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Ukraine meldet MilitĂ€rerfolge im SĂŒden – Das Wichtigste der Nacht

Von dpa
Aktualisiert am 02.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Wolodymyr Selenskyj zeichnet Soldaten aus (Archivbild): Die Ukraine meldet militĂ€rische Erfolge im SĂŒden.
Wolodymyr Selenskyj zeichnet Soldaten aus (Archivbild): Die Ukraine meldet militĂ€rische Erfolge im SĂŒden. (Quelle: Ukraine Presidency)
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Nach der Evakuierung von rund 100 Zivilisten aus dem Stahlwerk in Mariupol hoffen die verbliebenen Menschen auf eine Fortsetzung der Aktion. Deutschland macht Druck beim Ölembargo.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat sich erfreut ĂŒber die erfolgreiche Evakuierung von Zivilisten aus dem schwer umkĂ€mpften Werk Asowstal in der Hafenstadt Mariupol geĂ€ußert und hofft auf eine Fortsetzung der Rettungsaktion am Montag. WĂ€hrend Selenskyj die Kriegsstrategie Russlands als sinnlos bezeichnete, machte Russlands Außenminister Sergej Lawrow abermals die USA als Ursache allen Übels aus. Bundeskanzler Olaf Scholz will sich am Montagabend im ZDF zum russischen Angriff auf die Ukraine Ă€ußern.

Selenskyj hofft auf Fortsetzung der Evakuierung aus Mariupol

"Ich hoffe, dass morgen (Montag) alle notwendigen Bedingungen erfĂŒllt sind, um weiterhin Menschen aus Mariupol zu evakuieren", sagte Selenskyj am Sonntagabend in seiner tĂ€glichen Videobotschaft. "Wir werden weiterhin alles tun, um unsere Leute aus Asowstal und aus Mariupol insgesamt zu evakuieren", sagte er.

Ein Buskonvoi hatte am Wochenende rund 100 Zivilisten aus dem von russischen Soldaten belagerten Stahlwerk Asowstal gebracht. Beteiligt waren auch die Vereinten Nationen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Nach ukrainischen Angaben sollen allein in den Bunkeranlagen des Stahlwerks noch etwa 1.000 Zivilisten eingeschlossen sein. Russland spricht von etwa 2.500 Menschen, darunter MilitÀrs und auslÀndische Söldner.

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Selenskyj: Russlands Kriegsstrategie gibt RĂ€tsel auf

Selenskyj sieht infolge der seit zwei Monaten laufenden Invasion der russischen Armee in seinem Land auf beiden Seiten nur Verlierer. "Wie sie ihre Ziele auswĂ€hlen, beweist einmal mehr, dass der Krieg gegen die Ukraine ein Vernichtungskrieg fĂŒr die russische Armee ist", sagte Selenskyj am Sonntagabend in seiner tĂ€glichen Videoansprache. Neben den Angriffen auf zivile Objekte und Wohngebiete wĂŒrden inzwischen Getreidelager und landwirtschaftliche Betriebe vernichtet.

"Was könnte Russlands strategischer Erfolg in diesem Krieg sein? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht", sagte Selenskyj. Das zerstörte Leben der Menschen und verbranntes oder gestohlenes Eigentum brĂ€chten Russland nichts. "Es wird nur die ToxizitĂ€t des russischen Staates und die Zahl derer in der Welt erhöhen, die daran arbeiten, Russland zu isolieren."

Baerbock wirbt fĂŒr Ölembargo

Deutschland befĂŒrwortet nach Angaben von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) ein Ölembargo der EU gegen Russland. "Wir werben auch innerhalb der EU dafĂŒr, jetzt im sechsten Sanktionspaket der EU den Ölausstieg als EuropĂ€er gemeinsam zu gehen", sagte Baerbock am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". Lesen Sie hier mehr dazu.

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Berichte: Russische Angriffe Richtung Saporischschja abgewehrt

Ukrainische StreitkrĂ€fte haben nach eigener Darstellung eine Reihe russischer Angriffe in Richtung der Großstadt Saporischschja im SĂŒden des Landes abgewehrt und die Fronten sĂŒdöstlich der Stadt stabilisiert. Die inzwischen eingetretene Kampfpause werde genutzt, um die Abwehrstellungen zu festigen, berichtete die Agentur Unian am Sonntagabend unter Berufung auf die regionale Zivil- und MilitĂ€rverwaltung. Russische Einheiten hĂ€tten östlich von Saporischschja mehrfach erfolglos versucht, ukrainische Truppen einzukesseln.

Kiew: Russischer Spion in ukrainischem Generalstab entlarvt

Die ukrainischen Sicherheitsbehörden hoben zudem nach eigener Darstellung einen Ring russischer Agenten aus. Einer der Spione habe sogar im ukrainischen Generalstab gearbeitet, sagte Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch in der Nacht zum Montag nach Angaben der Agentur Ukrinform. Über die genaue Zahl der Mitglieder des Spionagerings machte er keine Angaben.

Arestowytsch nannte jedoch eines ihrer angeblichen Ziele. "Diese Genossen sollten ein Passagierflugzeug ĂŒber Russland oder Belarus abschießen und anschließend die Ukraine dafĂŒr verantwortlich machen", sagte er. FĂŒr diese Aktion sollten demnach Flugabwehrraketen aus ukrainischen BestĂ€nden eingesetzt werden.

Explosionen erschĂŒttern russische Stadt Belgorod

Die sĂŒdrussische Stadt Belgorod unweit der Grenze zur Ukraine wurde in der Nacht zum Montag von zwei schweren Explosionen erschĂŒttert. Bislang gebe es keine Berichte ĂŒber SchĂ€den oder Opfer, sagte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow laut der russischen Staatsagentur Tass. Allerdings gebe es Berichte in sozialen Medien ĂŒber Blitze am Himmel. Auf Twitter wurden Videoaufnahmen und Berichte ĂŒber angebliche ukrainische Drohnen ĂŒber Belgorod und den Einsatz der regionalen Flugabwehr verbreitet, deren Echtheit zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig bestĂ€tigt werden konnte. Seit Tagen hĂ€ufen sich Berichte ĂŒber angebliche Angriffe des ukrainischen MilitĂ€rs auf Ziele in Russland.

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Lawrow: Nato und EU haben Vorherrschaft Washingtons akzeptiert

Die Nato und die EU haben sich nach Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow offenbar damit abgefunden, dass die USA das Sagen auf internationaler BĂŒhne haben. Das sagte Lawrow am Sonntagabend in einem Interview der italienischen TV-Gesellschaft Mediaset, das auch von Tass verbreitet wurde. Er sei ĂŒberzeugt, dass alle LĂ€nder der Meinung seien, dass man ausschließlich auf die USA hören solle. "Und sowohl die Nato als auch die EuropĂ€ische Union haben sich damit abgefunden, dass ihr "Hausherr" in Washington sitzt", sagte Lawrow weiter. "Und in Washington haben sie beschlossen, dass die Welt nun monopolar sein muss, davon reden sie stĂ€ndig."

In dem Interview unterstellte Lawrow sowohl den USA als auch Kanada, fĂŒr die Ausbildung "neonazistischer Unterabteilungen" verantwortlich zu sein, die ihren Weg in die Reihen der ukrainischen Armee gefunden hĂ€tten. Damit meinte Lawrow in erster Linie das Regiment "Asow", dessen verbliebene KĂ€mpfer sich in dem Werk Asowstal in der Hafenstadt Mariupol verschanzt haben.

Baerbock: Ohne schwere Waffen wĂ€re Leid der Ukrainer grĂ¶ĂŸer

Außenministerin Annalena Baerbock verteidigte die Entscheidung der Bundesregierung zur Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. "Wir tragen auch Verantwortung fĂŒr Nicht-Handeln", sagte die GrĂŒnen-Politikerin am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". "Wenn wir jetzt die Entscheidung getroffen hĂ€tten, wir wĂŒrden keine weiteren Waffen, keine schweren Waffen liefern, dann wĂŒrden wir weitere Orte in der Ukraine in die HĂ€nde des russischen PrĂ€sidenten geben. (...) Wenn wir nichts tun wĂŒrden, dann wĂ€re das Leid der Ukrainerinnen und Ukrainer noch viel, viel schlimmer."

Das wird heute wichtig

Bundeskanzler Olaf Scholz wird sich zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Ă€ußern. Der SPD-Politiker ist am Montagabend um 19.20 Uhr zu Gast in der ZDF-Sendung "Was nun, ....?". In BrĂŒssel beraten die Energieminister der EU-Staaten am Montag bei einem Sondertreffen ĂŒber den Umgang mit Russlands Stopp von Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien. Bei den GesprĂ€chen soll es insbesondere um die Frage der Versorgungssicherheit gehen.

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Von Patrick Diekmann
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