 

Verwendete Quellen:
  • Robert-Koch-Institut
  • Deutsche Krebsgesellschaft

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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