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Donald Trump: Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen Richter-Kandidaten Kavanaugh

Vorwurf der versuchten Vergewaltigung  

Ernennung von Trumps Richterkandidaten fraglich

17.09.2018, 13:09 Uhr | AFP, aj

Oberster Gerichtshof: Druck für Trump-Kandidat

Eine Frau wirft Brett Kavanaugh eine versuchte Vergewaltigung vor.

Oberster Gerichtshof: Druck für Trump-Kandidat wegen Vergewaltigungsvorwürfen. (Quelle: Reuters)


Donald Trumps Kandidat für den Obersten US-Gerichtshof muss sich schweren Vorwürfen stellen: Eine Frau wirft Kavanaugh vor, er habe versucht, sie in den 80er Jahren zu vergewaltigen. Das könnte jetzt die Ernennung Kavanaughs bremsen.

Die Vorwürfe einer Frau, der Kandidat für den Obersten Gerichtshof Brett Kavanaugh habe zu Schulzeiten versucht, sie zu vergewaltigen, scheinen jetzt dessen Berufungsanhörungen zu verzögern. Die 51-jährige Professorin Christine Blasey Ford hat der "Washington Post" ihre Sicht der Ereignisse geschildert, die sich Anfang der 1980-er Jahre bei einer Schüler-Party in einem Privathaus nahe Washington abgespielt haben sollen.

Der 1965 geborene Kavanaugh sei damals "sturzbetrunken" gewesen, sagte Ford. Kavanaugh habe sie auf ein Bett gedrückt, sie begrapscht und versucht, sie auszuziehen. Als sie um Hilfe rufen wollte, habe Kavanaugh ihr den Mund zugedrückt. "Ich habe gedacht, dass er mich versehentlich umbringt", sagte die inzwischen 51 Jahre alte Ford. "Er hat versucht, mich anzugreifen und mich zu entkleiden."

Kavanaugh habe erst von ihr abgelassen, nachdem einer seiner Mitschüler sich auf ihn geworfen habe. Alle drei seien dann aus dem Bett zu Boden gefallen. Sie selbst sei erst ins Badezimmer geflohen und dann nach Hause gegangen.

Ein Republikaner fordert, die Abstimmung zu verschieben

Die Demokraten fordern deshalb, die Anhörung Kavanaughs zu pausieren und zunächst Ford anzuhören. Die demokratische Senatorin Diane Feinstein erklärte, die US-Bundespolizei FBI müsse in dem Fall nun ermitteln, erst danach könne der Senat den Nominierungsprozess fortführen. Der Trump-kritische republikanische Senator Jeff Flake schloss sich dem jetzt an. Er sprach sich dagegen aus, die Nominierung wie geplant am Donnerstag im Justizausschuss des Senats zur Abstimmung zu stellen. Er könne nicht über Kavanaugh befinden, "wenn wir nicht Fords Seite der Geschichte gehört haben", sagte Flake der "Washington Post".

Ohne Flakes Stimme haben die Republikaner nicht die nötige Stimmenzahl, um Kavanaugh im Justizausschuss zu bestätigen und die Angelegenheit für das endgültige Bestätigungsvotum ins Plenum des Senats zu überweisen. 



Wegen der republikanischen Mehrheit war eigentlich mit einer reibungslosen Bestätigung des Kandidaten gerechnet worden.

Kavanaugh wäre auf Lebenszeit gewählt

Die Vorwürfe waren bereits vergangene Woche in US-Medien verbreitet worden. Zuerst hatte die "New York" Times am Freitag von einem anonymen Brief der Frau an die Demokraten berichtet. Ford selbst äußerte sich aber erst in dem am Sonntag veröffentlichten Interview offen. Ford sagte, sie habe zunächst "aus Furcht vor Vergeltung" anonym bleiben wollen. Aus "staatsbürgerlicher Verantwortung" habe sie sich nun aber entschlossen, ihre Anschuldigung öffentlich zu erheben.

Sollte der Senat Kavanaugh bestätigen, wäre er auf Lebenszeit gewählt. Er ist ein scharfer Gegner von Abtreibung und erweckte in den Anhörungen den Eindruck, als vertreter er die Ansicht, ein US-Präsident habe das Recht, sich selbst zu begnadigen. Trump käme das womöglich dereinst zugute.

Kavanaugh hatte bereits am Freitag eine Erklärung veröffentlicht, in welcher er die Vorwürfe zurückwies: "Ich weise diesen Vorwurf kategorisch und unmissverständlich zurück. Ich habe dies weder damals in der Schule noch sonst irgendwann getan", erklärte der 53-Jährige.

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