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"Trump hat ausnahmsweise richtig gehandelt"

Von dpa
Aktualisiert am 08.04.2017Lesedauer: 3 Min.
Donald Trumps harte Haltung wird von der Presse gelobt.
Donald Trumps harte Haltung wird von der Presse gelobt. (Quelle: /dpa-bilder)
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Nach dem Schlag der USA gegen den syrischen Machthaber Assad geschieht etwas Seltenes: Die europ├Ąische Presse lobt Donald Trump, einige feiern ihn sogar. Die Vergeltung f├╝r den Giftgasangriff des syrischen Machthabers auf das eigene Volk sehen fast alle als ein gutes Zeichen - viele bezweifeln aber, dass Trump die harte Haltung weiter durchhalten kann.

Die Presse, ├ľsterreich

"Donald Trump hat ausnahmsweise richtig gehandelt. (...) Im Sp├Ątsommer 2013 war Trumps Vorg├Ąnger, Barack Obama, im letzten Moment vor einem Milit├Ąrschlag zur├╝ckgeschreckt, obwohl das syrische Regime die ber├╝hmte rote Linie durch einen Giftgasangriff auf einen Vorort von Damaskus ├╝berschritten hatte. Im Gegenzug dr├Ąngten die Russen Assad, seine Chemiewaffen auszuh├Ąndigen - offensichtlich nicht alle.

Die politisch-milit├Ąrischen Folgen des Deals waren fatal f├╝r die Amerikaner. Sie galten nach ihrer leeren Drohung fortan als geschw├Ącht in der Region. Ein Jahr sp├Ąter f├╝llten die Russen das Vakuum mit einem Milit├Ąreinsatz in Syrien und kippten das Gleichgewicht zugunsten Assads. Die USA waren abgemeldet. Trump hat sie nun wieder ins Spiel gebracht."

"Neue Z├╝rcher Zeitung", Schweiz

"Mit seiner n├Ąchtlichen Vergeltungsaktion hat der amerikanische Pr├Ąsident Donald Trump ├╝berraschend schnell auf das mit gr├Â├čter Wahrscheinlichkeit vom syrischen Regime ver├╝bte Giftgas-Massaker im Rebellengebiet von Idlib reagiert. Der amerikanische Milit├Ąrschlag setzt ein Zeichen, dass solche grausamen Kriegsverbrechen nicht einfach unbeantwortet bleiben.

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W├Ąre es nach dem Willen der sogenannten Weltgemeinschaft gegangen, w├Ąre Assad einmal mehr ungestraft davongekommen: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen konnte sich nicht auf eine gemeinsame Haltung einigen, da der Kremlherr Putin seinen Spie├čgesellen Assad wie ├╝blich sch├╝tzt und die UNO zur Geisel gemacht hat.

Trumps Entscheidung zum Alleingang war daher richtig: Tatenlosigkeit h├Ątte das Signal ausgesendet, dass niemand Assad daran hindern w├╝rde, das v├Âlkerrechtlich ge├Ąchtete Nervengas Sarin k├╝nftig routinem├Ą├čig und in immer gr├Â├čeren Mengen gegen die Bev├Âlkerung in Rebellengebieten einzusetzen."

"The Times", Gro├čbritannien

"Der Raketenangriff der USA auf eine syrische Luftwaffenbasis zielt klar darauf ab, Baschar al-Assad f├╝r den kriminellen Einsatz von Sarin gegen Zivilisten zu bestrafen und ihn von weiteren Angriffen mit chemischen Kampfstoffen abzuhalten. Dabei lie├č der US-Pr├Ąsident die Frage offen, was als n├Ąchstes geschehen k├Ânnte - ob die USA nun jedes Mal angreifen, wenn Assad wieder auf diese Weise B├╝rger seines Landes abschlachtet und ob sie willens sind, das noch weiter zu eskalieren.

Dies ist Donald Trumps erste gro├če Milit├Ąraktion als Oberbefehlshaber und wahrscheinlich wird sie bestimmend sein f├╝r seine Au├čenpolitik in den kommenden Jahren. (...) Trump hat einen bedeutenden Schachzug gemacht, der sicher nicht allein in Russland analysiert wird, sondern auch in China und Nordkorea, deren F├╝hrer nun einen US-Pr├Ąsidenten erlebt haben, der zu schnellen Strafangriffen entschlossen ist. Die Lektion f├╝r sie ist einfach: Die ├ära Obama ist ganz und gar vorbei."

"De Telegraaf", Niederlande:

"Wie lange ist immer wieder gefordert worden, dass die westliche Welt eingreifen muss? Gegner (von Milit├Ąraktionen) betonten, dass eine L├Âsung des Konflikts in Syrien nur am Verhandlungstisch gefunden werden kann, doch ehrlicherweise muss man sagen, dass dies bislang nichts gebracht hat. Eine harte amerikanische Haltung k├Ânnte die Sache theoretisch beschleunigen. Das erfordert allerdings eine konsequente Politik Washingtons.

Wenn US-Pr├Ąsident Donald Trump seine "rote Linie" nicht weiter verteidigt, w├╝rde der in dieser Woche ausgeteilte Fausthieb allm├Ąhlich seine Wirkung verlieren. Unabh├Ąngig von der eventuellen Bereitschaft, erneut einzugreifen, stellt sich die Frage, was Trumps Plan f├╝r ein "neues" Syrien ist. Auch die B├╝ndnispartner der USA, unter ihnen die Niederlande, m├╝ssen dar├╝ber gut nachdenken, nachdem sie nun - mehr oder weniger deutlich - ihre Unterst├╝tzung f├╝r eine Milit├Ąraktion im Wespennest Syrien bekundet haben."

"Le Monde", Frankreich

"Dieser Schlag gegen die syrischen Streitkr├Ąfte ist das Ergebnis einer einseitigen Entscheidung der USA. Sie haben nicht auf eine hypothetische rechtliche Absicherung durch die Vereinten Nationen gewartet.(...)

Dieser Warnschuss gegen├╝ber dem Regime von Baschar al-Assad und seinem iranischen Verb├╝ndeten ist ein echtes diplomatisches Wagnis. Die sehr negative Reaktion des russischen Pr├Ąsidenten Wladimir Putin (...) zeigt, dass Washington riskiert, jegliche Zuversicht auf eine Verbesserung der Beziehungen mit Russland aufzugeben. (...)

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W├Ąhrend (US-Pr├Ąsident Donald) Trump den chinesischen Pr├Ąsidenten Xi Jinping zu Gespr├Ąchen empf├Ąngt, die sich insbesondere um Nordkorea drehen sollen, ist der amerikanische Schlag schlie├člich ein Signal, das an Pj├Ânjang gerichtet ist. Die Frage ist, wie die Diktatoren Syriens und Nordkoreas diese Warnung verstehen werden."

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