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Werk von deutschem Gips-Hersteller bombardiert

Von dpa
Aktualisiert am 18.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Russischer Kampfhubschrauber Mi-28 feuert TÀuschflugkörper ab.
Russischer Kampfhubschrauber Mi-28 feuert TÀuschflugkörper ab. (Quelle: Panthermedia/imago-images-bilder)
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Die Ukraine will die im Asow-Stahlwerk verbliebenen Soldaten aus Mariupol retten. Im Osten wurde eine Gipsfabrik von Knauf von der russischen Luftwaffe bombardiert. Ein Überblick.

Nach der Evakuierung von Hunderten ukrainischen Soldaten aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol bleibt die Lage der verbliebenen Verteidiger der Stadt in der riesigen Industrieanlage unklar. PrÀsident Wolodymyr Selenskyj sagte, in die Anstrengungen zu ihrer Rettung seien einflussreiche internationale Vermittler eingeschaltet. Im Osten der Ukraine gehen die KÀmpfe weiter, in anderen Regionen gibt es russische Luftangriffe.


Russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine: Eine Chronologie in Bildern

Mehrere Wochen dauert der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine nun schon an. Mit jedem Tag steigt die Anzahl der Toten, Vertriebenen und zerstörten Ortschaften. Ein Überblick ĂŒber die Geschehnisse seit Beginn der Invasion. Im
21. Februar: Russlands PrÀsident Wladimir Putin erkennt die selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine als unabhÀngige Staaten an. Tags darauf stimmt das russische Parlament zu. Soldaten sollen in die Separatistengebiete entsandt werden.
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Am Mittwoch verkĂŒndete Russland, 959 ukrainische Soldaten aus dem Asow-Stahlwerk hĂ€tten sich "ergeben", 694 davon in den vergangenen 24 Stunden. Kiew hat die Zahl bisher nicht bestĂ€tigt. Der ukrainische Generalstab sprach am Dienstag von 260 KĂ€mpfern, die das Stahlwerk verlassen haben und sich nun in russischer Gefangenschaft befinden.

Kiew hofft auf einen spĂ€teren Austausch gegen russische Kriegsgefangene, Russlands MilitĂ€r ließ einen solchen Schritt zunĂ€chst offen. Moskau veröffentlichte ein Video, das die Gefangennahme der Ukrainer, medizinische Behandlung sowie den Abtransport von Verletzten zeigen soll. 53 Soldaten sollen schwer verwundet sein.

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Russischer Vize-Regierungschef im besetzten Cherson

Russland zeigt sich entschlossen, das besetzte Gebiet Cherson in der SĂŒdukraine an sich zu binden. Die Region um die Hafenstadt werde einen "wĂŒrdigen Platz in unserer russischen Familie" einnehmen, sagte Russlands Vize-Regierungschef Marat Chusnullin bei einem Besuch in Cherson am Dienstag. Man werde kĂŒnftig zusammenleben und -arbeiten, zitierte ihn die russische Staatsagentur Ria Nowosti.

Russland fĂŒhrte in der Region zum 1. Mai bereits den russischen Rubel als offizielles Zahlungsmittel ein. Der Vizechef der prorussischen Verwaltung von Cherson, Kirill Stremoussow, brachte vor einigen Tagen ein formelles Beitrittsgesuch an Kremlchef Wladimir Putin ins GesprĂ€ch. Den Verzicht auf ein zuvor erwogenes Referendum begrĂŒndete er damit, dass ein solcher Volksentscheid auf der von Russland 2014 annektierten Halbinsel Krim international nicht anerkannt wurde. Die ukrainische Regierung zeigt sich dagegen ĂŒberzeugt, dass eine Russifizierung des Gebiets Cherson scheitern werde.

In dem zwischen russischen und ukrainischen Truppen umkĂ€mpften Gebiet Donezk sind am Dienstag nach Behördenangaben sieben Zivilisten getötet worden. Sechs weitere seien verletzt worden, teilte der ukrainische MilitĂ€rgouverneur Pawlo Kyrylenko beim Nachrichtendienst Telegram mit. Er warf russischen Truppen vor, die Menschen getötet zu haben. Selenskyj zĂ€hlte Raketenangriffe und Bombardements in den Gebieten Lwiw, Sumy, Tschernihiw und Luhansk auf. Das russische MilitĂ€r wolle damit die Misserfolge im Osten und SĂŒden kompensieren.

Werk von deutschem Gips-Hersteller bombardiert

In der Ostukraine wurde nach ukrainischen Angaben eine stillgelegte Gipsfabrik des deutschen Unternehmens Knauf von der russischen Luftwaffe bombardiert. "Durch die LuftschlÀge wurden GeschÀftsrÀume beschÀdigt, und es brach Feuer aus", schrieb der MilitÀrgouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, im Nachrichtendienst Telegram. Es sei niemand verletzt worden.

Knauf hatte das Werk kurz nach der russischen Invasion stillgelegt. Das Unternehmen bestÀtigte am Dienstagabend, das Werk in Soledor im Donbass sei von einer Rakete getroffen und in Brand gesetzt worden.

Selenskyj nennt GesprÀch mit Scholz "recht produktiv"

Nach Spannungen im VerhÀltnis zwischen Kiew und Berlin hat der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj sein Telefonat mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als "recht produktiv" bezeichnet.

Man habe unter anderem ĂŒber militĂ€rische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine gesprochen, teilte Selenskyj in der Nacht zum Mittwoch in seiner tĂ€glichen Videoansprache mit. Er habe Scholz ĂŒber die aktuelle militĂ€rische Lage und ihre mögliche kĂŒnftige Entwicklung informiert, sagte der PrĂ€sident. Lesen Sie hier mehr dazu.

Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron versprach seinem ukrainischen Amtskollegen indes deutlich mehr militĂ€rische Hilfe. Laut einer Mitteilung des ElysĂ©e-Palastes sagte Macron am Dienstag in einem gemeinsamen TelefongesprĂ€ch, die Waffenlieferungen aus Paris wĂŒrden "in den kommenden Tagen und Wochen an IntensitĂ€t gewinnen".

USA richten Beobachtungsstelle ein

Angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine haben die USA eine Konfliktbeobachtungsstelle gestartet. Das neue Conflict Observatory soll sicherstellen, "dass von Russlands Truppen begangene Verbrechen dokumentiert und die TĂ€ter zur Verantwortung gezogen werden", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington.

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Das Programm werde unter anderem Informationen und Beweise fĂŒr "GrĂ€ueltaten, Menschenrechtsverletzungen und die BeschĂ€digung der zivilen Infrastruktur" erfassen, analysieren und veröffentlichen. Berichte wĂŒrden kĂŒnftig auf der Webseite ConflictObservatory.org gepostet.

Das wird am heutigen Mittwoch wichtig

  • Schweden und Finnland reichen ihre Nato-MitgliedsantrĂ€ge gemeinsam in BrĂŒssel ein. Die nordischen LĂ€nder geben damit ihre lange Tradition der militĂ€rischen BĂŒndnisfreiheit auf.
  • Die EU-Kommission legt ihre Strategie vor, wie die EuropĂ€ische Union unabhĂ€ngig von fossilen Brennstoffen aus Russland werden kann. DafĂŒr will die Behörde ehrgeizigere Ziele fĂŒr den Ausbau erneuerbarer Energien sowie beim Energiesparen setzen.
  • In der Ukraine soll der erste Prozess gegen einen russischen Soldaten wegen des Vorwurfs von Kriegsverbrechen beginnen.
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