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"Verantwortungsvolle Atommacht": "USA sollen nicht glauben, dass ihr Land sicher ist"

"Verantwortungsvolle Atommacht"  

Nordkorea will "lediglich die USA mit Atomwaffen angreifen"

07.08.2017, 15:56 Uhr | dpa, pdi

"Verantwortungsvolle Atommacht":  "USA sollen nicht glauben, dass ihr Land sicher ist". Nordkoreanische Soldaten marschieren bei einer Militärparade in Pjöngjang. (Quelle: dpa)

Nordkoreanische Soldaten marschieren bei einer Militärparade in Pjöngjang. (Quelle: dpa)

Nicht die leiseste Spur von Einlenken: Nach den am Wochenende verhängten neuen UN-Sanktionen droht Pjöngjang den USA mit Vergeltung. Washington und Seoul setzen in dem Atomkonflikt weiter auf Gesprächsangebote.

Nach den jüngsten UN-Sanktionen hat Nordkorea den USA mit massiver Vergeltung gedroht. "Wir sind bereit, die USA mit weit größeren Maßnahmen zur Rechenschaft zu ziehen für ihre Verbrechen gegen unser Volk und unser Land", teilte Pjöngjang in einer von den Staatsmedien verbreiteten Erklärung mit. "Es gibt keinen größeren Fehler für die Vereinigten Staaten als zu glauben, dass ihr Land auf der anderen Seite des Ozeans sicher ist." Die Sanktionen würden Nordkorea niemals dazu bringen, sein Atomprogramm aufzugeben oder darüber zu verhandeln.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Samstag einstimmig die bisher schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen das international isolierte Land verabschiedet. Die von den USA eingebrachte und auch mit China sowie Russland abgestimmte Resolution sieht unter anderem Ausfuhrverbote auf Kohle, Eisen, Blei und andere Rohstoffe vor. Damit werden die ohnehin schon mageren Exporterlöse Nordkoreas nach US-Angaben um rund 850 Millionen Euro und so mindestens um ein Drittel gekürzt.

Ein nordkoreanischer Raketentest. (Quelle: Reuters)Ein nordkoreanischer Raketentest. (Quelle: Reuters)

Vorausgegangen war der zweite Test einer nordkoreanischen Interkontinentalrakete binnen eines Monats. Solche Tests hat der UN-Sicherheitsrat verboten. Die am 28. Juli abgefeuerte Rakete hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Sie hätte damit das Festland der USA treffen können.

"Wir werden unser Nuklearprogramm zur Selbstverteidigung nicht zur Verhandlung stellen", hieß es in der Erklärung Nordkoreas. "Und wir werden niemals auch nur einen Schritt zurückgehen bei der Stärkung unserer Nuklearmacht."

Außenminister Ri Yong Ho bezeichnete sein Land zudem als "verantwortungsvolle Atommacht". Nordkorea habe "nicht die Absicht, irgendein Land außer die USA mit Atomwaffen anzugreifen oder mit Atomwaffen zu bedrohen, es sei denn, es beteiligt sich an Militäraktionen der USA gegen Nordkorea", sagte Ri bei einem Treffen der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean) in Manila. Washington hingegen treibe die Situation "ins Extreme" und dränge sein Land dazu, sich selbst zu verteidigen.

Nordkorea an den Verhandlungstisch bringen

Solange die USA an ihrer "feindseligen Strategie" festhielten, "werden wir keinen Zentimeter von unserem Pfad zur nuklearen Aufrüstung abweichen", hieß es aus Pjöngjang. "Wenn Feinde glauben, dass Nordkorea durch Sanktionen verunsichert werden kann, handelt es sich um nichts anderes als eine Wahnvorstellung."

Südkorea hofft indes, seinen Nachbarn mit den Sanktionen wieder zu Gesprächen bewegen zu können. Präsident Moon Jae rief dazu auf, maximalen Druck auf Nordkorea auszuüben. Pjöngjang müsse "auf den richtigen Pfad" geführt werden, sagte er in einem Telefongespräch mit US-Präsident Donald Trump.  

In einer Erklärung des Weißen Hauses hieß es, beide Präsidenten hätten bekräftigt, dass Nordkorea eine ernsthafte und zunehmend wachsende Gefahr für die USA, Südkorea, Japan sowie die meisten Länder in der Welt sei. Die USA und Südkorea fühlten sich verpflichtet, die neue UN-Resolution in vollem Umfang umzusetzen.

Auch Russland forderte eine atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel. Außenminister Sergej Lawrow erklärte, er habe seinen nordkoreanischen Kollegen Ri Yong Ho am Rande des Treffens der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean) in Manila zur Zurückhaltung in dem Konflikt aufgerufen. Alle Seiten müssten unverzüglich eine diplomatische Lösung des Streits suchen, sagte Lawrow einer Mittelung des Außenministeriums in Moskau zufolge.

Stopp der Raketentests

US-Außenminister Rex Tillerson verlangte von dem kommunistischen Land abermals den Verzicht auf weitere Raketentests. "Das beste Signal, mit dem Nordkorea zeigen würde, dass es zu Gesprächen bereit ist, wäre ein Stopp der Raketenstarts", sagte Tillerson bei der Konferenz in Manila. Er äußerte sich nicht näher dazu, in welchem Zeitraum Nordkorea die Versuche einstellen soll. "Ich werde keine bestimmte Zahl an Tagen oder Wochen dazu nennen."

Nach einem Bericht der "Washington Post" sagte Tillerson, die USA würden sich mit Vertretern aus Pjöngjang zusammensetzen, "wenn die Bedingungen stimmen". In den Gesprächen könnten neben der nuklearen Abrüstung auch Schritte diskutiert werden, um Nordkorea ein Gefühl von Sicherheit und Wohlstand zu geben.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un, umgeben von Soldaten. (Quelle: imago images)Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un, umgeben von Soldaten. (Quelle: imago images)

Auch im Konflikt zwischen Nord- und Südkorea zeichnet sich nach einem kurzen Gespräch zwischen den Top-Diplomaten beider Länder keine Entspannung ab. Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho habe ein Angebot zu ausführlicheren Gesprächen abgelehnt, verlautete am Montag nach dem Treffen am Rande des Asean-Gipfels aus südkoreanischen Regierungskreisen. Ri habe Südkorea vorgeworfen, es an "Aufrichtigkeit" fehlen zu lassen.

Südkoreas neuer Präsident Moon Jae In hatte dem Norden im vergangenen Monat Gespräche angeboten, um den Spannungen entlang der koreanisch-koreanischen Grenze entgegenzuwirken. Zugleich schlug er ein Treffen unter Vorsitz des Roten Kreuzes vor, um die Zusammenführung von Familien zu erleichtern.

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