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Der Pastor, der die Krise ausl├Âste

  • Patrick Diekmann
Von Patrick Diekmann

Aktualisiert am 02.08.2018Lesedauer: 3 Min.
Andrew Craig Brunson vor seinem Haus in Izmir: Der Pastor aus den USA sitzt seit knapp 22 Monaten in t├╝rkischer Untersuchungshaft.
Andrew Craig Brunson vor seinem Haus in Izmir: Der Pastor aus den USA sitzt seit knapp 22 Monaten in t├╝rkischer Untersuchungshaft. (Quelle: ap-bilder)
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Andrew Brunson lebt seit ├╝ber zwei Jahrzehnten mit seiner Familie in der T├╝rkei. Seit knapp zwei Jahren sitzt der

Verh├Ąrtete Fronten zwischen US-Pr├Ąsident Donald Trump und seinem t├╝rkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan: Die USA haben Sanktionen gegen den t├╝rkischen Justizminister Abd├╝lhamit G├╝l und Innenminister Soylu verh├Ąngt. Sie sollen "f├╝hrende Rollen" im Fall des US-Pastors Andrew Brunson gespielt haben.

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Der Streit um den 50-j├Ąhrigen US B├╝rger eskaliert damit weiter. Auch Ankara versch├Ąrft den Ton: Die T├╝rkei werde den als Putschverschw├Ârer gesuchten islamischen Prediger Fethullah G├╝len aus den USA "holen", k├╝ndigte Innenminister S├╝leyman Soylu an. Brunson ist demnach nicht nur ein Gefangener, sondern ein politisches Faustpfand. "Gebt uns den zur├╝ck, dann geben wir euch ihn (Brunson) zur├╝ck", sagte der t├╝rkische Staatspr├Ąsident k├╝rzlich bei einer Rede.

Die Vorw├╝rfe gegen Brunson wiegen schwer: Der Geistliche soll das Ziel eines christlichen Kurdistans in der T├╝rkei verfolgt haben. Dies behauptet zumindest die t├╝rkische Staatsanwaltschaft in Izmir. Daf├╝r soll er enge Kontakte zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gehabt haben. Aber damit nicht genug. Beim Putschversuch vor zwei Jahren soll Brunson angeblich mit Hilfe der CIA die G├╝len-Bewegung und die Putschisten unterst├╝tzt haben. Ihm drohen bis zu 35 Jahre Gef├Ąngnis.

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Seit 22 Monaten in Haft

Terrorvorw├╝rfe sind in der T├╝rkei nichts Ungew├Âhnliches. Nach dem Putschversuch wurden w├Ąhrend des zwei Jahre andauernden Ausnahmezustands zehntausende angebliche G├╝len-Anh├Ąnger inhaftiert. Auch nach Ende des Notstands, der am 19. Juli ausgelaufen war, gingen die Verhaftungen in der T├╝rkei weiter.

Trump und Erdogan bei einem Treffen im September: Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind auf einem Tiefpunkt angelangt.
Trump und Erdogan bei einem Treffen im September: Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind auf einem Tiefpunkt angelangt. (Quelle: Tatyana Zenkovich/Reuters-bilder)

Auch Ausl├Ąnder mit t├╝rkischen Wurzeln wurden, vermutlich unschuldig, immer wieder Opfer der t├╝rkischen Justiz. Erdogan benutzte sie teilweise als au├čenpolitisches Druckmittel und auch gegen Brunson wurden bislang keine Beweise vorgelegt.

Der US-Pastor ist nun seit knapp 22 Monaten in Haft ÔÇô vor einem Monat musste er aus gesundheitlichen Gr├╝nden aus dem Gef├Ąngnis verlegt werden und lebt seitdem unter Hausarrest.

Kirche in einer Mietwohnung

Seine T├Ątigkeit als Pastor macht den Fall noch brisanter: Preston lebt schon seit 1993 mit seiner Frau in Izmir ÔÇô seine drei Kinder sind in der T├╝rkei aufgewachsen. Der 50-J├Ąhrige aus Black Mountain in North Carolina ist im Land missionarisch t├Ątig und geh├Ârt der "Evangelical Presbyterian Church" in den USA an. In Izmir ist er Pastor an der "Dirili┼č Kilisesi" (Auferstehungskirche).

Als Missionar war er jedoch wenig erfolgreich. Die Gottesdienste finden nicht in einer gro├čen Kirche, sondern in einem Raum in einem Mietshaus statt. Zusammen mit seiner Frau leitet er von dort die kleine Gemeinde. Im Streit zwischen Erdogan und Trump steht auch die Religion im Fokus. Trump nannte zuletzt Brunson einen "gro├čen Christen, Familienmann und einen wundervollen Menschen".

In der T├╝rkei dagegen sind christliche Missionare ├Ąu├čerst unbeliebt. Im Streit um den Pastor wirft Erdogan den USA eine "evangelikale, zionistische Mentalit├Ąt" vor. Auch wenn die T├Ątigkeit Missionar seit ├╝ber einem Jahrzehnt nicht mehr verboten ist, gab es auch danach noch Morde an Missionaren im Land. So wurden 2007 ein deutscher und zwei t├╝rkische Christen get├Âtet.

"Ich f├╝hle mich schwach"

Die Situation im Fall Brunson ist verfahren. Seine Kinder, die mittlerweile in den USA leben, setzen sich f├╝r ihren Vater ein. Seine Tochter sprach vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf und protestierte gegen die Verhaftung. Seine Frau wurde nach kurzer Zeit wieder freigelassen und beteuerte vor Gericht schon die Unschuld ihres Mannes. Er sei nur in die Kurdengebiete im S├╝dosten der T├╝rkei gereist, um syrischen Fl├╝chtlingen zu helfen.


Andrew Brunson ist dagegen aktuell in keinem guten Zustand. Seine Kirche ver├Âffentlichte im Juli einen kurzen Brief von ihm, den t-online.de hier dokumentiert.

Darin zeigt er sich entt├Ąuscht ├╝ber den langsamen Fortgang der Verhandlungen: "Ich f├╝hle mich schwach, aber ich schaue weiter zu Jesus", schreibt der Pastor. Die USA erh├Âhen derweil den politischen Druck auf die T├╝rkei, auch wenn die Sanktionen gegen zwei t├╝rkische Ministern die T├╝rkei wahrscheinlich nicht zum einlenken bewegen werden.

Am 12. Oktober k├Ânnte das Schicksal von Brunson gekl├Ąrt werden. Dann geht der Protest gegen den Pastor weiter.

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