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Corona-Krise in den USA – Donald Trump warnt: Es werde "viele Tote geben"

Viele Opfer durch Coronavirus  

Trump schwört USA auf "schreckliche Zeiten" ein

06.04.2020, 21:26 Uhr | dpa, pdi, AFP

New York meldet mehr als 600 Tote in 24 Stunden

In den USA steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter kräftig an. Zuletzt wurde die Zahl von 300.000 Infizierten überschritten. Über 8.100 Menschen starben bislang an dem Virus. (Quelle: Reuters)

USA: New York hat mehr als 600 Tote in 24 Stunden gemeldet. (Quelle: Reuters)


Das Coronavirus breitet sich in den USA rasant aus. Die Regierung rechnet mit dramatisch ansteigenden Opferzahlen. Auch die Wirtschaft leidet. Jetzt sollen selbst gebastelte Masken helfen.

US-Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Epidemie auf "schreckliche Zeiten" eingeschworen. Es werde in den nächsten zwei Wochen "viele Tote geben, leider", sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Die kommende und die darauffolgende Woche würden vermutlich die schlimmsten sein, sagte Trump. Allein am Samstag kamen in den USA der Universität Johns Hopkins zufolge mehr als 1.000 Menschen infolge der Lungenerkrankung Covid-19 ums Leben. Die Zahl der bekannten Infektionen überschritt die Marke von 300.000 – deutlich mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Wie schlimm soll es denn noch werden?

Experten rechnen für die kommenden zehn Tagen mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Trumps Beraterin Deborah Birx verwies am Samstag erneut auf eine Modellrechnung, wonach diese bis Mitte April auf rund 2.600 Tote pro Tag ansteigen könnten. Dem Modell des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle zufolge würde die Opferzahl von derzeit 8.300 bis Ende April noch auf rund 70.000 ansteigen und sich ab Juni in den USA bei etwa 90.000 Toten stabilisieren. Bislang gibt es weltweit – inklusive stark betroffener Länder wie Italien und Spanien - rund 65.000 Tote.

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Wieso steigt die Opferzahl weiter an?

Patienten sterben typischerweise zwei bis drei Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die jüngsten Opfer haben sich zumeist infiziert, bevor die USA zu weitgehenden Schutzmaßnahmen griffen. In besonders betroffenen Bundesstaaten wie New York, Michigan und Louisiana sei in der nächsten Woche mit deutlich mehr Toten zu rechnen, erklärte Birx. Inzwischen haben die meisten Staaten Ausgangsbeschränkungen verhängt. Entscheidend sei es daher, dass die Zahl der Neuansteckungen jetzt bald zurückgehe, sagte Birx. Sobald dies der Fall sei, gebe es Licht am Ende des Tunnels, sagte sie.

Ein Krankenwagen in New York: in der US-Metropole ist die zahl der Infizierten besonders hoch. (Quelle: Reuters)Ein Krankenwagen in New York: in der US-Metropole ist die zahl der Infizierten besonders hoch. (Quelle: Reuters)

Wie ist die Lage in New York?

Der Ostküstenstaat New York und die gleichnamige Metropole sind derzeit am schlimmsten von der Coronavirus-Epidemie betroffen. Dort gab es bislang rund 113.000 bekannte Infektionen und rund 3.600 Tote. Gouverneur Andrew Cuomo erklärte, es werde händeringend daran gearbeitet, sich auf den bevorstehenden Höhepunkt der Epidemie vorzubereiten. "Je mehr Zeit wir haben, die Kapazität des Systems zu verbessern, desto besser", sagte er vor Journalisten. Er hoffe, dass New York die Epidemie dank der ergriffenen Schutzmaßnahmen bald überstehen könne. "Ich will, dass das alles vorbei ist", sagte er.

Was bedeutet das für die Wirtschaft?

Die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Epidemie hat drastische wirtschaftliche Folgen. Allein in der zweiten Märzhälfte haben in den USA rund 10 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt, die Konjunktur ist im freien Fall. Trump macht daher Druck, die Schutzmaßnahmen so bald wie möglich wieder zu lockern. "Wir müssen das Land wieder geöffnet kriegen", sagte er. "Die Medizin darf nicht schlimmer sein als das Problem selbst." Sobald das Land bei "voller Gesundheit" sei, würden Menschen wieder in Restaurants essen gehen, Reisen und Stadien besuchen, so Trump.

Wer hat wem etwas weggenommen?: Wegen der Corona-Krise gibt es in vielen Ländern Engpässe bei medizinischer Ausrüstung. (Quelle: imago images/photonews.at)Wer hat wem etwas weggenommen?: Wegen der Corona-Krise gibt es in vielen Ländern Engpässe bei medizinischer Ausrüstung. (Quelle: photonews.at/imago images)

Können Masken im Kampf gegen das Virus helfen?

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte gesunden Menschen ohne Symptome bislang explizit nicht dazu geraten, Masken zu tragen. Seit dem Wochenende heißt es nun aber, in der Öffentlichkeit sollten Stoffmasken getragen werden, die Mund und Nase abdeckten. Dies gelte vor allem in Supermärkten oder in Apotheken, wo es schwierig sei, stets genügend Distanz zu anderen Menschen zu halten. Die Empfehlung gilt demnach besonders für Gebiete, in denen es bereits viele Infektionen gibt. Die Schutzwirkung der nun empfohlenen improvisierten Masken ist indes umstritten.

Experten befürchten, dass eine Empfehlung zum Tragen von Schutzmasken eine verstärkte Nachfrage auslösen und damit den Mangel an Masken für Personal im Gesundheitswesen verschärfen könnte. Präsident Trump betonte daher, die Empfehlung beziehe sich auf Stoffmasken, die man etwa selbst zu Hause herstellen könne. Er selbst hat bereits klargestellt, dass er sich nicht an die Empfehlung seiner Regierung halten will. "Das ist freiwillig", sagte er am Freitagabend (Ortszeit). "Ich habe mich entschieden, es nicht zu tun."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa

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