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Israelische Luftwaffe bombardiert Haus von Hamas-Führer

Von dpa
Aktualisiert am 16.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Eskalierter Nahostkonflikt: Israel bombardiert das Haus des Hamas-Anführers. (Quelle: Reuters)
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Tausende Raketen sind zwischen Israel und Palästina in wenigen Tagen abgefeuert worden. Eine soll nun das Haus eines ranghohen Hamas-Mitglieds getroffen haben.

Nach massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israels Luftwaffe das Haus des Hamas-Chefs Jihia al-Sinwar im Süden des Küstengebiets beschossen. Das Gebäude in Chan Junis habe als "militärische Infrastruktur der Terrororganisation Hamas" gedient, teilte die israelische Armee am Sonntag mit. Das Militär hatte der Führungsriege der im Gazastreifen herrschenden, islamistischen Palästinensergruppe Hamas zuvor mit gezielter Tötung gedroht.


Dramatische Bilder aus Israel und Palästina

Gaza: Seit dem 10. Mai spitzt sich der Konflikt in Nahost zu. Es kommt vermehrt zu Angriffen von Israelis sowie von Palästinensern. Auf beiden Seiten gab es Tote.
Lod in Israel: Ein Mann steht vor seinem brennenden Auto, nachdem die Hamas erklärte, 130 Raketen aus dem Gazastreifen nach Tel Aviv und Zentralisrael abgefeuert zu haben.
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Militante Palästinenser im Gazastreifen beschossen in der Nacht den Großraum Tel Aviv sowie weitere israelische Ortschaften mit zahlreichen Raketen. Seit Beginn der Eskalation am vergangenen Montag feuerten sie nach Armeeangaben rund 2.900 Raketen auf Israel ab. Israels Armee unternahm demnach mindestens 650 Angriffe in dem dicht besiedelten Küstengebiet.

174 Menschen tot

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden dort bislang 174 Menschen getötet und 1.200 verletzt. Wie der Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte, kamen in Israel durch den Raketenbeschuss der vergangenen Tage zehn Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

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Der UN-Sicherheitsrat in New York wollte am Sonntag über die Lage beraten. Berichten zufolge wollte sich ein US-Gesandter mit hochrangigen israelischen Politikern treffen.

Der Konflikt mit der Hamas weitete sich in den vergangenen Tagen aus: Im Westjordanland gab es gewaltsame Zusammenstöße von Palästinensern mit israelischen Sicherheitskräften. Mehrere Menschen starben. Zwischenfälle ereigneten sich zudem an Israels Grenzen zum Libanon und zu Syrien. Aus beiden Ländern wurden Raketen auf Israel abgefeuert, die keine Schäden anrichteten.

Tiefe Spaltung der israelischen Gesellschaft befürchtet

Der Gaza-Konflikt griff auch auf arabischgeprägte Orte im israelischen Kernland über. In mehreren Städten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Juden und arabischen Israelis. Dies schürte Sorgen vor einer weiteren tiefen Spaltung der Gesellschaft.

Nach Angaben der israelischen Armee wurden zuletzt Büros und Häuser wichtiger Hamas-Mitglieder attackiert. Auch das Haus von Al-Sinwars Bruder Mohammed, ebenfalls ein ranghohes Hamas-Mitglied sei angegriffen worden. Als Teil der fortwährenden Angriffe auf das unterirdische Tunnelnetzwerk der Hamas, der sogenannten Metro, seien 30 weitere Ziele bombardiert worden. Außerdem habe die Luftwaffe Dutzende Waffenlager und Raketenabschussrampen beschossen. Binnen 24 Stunden habe die Luftwaffe 90 Ziele militanter Palästinenser angegriffen. Nach palästinensischen Angaben waren es die bisher schwersten Luftangriffe im Gazastreifen.

In der Stadt Gaza wurden nach Augenzeugenberichten fünf Häuser zerstört. Man befürchte viele Tote und Verschüttete unter den Trümmern. Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte am Sonntag mit, in der Stadt seien über Nacht mindestens 26 Menschen getötet und 50 verletzt worden.

14-stöckiges Hochhaus im Gazastreifen zerstört

Israels Luftwaffe hatte am Samstag nach Angaben eines dpa-Reporters zudem ein 14-stöckiges Hochhaus im Gazastreifen zerstört, in dem Medienunternehmen wie Associated Press (AP) ihre Büros hatten. Berichten zufolge wurden die Bewohner zuvor telefonisch aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Die Nachrichtenagentur AP reagierte entsetzt. Die israelische Armee teilte bei Twitter mit, Kampfjets hätten ein Hochhaus angegriffen, in dem der Militärgeheimdienst der islamistischen Hamas über "militärische Ressourcen" verfügt habe. Ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms drohte Tel Aviv daraufhin mit einer "Antwort, die die Erde erschüttern lässt". Mehr dazu lesen Sie hier.

Ein schnelles Ende des Konflikts scheint fern. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, der Militäreinsatz gegen die Hamas werde "so lange wie nötig weitergehen". Man müsse zunächst die Infrastruktur der islamistischen Hamas zerstören. "Uns stehen noch schwere Tage bevor, aber wir werden sie gemeinsam durchstehen und siegen", sagte der 71-Jährige. Angesichts der Gewalt telefonierte US-Präsident Joe Biden mit Netanjahu und mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

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