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Teil-Lockdown in Deutschland: Donald Trump reagiert mit Genugtuung


Donald Trump hat noch was zu Deutschland auf dem Herzen

Von Fabian Reinbold

Aktualisiert am 02.11.2020Lesedauer: 4 Min.
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Donald Trump in Reading (Pennsylvania): Vorbereitungen auf eine mögliche Niederlage.
Donald Trump in Reading (Pennsylvania): Vorbereitungen auf eine mögliche Niederlage. (Quelle: Spencer Platt/getty-images-bilder)
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Er steht mit dem Rücken zur Wand. Mit einem waghalsigen Endspurt versucht Donald Trump, das Ruder herumzureißen – auch Deutschland spielt dabei eine Rolle.

Die Umfragen sind schlecht, die Zeit läuft ihm davon, doch Donald Trump ist gekommen, um sich seinen Anhängern noch einmal als strahlender Sieger zu präsentieren. Als er auf die Bühne kommt, wirft er zum Takt seines Lieblingsliedes "God Bless the USA" rote Käppis ins Publikum. Die altbekannte Aufschrift: "Make America Great Again".

Er lässt beim Auftritt auf dem windigen Rollfeld eines Regionalflughafens keine Minute verstreichen, bis er beim Thema ist: Am Dienstag werde man den Bundesstaat Pennsylvania gewinnen. "Und wir werden vier weitere großartige Jahre im Weißen Haus gewinnen."

Donald Trump versucht auf den letzten Metern alles, um die Stimmung im Land noch einmal zu drehen. Er fliegt kreuz und quer durch die USA, von Michigan nach Florida, von Wisconsin nach Georgia. Vierzehn Wahlkampf-Rallys in drei Tagen. Im Fokus: Pennsylvania im Nordosten, wo er 2016 hauchdünn gewann und in diesem Jahr unbedingt wieder gewinnen muss, soll es mit den vier weiteren großartigen Jahren im Weißen Haus doch noch klappen. In den Umfragen liegt er auch hier hinter Joe Biden.

"Biden wird Eure Familien einsperren"

In der Kleinstadt Reading hat der Showman Trump kein Problem damit, gute Stimmung zu verbreiten. Er macht Scherze, gibt den Entertainer, aber womit will Trump das Volk überzeugen? Schon mehr als 90 Millionen Amerikaner haben ihre Stimmen vorzeitig abgegeben, überwiegend Demokraten. Trump muss also darauf hoffen, noch am Wahltag selbst ein Rekordergebnis zu erzielen.

Auf dem Papier geht es vor allem um Corona und Joe Biden. Das klingt dann so:

  • "Biden wird Eure Familien in Eurem Haus einsperren!"
  • "Mit Biden gibt es keine Schule, kein Weihnachten, dafür endlose Lockdowns."
  • "Biden schickt Euch in eine tiefe und katastrophale Wirtschaftskrise."
  • "Wenn Biden gewinnt, wird China die USA besitzen."

Mit ihm gebe es keinen Lockdown, sagt der Präsident, während die Zahlen der Neuansteckungen und belegten Intensivbetten fast im gesamten Land nach oben schießen. Immer wieder beschreibt Trump Joe Biden als korrupt, faul und schwach.

Die großen Probleme der Schlussbotschaft

Diese Botschaften haben offensichtliche Probleme: Während die Corona-Krise wieder eskaliert, entfernen sich immer mehr Amerikaner von Trumps Linie. In einer neuen Umfrage des Trump-freundlichen Senders Fox News wollen 61 Prozent, dass die Priorität auf der Eindämmung von Covid-19 liegt, und nur 36 Prozent, wie von Trump beworben, auf der raschen Wiederöffnung der Wirtschaft.

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Und die Vorwürfe zu Bidens Korruption sind weder durch Belege gestützt noch fallen sie auf einen sonderlich fruchtbaren Boden: Der Demokrat ist einfach beliebter als es vor vier Jahren Hillary Clinton war. Wieder ein Blick in die Fox-News-Zahlen: Mehr Befragte halten Trump (56 Prozent) als Biden (40 Prozent) für korrupt.

Dann kommt die Sprache auf Deutschland

Doch Trump hält sich ohnehin nicht an die vorbereiteten Bemerkungen auf dem Teleprompter. Immer wieder improvisiert er und spricht vor allem über das, was ihm persönlich missfällt. Auch Deutschland kommt dabei mehrfach vor. Mit mehr als einem Hauch Genugtuung sagt Trump, dass es auch im einstigen Corona-Vorbild Deutschland nun große Probleme gebe.

Später, als es laut Teleprompter um China gehen soll, beklagt er sich über die Beliebtheitswerte Barack Obamas in Deutschland. "Ich habe da Vorfahren, die sollten mich mögen, aber sie mögen Obama lieber", sagt der Wahlkämpfer.

Für Trump liegt das darin begründet, dass er auf höhere Verteidigungsausgaben der Deutschen gedrungen habe. Seit Obama Wahlkampf für Biden macht, spricht Trump immer wieder über dessen Beliebtheit in Deutschland. Trumps Logik: Wer im Ausland beliebt sei, werde dem Job als Amerikas Präsident nicht gerecht. America first.

Kann er sich das leisten?

Unter den treuen Anhängern in Reading, Pennsylvania, gibt es auch dafür Applaus. Doch kann sich ein Wahlkämpfer mit dem Rücken zur Wand solche Abschweifungen wirklich leisten?

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Trump breitet auch im Endspurt am liebsten seine persönlichen Fehden aus – und verbreitet Behauptungen über drohenden Betrug bei der Wahlauszählung. Er klagt nicht nur über Biden und dessen Vizekandidatin Kamala Harris, sondern über "falsche Umfragen", "kriminelle Medien" und neuerdings auch über den Supreme Court.

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Das Verfassungsgericht hat nicht, wie von den Republikanern erbeten, vorab die Briefwahlauszählung in Pennsylvania beschnitten. Dort sollen auch Stimmen gezählt, die vor der Wahl per Post verschickt wurden und binnen drei Tagen nach dem Wahltag eintrudeln. "Die behandeln mich nicht gut", sagt Trump über das Verfassungsgericht, an das er drei der neun Richter selbst berufen hat. Das werde nur "Betrug" nach sich ziehen.

Der Kern der Rede betrifft also weniger ein Regierungsprogramm nach der Wahl als den Ausgang der Wahl selbst. Trump vermischt seine Inszenierung eines bevorstehenden Sieges mit einer Absicherung für den Fall einer Niederlage. Der Präsident delegitimiert den Wahlausgang schon vorsorglich. Seine eigentliche Schlussbotschaft lautet: Wenn ich verliere, kann es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen vor Ort
  • Umfrage von "Fox News"
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