• Home
  • Politik
  • Ausland
  • Nahost-Konflikt: Das Dilemma arabischer Länder nach den Abkommen mit Israel


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextKlima-Protest in Hamburg eskaliertSymbolbild für einen TextStartrainer kündigt Karriereende anSymbolbild für einen Text2. Liga: Darmstadt auf AufstiegsplatzSymbolbild für einen TextFrüherer Deutsche-Bank-Chef ist totSymbolbild für einen TextMerz kritisiert ARD und ZDFSymbolbild für einen TextLotto: aktuelle GewinnzahlenSymbolbild für einen TextTaliban gehen gegen Frauenprotest vorSymbolbild für einen TextModeratorin liebt "Bachelorette"-SiegerSymbolbild für einen TextDFB-Star trifft bei Bundesliga-RückkehrSymbolbild für einen TextAngelina Jolie weint fast wegen TochterSymbolbild für einen TextWaldbrand in Hessen – Sechs VerletzteSymbolbild für einen Watson TeaserGriechenland: Einschränkung für ReisendeSymbolbild für einen TextÜberbein behandeln

Das Dilemma arabischer Länder nach den Abkommen mit Israel

Von dpa
Aktualisiert am 23.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Der bahrainische Außenminister Abdullatif bin Rashid Al Zayani (l-r), Israels Premier Benjamin Netanjahu, der damalige US-Präsident Donald Trump und der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Abdullah bin Zayed Al Nahyan, im vergangenen September vor dem Weißen Haus in Washington.
Der bahrainische Außenminister Abdullatif bin Rashid Al Zayani (l-r), Israels Premier Benjamin Netanjahu, der damalige US-Präsident Donald Trump und der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Abdullah bin Zayed Al Nahyan, im vergangenen September vor dem Weißen Haus in Washington. (Quelle: Shealah Craighead/White House/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Abu Dhabi (dpa) - An einem sonnigen Tag im September trat der damalige US-Präsident Donald Trump auf den Balkon des Weißen Hauses und kündigte nicht weniger an als den "Beginn eines neuen Nahen Ostens".

Gemeint waren die von Washington vermittelten, sogenannten Abraham-Abkommen der Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrains mit Israel über eine Normalisierung ihrer Beziehungen. Laut Trump sollten sie "Grundlage für umfassenden Frieden in der gesamten Region" werden. Bald zogen der Sudan und Marokko mit ähnlichen Abkommen nach.

Acht Monate später - und nach tödlichen Angriffen und Zusammenstößen in Israel, dem Gazastreifen und dem Westjordanland - scheint von dieser Hoffnung nicht viel übrig zu sein. Der erneut eskalierte Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat wieder hohe Wellen geschlagen in der arabischen Welt, vor allem über die Grenzen nach Jordanien, Syrien und zum Libanon. Dort leben nach UN-Angaben insgesamt rund 3,2 Millionen palästinensische Flüchtlinge.

Die Emirate, Bahrain, Marokko und den Sudan hat der Konflikt in ein neues diplomatisches Dilemma geführt. Einerseits können sie den neuen Dialog mit Israel nicht durch zu scharfe Kritik gefährden. Zugleich können sie ihre lange Unterstützung der Palästinenser nicht einfach aufgeben. Bewohner der Emirate und Bahrains zeigten sich in sozialen Netzwerken rasch solidarisch mit ihren arabischen Schwestern und Brüdern etwa in Ost-Jerusalem, wo palästinensischen Familien im arabischen Viertel Scheich Dscharrah die Zwangsräumung droht.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Da wird einem extrem schlecht"


Vor allem die Emirate und Bahrain stünden jetzt "ziemlich schwach" da, sagt Colin Clarke von der privaten Soufan Group, die weltweit Sicherheitslagen analysiert. "Sie haben den Abkommen zugestimmt, haben aber buchstäblich null Einfluss auf die Israelis. Gleichzeitig ist ihre Kritik an Israel wegen der Abkommen wenig glaubhaft." Die mit großen Tönen verkündeten Vereinbarungen seien ohnehin "im Wesentlichen PR" gewesen, sagt Clarke der Deutschen Presse-Agentur.

Entsprechend zurückhaltend wirkte die Rhetorik während der Kämpfe zwischen Israel und der militanten Hamas. Kritik an Israel nach Zusammenstößen vor der Al-Aksa-Moschee seien "selbstverständlich" gewesen, sagt Zaha Hassan vom Thinktank Carnegie der "New York Times" - sie ereigneten sich im Ramadan-Monat an einer der für Muslime heiligsten Stätten. Die Stellungnahme des emiratischen Außenministers Abdullah bin Sajid etwa, der erst Tage später "alle Parteien" zu einer Feuerpause, dem Beginn eines politischen Dialogs und "höchster Zurückhaltung" aufrief, kam aber gemäßigt daher.

Die Abraham-Abkommen - benannt nach dem Stammvater von Juden, Muslimen und Christen - halfen auch kaum weiter, weil die Palästinenserfrage darin bewusst beiseite geschoben worden war. Die Staaten hatten andere Ziele: Bahrain und die Emirate wollten wegen des gemeinsamen Erzfeindes Iran näher an Israel heranrücken. Sie empfinden den wachsenden Einfluss Teherans (sowie auch den der Türkei) in Teilen der arabischen und muslimischen Welt als Bedrohung, ähnlich wie Saudi-Arabien. Israel und die Emirate hatten schon seit Jahren in Sicherheitsfragen verdeckt zusammengearbeitet.

Marokko wiederum wollte seinen Anspruch auf die Westsahara durch die USA anerkennen lassen - im Gegenzug für eine nur schwache Anerkennung Israels. Rabat ließ in Israel zwar ein Verbindungsbüro öffnen, eine Botschaft ist aber nicht geplant. Der Sudan wiederum stand unter Druck und stimmte dem Israel-Abkommen vor allem zu, um endlich den US-Sanktionen zu entkommen. Wirtschaftliche Vorteile erhoffen sich alle Beteiligten, sei es durch Investitionen, Handel oder Partnerschaften in Bildung und Wissenschaft. Schon vorher zog es Tausende Touristen etwa aus Tel Aviv nach Dubai oder Marrakesch.

Offiziell haben Israel nach Ägypten (1979) und Jordanien (1994) nun sechs arabische Staaten anerkannt. Weitere Abkommen scheinen vorerst nicht in Sicht. Die vier neuen Länder haben Israel in der Region erstarken und die traditionellen Linien arabischer Länder in Nahost und Nordafrika weiter aufbrechen lassen. Ihr Argument, durch die neuen Abkommen mehr Einfluss auf Israel zu haben, hat sich nicht bewahrheitet. Die jüngste Waffenruhe vermittelte maßgeblich Ägypten, das schon 2014 als Mediator aufgetreten war.

Gleichzeitig rücken die arabischen Länder wieder enger zusammen. Die 22 Staaten zählende Arabische Liga forderte den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zuletzt auf, wegen "Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit" gegen Israel zu ermitteln. Es gehe um "seit Jahrzehnten fehlende" Gerechtigkeit.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
Von Nora Schiemann, Iliza Farukshina
Abu DhabiBenjamin NetanjahuDonald TrumpFlüchtlingeIsraelJordanienLibanonMarokkoSyrienWashington
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website