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Nach Hamas-Terror in Israel: Wütender Mob zerstört Synagoge in Tunesien


Aufgestachelt von der Hamas
Wütender Mob zerstört Synagoge in Tunesien

Von t-online, mk

Aktualisiert am 19.10.2023Lesedauer: 3 Min.
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Mob in der brennenden Synagoge in Tunesien: Aufnahmen zeigen die Ausschreitungen. (Quelle: t-online)
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Die Hamas beschuldigt Israel, ein Krankenhaus angegriffen zu haben. Daran gibt es begründete Zweifel. Dennoch gibt es weltweit antisemitische Ausschreitungen – besonders schlimm in Tunesien.

Es sind Bilder, die an das schlimmste Kapitel der deutschen Geschichte erinnern: Ein wütender Mob hat in der Nacht zu Mittwoch die El-Hamma-Synagoge im tunesischen Gabès gestürmt, in Brand gesteckt und das historische Bauwerk weitgehend zerstört. Die Angreifer selbst dokumentierten ihren Exzess mit Videos in sozialen Medien. Die Polizei ließ die aufgebrachte Menge offenbar ungehindert agieren.

Wie viele Personen sich an dem Sturm auf die Synagoge beteiligten, ist unklar, doch es müssen Hunderte gewesen sein. Der Mob legte an mehreren Stellen in dem Gebäudekomplex Feuer, die Wände wurden mit arabischen Parolen besprüht und auf dem Dach eine Palästinenserflagge gehisst. Auf den Videos ist auch zu sehen, wie junge Männer mit Hämmern und Hacken die Mauern des Gebäudes einschlagen und eine Steintafel mit hebräischer Inschrift zerstören. Bilder vom Angriff auf die Synagoge sehen Sie im Video oben.

"Wir sind entsetzt"

Menschen kamen bei dem Angriff auf die Synagoge offenbar nicht zu Schaden. Nach Angaben der "Times of Israel" wird das jüdische Gotteshaus nicht mehr aktiv genutzt, da es keine jüdische Gemeinde mehr in der Stadt gibt. Die El-Hamma-Synagoge sei aber eine Pilgerstätte für gläubige Juden, da sich dort das Grab des berühmten Rabbiners Yosef Ma’aravi aus dem 16. Jahrhundert befindet. "Wir sind entsetzt darüber, dass die El-Hamma-Synagoge in Tunesien niedergebrannt und zerstört wurde", schrieb die jüdische Hilfsorganisation American Jewish Committee auf Twitter. Man beobachte die Situation in Tunesien genau.

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Anlass für die Zerstörung der Synagoge waren Behauptungen der Terrororganisation Hamas, Israel habe ein Krankenhaus in Gaza angegriffen und dabei Hunderte Menschen getötet. Inzwischen haben unabhängige Analysten geklärt, dass das Krankenhaus in Gaza wohl von Teilen einer Rakete getroffen wurde, die palästinensische Terroristen in Richtung Israel abgefeuert hatten. Die Teile landeten auf dem Parkplatz des Krankenhauses. Auch die Zahl der angeblich getöteten Palästinenser wurde inzwischen als vermutlich deutlich zu hoch entlarvt.

Medien verbreiten Hamas-Lügen

Internationale Medien wie "New York Times", CNN und "The Guardian", aber auch Deutschlandfunk und Tagesschau hatten die Behauptungen der Hamas am Mittwoch ungeprüft übernommen und weiterverbreitet. In der Folge kam es in vielen Ländern zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen jüdische Einrichtungen, auch in Deutschland. In Berlin verübten Unbekannte in der Nacht zu Mittwoch einen Brandanschlag auf ein jüdisches Gemeindehaus. Im Stadtteil Neukölln gab es auch in der Nacht zu Donnerstag wieder Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und pro-palästinensischen Demonstranten.

Am 7. Oktober waren Tausende Hamas-Terroristen in Israel eingefallen und hatten dort das schlimmste Massaker an jüdischen Menschen seit dem Zweiten Weltkrieg verübt. Die Angreifer töteten mindestens 1.400 Menschen, darunter ganze Familien. Mindestens 4.500 Menschen wurden bei den Massakern im Süden Israels verletzt, mindestens 203 Menschen entführten die Terroristen nach Gaza, darunter auch Kleinkinder und Holocaustüberlebende. Ihr Schicksal ist ungewiss. Die israelische Armee hat bislang nur aus der Luft Ziele in Gaza angegriffen.

Die El-Hamma-Synagoge wurde nicht zum ersten Mal von einer wütenden Menge attackiert. Schon während des sogenannten Arabischen Frühlings 2011 griffen Menschen das frühere Gotteshaus an und verwüsteten das Grab von Rabbi Yosef Ma’aravi. Erst im Mai tötete ein tunesischer Soldat bei einem Terrorangriff auf die Synagoge in Djerba sechs Menschen, darunter zwei jüdische Pilger aus Israel und Frankreich. In Tunesien leben etwa 1.000 Menschen jüdischen Glaubens. Das Land hat keine diplomatischen Beziehungen zu Israel, erlaubt israelischen Bürgern aber die Einreise.

Verwendete Quellen
  • archive.diarna.org: Tomb and Synagogue, Al-Hammah, Tunisia
  • timesofisrael.com: Historic synagogue in Tunisia heavily damaged in rioting tied to Israel-Hamas war (englisch)
  • facebook.com: Einträge von Radio Elyssa FM Gabes vom 18. Oktober
  • twitter.com: Tweets @josephhirsch5 vom 18. Oktober (französisch)
  • aljazeera.com: Six dead after attack near synagogue on Tunisia’s Djerba island (englisch)
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