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Armenien: Angriff auf Bergkarabachs Hauptstadt

Von afp, dpa, jmt

Aktualisiert am 02.10.2020Lesedauer: 2 Min.
Handout des aserbaidschanischen Verteidigungsminsteriums vom Donnerstag: Armeniens Regierung spricht nun von einem Angriff auf die Hauptstadt Bergkarabachs.
Handout des aserbaidschanischen Verteidigungsminsteriums vom Donnerstag: Armeniens Regierung spricht nun von einem Angriff auf die Hauptstadt Bergkarabachs. (Quelle: Uncredited/Azerbaijan's Defense Ministry/dpa-bilder)
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Aserbaidschanische Truppen sollen eine Offensive auf die Hauptstadt Bergkarabachs gestartet haben. Das gibt die armenische Regierung an. Im Nachbarland sollen Dörfer beschossen worden sein.

Die Hauptstadt von Bergkarabach ist nach armenischen Angaben von Streitkräften Aserbaidschans angegriffen worden. Bei den Angriffen auf Stepanakert seien Menschen verletzt worden, erklärte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums in Eriwan auf seiner Facebook-Seite. "Es gibt viele Verletzte in der Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur wurde beschädigt", schrieb Arzrun Owanissjan weiter. Welche Waffen bei den Angriffen zum Einsatz kamen, teilte er nicht mit.

Auch Angriffe in Aserbaidschan gemeldet

Das Militär in Aserbaidschan sprach ebenfalls von schwerem Artilleriefeuer in einigen Dörfern auf seinem Staatsgebiet. Auch dabei sollen Zivilisten getötet und verletzt worden sein. Kurz zuvor hatte sich Armenien sechs Tage nach Beginn heftiger Kämpfe um die Südkaukasus-Region zu Waffenstillstandsverhandlungen mit Aserbaidschan bereit erklärt.

Bei den Gefechten wurden seit Sonntag fast 200 Menschen getötet, darunter 30 Zivilisten. Es ist die schwerste Gewalteskalation in der Region seit Jahrzehnten. Wegen des wieder aufgeflammten Konflikts hatten sowohl Armenien als auch Aserbaidschan das Kriegsrecht verhängt. Die Nachbarstaaten machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich.

Macron, Trump und Putin appellierten

Am Donnerstag hatten Russlands Präsident Wladimir Putin, US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an die Konfliktparteien appelliert, die Kampfhandlungen einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Am Tag zuvor hatten beide Konfliktparteien internationale Vermittlungsangebote abgelehnt.

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Die für Vermittlung im Bergkarabach-Konflikt zuständige Minsk-Gruppe der OSZE wird seit 1992 zusammen von Russland, Frankreich und den USA geleitet. Die letzten großangelegten Verhandlungen im Minsk-Format waren 2010 gescheitert.

Bergkarabach völkerrechtlich Teil von Aserbaidschan

Bergkarabach liegt in Aserbaidschan, wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt, welche die Region auch unter ihrer Kontrolle haben. Die selbsternannte Republik Bergkarabach wird international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans.

In dem Konflikt spielt auch die Konkurrenz zwischen Russland und der Türkei um Einfluss in der südlichen Kaukasusregion eine wichtige Rolle. Das ölreiche Aserbaidschan hat seine Armee in den vergangenen Jahren hochgerüstet und kann auf die Unterstützung der Türkei zählen.

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Russland gilt historisch als Armeniens Schutzmacht und unterhält dort einen Militärstützpunkt. Zugleich pflegt Moskau auch gute Beziehungen zu Aserbaidschan und beliefert es mit Waffen.

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