• Home
  • Politik
  • Ausland
  • Internationale Politik
  • Putin und Xi Jinping: Sputnik V wird fĂŒr immer zwischen ihnen stehen


Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung ĂŒbernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Warum Sputnik V fĂŒr immer zwischen ihnen stehen wird

Von Wladimir Kaminer

13.02.2022Lesedauer: 4 Min.
Wladimir Putin und Xi Jinping: Als Russlands PrÀsident zur Olympia-Eröffnung nach Peking reiste, gab es wohl keinen HÀndedruck, meint Wladimir Kaminer.
Wladimir Putin und Xi Jinping: Als Russlands PrÀsident zur Olympia-Eröffnung nach Peking reiste, gab es wohl keinen HÀndedruck, meint Wladimir Kaminer. (Quelle: Ramil Sitdikov/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextFrau bei Politikertreffen getötetSymbolbild fĂŒr einen TextTV-Star ĂŒberfuhr Sohn mit RasenmĂ€herSymbolbild fĂŒr einen TextLiebesglĂŒck fĂŒr Rammstein-FanSymbolbild fĂŒr ein VideoPilot filmt Kampfeinsatz in UkraineSymbolbild fĂŒr einen TextTour-Star renkt sich Schulter selbst einSymbolbild fĂŒr einen TextDDR-Star hat BrustkrebsSymbolbild fĂŒr ein VideoWimbledon: Die klare FavoritinSymbolbild fĂŒr einen TextBVB-Star wechselt nach SpanienSymbolbild fĂŒr einen TextLotto: Aktuelle GewinnzahlenSymbolbild fĂŒr einen TextPrinzessin zeigt sich im NippelkleidSymbolbild fĂŒr einen TextAnsturm auf Johnny Depp in HessenSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserHarter Vorwurf gegen Bill KaulitzSymbolbild fĂŒr einen TextSpielen Sie das Spiel der Könige

Der eine mag Lenin, der andere lieber Karl Marx. Trotzdem kommen sich Wladimir Putin und Xi Jinping immer nÀher. Wenn da nicht die lÀstigen Corona-Impfstoffe wÀren, meint Wladimir Kaminer.

Die Olympischen Winterspiele begannen unter großem politischen Druck, mit wenig Teilnehmern und kaum hochrangigen GĂ€sten aus dem Ausland. Amerikaner, Japaner, Australier und viele EuropĂ€er boykottierten die Olympischen Spiele in Peking. Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin war zusammen mit seinem argentinischen Kollegen Alberto FernĂĄndez nach China geflogen. Seitdem die beiden mit Sputnik V geimpft worden sind, können sie einander immer besser verstehen.

Die anderen GĂ€ste: Der Emir von Katar, der König von Kambodscha, der Prinz von Saudi-Arabien und der Großherzog von Luxemburg waren ebenfalls nach Peking gereist – durften aber nicht neben Putin sitzen, weil sie alle mit unterschiedlichen Impfstoffen gepikst wurden. Man weiß einfach nicht, ob sich diese Vakzine gegenseitig vertragen.

(Quelle: Frank May)


Wladimir Kaminer ist Schriftsteller und Kolumnist. Er wurde 1967 in Moskau geboren und lebt seit mehr als 30 Jahren in Deutschland. Zu seinen bekanntesten BĂŒchern gehört "Russendisko". KĂŒrzlich erschien sein neuestes Buch "Die Wellenreiter. Geschichten aus dem neuen Deutschland".

"Schurkentreff am Olympischen Feuer", spotteten deutsche Journalisten ĂŒber diese Zusammenkunft. TatsĂ€chlich hat der russische PrĂ€sident in seinem Kampf gegen den Westen VerbĂŒndete bitter nötig. Deswegen hatte er seinen Bunker verlassen und war nach China gereist, und nicht wegen seines Lieblingssports, dem Eishockey.

Der Gastgeber Xi Jinping traf sich mit Putin ohne HĂ€ndedruck (logisch, er ist mit chinesischem Impfstoff geimpft) und erklĂ€rte, dass auch er die Erweiterung der Nato in Richtung Osten nicht willkommen heiße. Und weil es so einen Satz natĂŒrlich nicht ohne Gegenleistung gibt, musste Putin gleich vor Ort Taiwan als chinesisches Staatsgebiet anerkennen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Wir haben schwere Schuld auf uns geladen"
Putin bei einer Erinnerungsfeier zum 81. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion: "Wir haben keinen Einfluss auf Russland"


Alles gut, meinte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, bei der Eröffnung dieser wirklich besonderen Spiele, der olympische Frieden sei uns garantiert, denn solange die Athleten miteinander wetteifern, schweigen die Kanonen. Keine Frage, es ist eine schöne Tradition, man wĂŒnschte sich aber auch danach kein Kanonenfeuer. Oder sollen ab jetzt die Olympischen Spiele das ganze Jahr ĂŒber laufen, bis eine neue Weltordnung feststeht?

Bis jetzt entstand eine jede solche Weltordnung aus den TrĂŒmmern eines vernichtenden Krieges. Es wĂ€re schon schön, wenn wir das Problem dieses Mal friedlich lösen wĂŒrden. Vielleicht könnte man noch die alte Ordnung reparieren, die sich gleich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges etabliert hatte?

Europa gleicht Babylon

Sie bröckelte schon lange, nun scheint sie endgĂŒltig zerfallen zu sein, alle Welt hat gesehen, wie die armen Afghanen an dem Fahrwerk der abfliegenden amerikanischen Flugzeuge hingen. Auf Amerikaner ist kein Verlass, Europa spricht in 27 Sprachen (schon klar, es sind offiziell 24 Amts- und Arbeitssprachen) und hat zu jedem Problem 27 Meinungen: Es dauert, bis sich die EuropĂ€er untereinander verstĂ€ndigen.

Vor unseren Augen, auf halbleeren TribĂŒnen des Pekinger Stadions "Das Vogelnest", werden neue Allianzen geschmiedet: Russen und Chinesen könnten in Zukunft als zweiter Machtblock dem Westen Paroli bieten und eine neue bipolare Weltordnung schaffen: "Russinesen gegen Angelsachsen."

In China wird genau wie in Russland der Wechsel des politischen Personals nicht dem Zufall, sprich einer Wahl ĂŒberlassen. Der Vorsitzende Mao hat einmal geschrieben, die Spitze des Berges sei ein kleiner Stein, man nehme ihn weg und der Berg habe keine Spitze. Deswegen ist es besser, da oben nichts anzufassen.

Aller Voraussicht nach ist Xi Jinping wie Putin zum ewigen Leben und Regieren verdammt. Deswegen wird ihre Allianz nur dann funktionieren, wenn sie ĂŒber lĂ€ngere Zeit gut miteinander auskommen können. Doch die beiden MĂ€nner sind unterschiedlich wie Feuer und Wasser.

Verheiratet mit der Generalmajorin

Putin kommt aus einfachen VerhĂ€ltnissen. Der Vater von Xi war ein hochrangiger Beamter, als Begleiter Maos bei dem "Großen Sprung nach vorn" fiel er spĂ€ter der sozialistischen Umerziehungskampagne zum Opfer und verbrachte viele Jahre im Lager. Sein Sohn musste die Eliteschule verlassen und auf dem Land beim Bauern die Schweine fĂŒttern.

Nachts, wĂ€hrend die anderen schliefen, las Xi Karl Marx und Wladimir Lenin. Letzterer hatte es Xi besonders angetan. Als er 40 Jahre spĂ€ter nach Moskau reiste, damals zu Dmitri Medwedew, der gerade fĂŒr Putin den Zwischendurch-PrĂ€sidenten spielte, bat Xi seinen Gastgeber um eine Nacht im Mausoleum, unter vier Augen mit Lenin.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Putin ist geschieden, sein Privatleben hat in Russland die höchste Geheimstufe. Xi ist mit der berĂŒhmten VolkssĂ€ngerin Peng Liyuan verheiratet, die Volks- und Revolutionslieder zum Besten gibt und den Rang eines Generalmajors bekleidet. Laut einer beliebten Legende war die Beziehung zwischen den beiden nicht gleich zustande gekommen. "Ihr Beamte seid alle korrupt und ich möchte nicht einen unehrlichen Mann heiraten!", habe die Generalmajorin gesagt. Erst nachdem Xi Jinping ihr geschworen hatte, seinem Land ehrlich und treu zu dienen, willigte sie in die Hochzeit ein.

Putin rockt das Spiel

Xi muss das Leben von eineinhalb Milliarden Chinesen verwalten. Wenn er jedem seiner Untertanen einmal kurz die Hand schĂŒtteln wĂŒrde, hĂ€tte er ĂŒber 400 Jahre dafĂŒr gebraucht. Putin wĂ€re in vier Monaten durch. Putin mag Eishockey ĂŒber alles, er hat erst mit 60 Jahren Schlittschuhlaufen gelernt und ist darauf sehr stolz. Er spielt gerne nachts gegen seine Minister und russische Profisportler, gewinnt in der Regel 12:1 und freut sich wie ein Kind.

Xi ist ein großer Fußballfan. Sein Traum ist es, eine chinesische Fußballnationalmannschaft zusammenzustellen, die alle Stars aus der alten Weltordnung wegkickt. "Es kann doch nicht sein", sagt Xi Jinping schon seit Jahren, "dass unter eineinhalb Milliarden Chinesen keine elf gescheiten Spieler zu finden wĂ€ren." Es wird heftig weitergesucht, doch die Spieler haben sich gut versteckt.

Die in GastbeitrĂ€gen geĂ€ußerten Ansichten geben die Meinung der Autoren wieder und entsprechen nicht notwendigerweise denen der t-online-Redaktion.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Fabian Reinbold, Schloss Elmau
ChinaCoronavirusDeutschlandEuropaLuxemburgMoskauNatoPekingRusslandSaudi-ArabienSputnik VTaiwanWladimir PutinXi Jinping
Politik international


t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website