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RTL-Doku "Eine gefährliche Freundschaft": Das verbindet Putin und Schröder


Feiern, Kinder, Posten – das verbindet Putin und Schröder

Von Charlotte Zink

Aktualisiert am 11.03.2022Lesedauer: 3 Min.
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Gerhard Schröder und Wladimir Putin bei einem Treffen in Russland (Archivbild): Die beiden verbindet eine lang Freundschaft.
Gerhard Schröder und Wladimir Putin bei einem Treffen in Russland (Archivbild): Die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft. (Quelle: ITAR-TASS/imago-images-bilder)
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Eine RTL-Reportage hat die Freundschaft zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und Ex-Kanzler Gerhard Schröder unter die Lupe genommen. Auch seine Kinder wurden nicht ausgelassen.

Ohne die Kenntnis der Bundesregierung ist Altkanzler Gerhard Schröder offenbar am Donnerstag nach Russland gereist, um sich dort mit Kremlchef Wladimir Putin zu treffen. Auf eigene Faust will er wohl im Gespräch mit seinem Duzfreund als Vermittler im Ukraine-Krieg agieren. RTL hat am Donnerstagabend in der Kurzreportage "Putin & Schröder – Eine gefährliche Freundschaft" nachgezeichnet, woher die engen Bande der beiden Politiker stammen.

Dabei ging es auch um Parallelen in den Biografien: Sowohl Schröder als auch Putin wuchsen in einfachen Verhältnissen auf und verfolgten als Erwachsene mit großem Ehrgeiz ihre politischen Karrieren.

Der Sozialdemokrat mit der Zigarre

Auf dem Zenit angekommen, etablierte Schröder dann einen Stil, der von seiner Herkunft wenig erahnen ließ: Er feierte seine Wahl zum Bundeskanzler 1998 im Luxusanzug mit Cohiba-Zigarre.

Die "königliche Inszenierung", die er in folgenden Jahren in Putins Gegenwart erfuhr, dürfte ihm gefallen haben, analysierte Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke. Er verwies etwa auf ein Zusammentreffen der beiden Staatsmänner im Jahr 2001, bei welchem sie von Kameras begleitet mit ihren Ehefrauen im Schlitten zu einer Zarenresidenz gefahren wurden.

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Andere Gelegenheiten, bei denen Putin und Schröder freundschaftliche Bande in gediegener Kulisse zur Schau stellten, waren sowohl die Feier zum 60. als auch die zum 70. Geburtstag des Ex-Kanzlers.

"Beide sind kleine Männer"

SPD-Politikerin Gesine Schwan, die damals zu Gast beim 60. Geburtstag ihres Parteigenossen war, erwähnte in diesem Zusammenhang noch eine weitere Parallele zwischen Putin und Schröder: "Es ist ein Teil ihrer Gemeinsamkeit, dass sie beide kleine Männer sind", so Schwan über die Körpergröße der zwei Staatsmänner. Auch das habe möglicherweise die Bande der beiden gefestigt.

Gemeinsame Feiern sind jedoch nicht die persönlichste Verbindung zwischen Putin und Schröder, wie die Spiegel-TV-Reportage aufzeigte. 2004 ließ Putin seine Kontakte spielen, um Schröder und seiner damaligen Ehegattin bei der Adoption eines Mädchens aus Russland zu helfen. Die Ehe war bis dahin kinderlos geblieben. Später adoptierte Schröder auch noch einen Jungen aus Russland.

Kiesewetter: Putin hat Abhängigkeiten geschaffen

Mit einer derartigen Involvierung in sein Privatleben habe Putin damals nach alter KGB-Masche Verhältnisse und Abhängigkeiten zwischen ihm und Schröder geschaffen, analysierte CDU-Politiker Roderich Kiesewetter.

Wie die Reportage zeigte, wurde auch Deutschland in den folgenden Jahren immer abhängiger von Russland. Mit Blick auf die Besiegelung des Baus der Gaspipeline Nord Stream 1 kurz vor Schröders Abwahl als Bundeskanzler 2005, machte Kiesewetter deutlich: "Man hätte sich von Russland unabhängiger machen sollen."

Dass zwischen Schröder und Putin bis heute eine Verbindung besteht, die mehr als nur freundschaftlich ist, zeigen die Posten, die der Altkanzler in vom russischen Staat kontrollierten Konzernen innehat. Für das große Geld mit Putin zusätzlich zur Bundeskanzler-Rente hatte sich Schröder schon bald nach seiner Abdankung entschieden.

Schwan warnte Schröder vor Amt als Aufsichtsrat

2006 wurde er zum Aufsichtsratsvorsitzenden der North European Gas Pipeline Company gewählt, die mehrheitlich Gazprom gehört. In einem Brief habe sie Schröder damals gebeten, den Posten nicht anzunehmen, erinnerte sich SPD-Politikerin Schwan. Doch zurück sei lediglich ein Schreiben gekommen, das ihr nahegelegt habe, sie brauche sich keine Sorgen zu machen.

Hinsichtlich Schröders heutiger Verbindung zu russischen Staatskonzernen erklärte Kiesewetter, man habe es damals versäumt, mit Sanktionen gegen den Altkanzler und sein Umfeld zu reagieren.

Ob der ehemalige Bundeskanzler die tiefe geschäftliche und persönliche Nähe zu Putin bei den aktuellen Gesprächen in Moskau nutzen kann, bleibt abzuwarten. Laut RTL-Korrespondent Rainer Munz war er in Berlin von einem russischen Jet abgeholt worden. SPD-Kanzler Olaf Scholz wollte sich zu den Berichten über das Treffen mit Putin in Moskau nicht äußern.

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Verwendete Quellen
  • RTL "Putin & Schröder – Eine gefährliche Freundschaft"
  • Nachrichtenagentur dpa
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