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Hurrikan "Ida" könnte zum Klima-Weckruf in den USA werden

Von dpa
Aktualisiert am 04.09.2021Lesedauer: 4 Min.
U-Bahn-Tunnel geflutete: AuslĂ€ufer von Hurrikan "Ida" haben in New York fĂŒr ein Unwetter von historischem Ausmaß gesorgt. (Quelle: t-online)
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Nie gemessene Temperaturen, kaum löschbare WaldbrÀnde und jetzt Hurrikan "Ida": In diesem Sommer der Extreme dÀmmert vielen US-Amerikanern, dass die Klimakatastrophe kein Zukunftsthema mehr ist.

In Roland Emmerichs Katastrophenfilm "The Day After Tomorrow" von 2004 versinkt New York infolge der Klimakrise in Chaos und meterhohen Flutwellen. Die Überschwemmungen in der Metropole durch Hurrikan "Ida" erinnern jetzt viele US-Amerikaner an die apokalyptischen Bildern aus Hollywood. "The Day After Tomorrow" – Übermorgen – sei im Jahr 2021 zur Gegenwart geworden.


Die dramatischen Folgen der Klimakrise

Die Erde heizt sich immer weiter auf. Die VerÀnderungen im globalen Klima haben Auswirkungen auf Menschen, Tieren und Pflanzen. Zehn Bilder zeigen die dramatischen Folgen der Klimakrise.
Eine der sichtbarsten Folgen der Klimakrise ist die Eisschmelze und diese hat wiederum Auswirkungen auf EisbĂ€ren. Die Tiere mĂŒssen schon jetzt lĂ€ngere Strecken schwimmen, um festes Eis zu finden, von dem aus sie Robben jagen können.
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In Louisiana und dem benachbarten Bundesstaat Mississippi waren bei dem Hurrikan mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Im Nordosten starben mindestens 46 Menschen, darunter 23 in New Jersey, 16 in der Stadt New York und im Umland, fĂŒnf in Pennsylvania und je einer in Connecticut und Maryland. Zudem richteten nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes (NWS) mindestens acht Tornados SchĂ€den an, vor allem in New Jersey.

Doch es ist nicht nur New York City, es sind nicht nur die Bilder von reißenden FlĂŒssen auf den Straßen, davontreibenden Autos und in ihrer IntensitĂ€t kaum begreifbaren RekordregenfĂ€llen. In den USA scheinen die Wetterextreme in der jĂŒngsten Vergangenheit deutlich zuzunehmen, eine Folge der beschleunigten Erderhitzung. WĂ€hrend der Westen Hitzewellen und verheerende WaldbrĂ€nde erleidet, im SĂŒden immer mehr Hurrikans und Tornados wĂŒten, versinkt der Nordosten in einem der niederschlagsreichsten Sommer der Geschichte.

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Hitze, die es rechnerisch gar nicht geben dĂŒrfte

"Durch den Klimawandel werden in vielen Teilen der Erde trockene Orte trockener und nasse Regionen nasser", erklĂ€rt Klimaforscher Anders Levermann vom Potsdam-Institut fĂŒr Klimafolgenforschung. Beim Unwetter in New York seien nun mehrere Klimawandel-bedingte Faktoren zusammengekommen. "Hurrikans und Taifune ziehen ihre Energie aus der OberflĂ€chentemperatur des Ozeans. Durch die globale ErwĂ€rmung erhöhen wir diese OberflĂ€chentemperatur und stellen damit den Hurrikans mehr Energie zur VerfĂŒgung", so Levermann weiter. Die WirbelstĂŒrme werden dadurch stĂ€rker und starke WirbelstĂŒrme zahlreicher.

GestĂŒtzt wird der Eindruck, dass die Zahl der extremen WetterphĂ€nomene zuletzt deutlich zugenommen hat, von einer Studie der Weltwetterorganisation (WMO). Diese hatte zuletzt mitgeteilt, dass es zwischen 2000 und 2009 fĂŒnf Mal so viele wetter- oder klimabedingten Katastrophen gab wie in den 1970er-Jahren. StĂŒrme und Überschwemmungen machen fast 80 Prozent dieser Katastrophen aus.

Angefangen hatte der extreme nordamerikanische Sommer dabei mit einer Hitzewelle, wie sie laut Forschern eigentlich gar nicht vorkommen dĂŒrfte: Knapp 50 Grad wurden in einigen Teilen im Westen der USA und Kanadas erreicht – teils wurden WĂ€rmerekorde um vier oder fĂŒnf Grad gebrochen. Klimaforscher wandten sich danach alarmiert an die Öffentlichkeit: Selbst angesichts des derzeitigen Tempos der Erderhitzung sei dies rechnerisch ein Ereignis, das nur in einem von 1.000 Jahren vorkommen dĂŒrfte.

Zerstörte Shell-Tankstelle in New Orleans: Noch Tage nach Hurrikan "Ida" waren rund eine Million Haushalte ohne Strom.
Zerstörte Shell-Tankstelle in New Orleans: Noch Tage nach Hurrikan "Ida" waren rund eine Million Haushalte ohne Strom. (Quelle: Chris Granger/dpa-bilder)

WaldbrĂ€nde in Kalifornien verfĂ€rben Himmel ĂŒber New York

Die Wissenschaftler hatten fĂŒr diese riesige Unwahrscheinlichkeit auch eine mögliche, schockierende ErklĂ€rung: Dass der Klimawandel eine Schwelle erreicht haben könnte, bei der sich bislang nicht fĂŒr möglich gehaltene Wetterextreme sprunghaft hĂ€ufen – eine unvorhergesehene Klima-Eskalation, bei der Jahrtausend-Ereignisse zur NormalitĂ€t wĂŒrden. Damals erklĂ€rten sie aber noch, dass die Daten dies bislang noch nicht wahrscheinlich erscheinen ließen.

Schon im vergangenen Jahr war es in Kalifornien, Oregon und Washington an der US-WestkĂŒste zu WaldbrĂ€nden gekommen, die von Experten als beispiellos bezeichnet wurden. Und auch in diesem Jahr wĂŒteten verheerende Feuer. HerĂŒbergezogener Rauch verdunkelte den Himmel an der Tausende Kilometer entfernten OstkĂŒste der USA. Die Sonne ĂŒber New York nahm – gebrochen durch Rauchpartikel – einen roten Schimmer an und nĂ€hrte bei manchem das GefĂŒhl, in einer Hollywood-Apokalypse zu stecken.

Nach den Rekordwassermassen von New York, fĂŒr die der US-Wetterdienst neue Farben fĂŒr die Extremwerte auf seinen Grafiken erfinden musste, stellte sich BĂŒrgermeister Bill de Blasio am Donnerstag vor Reporter und bilanzierte: "Wir sind in einer ganz neuen Welt." Ab sofort mĂŒsse die Stadt dauerhaft mit solchen Unwettern rechnen. Gleichzeitig mĂŒsse mehr im Kampf gegen die Klimakrise getan werden.

Überflutete Straßen in Philadelphiaim Nordosten der USA: Über acht Bundesstaaten zog Hurrikan "Ida" hinweg.
Überflutete Straßen in Philadelphiaim Nordosten der USA: Über acht Bundesstaaten zog Hurrikan "Ida" hinweg. (Quelle: Matt Rourke/ap-bilder)

Hurrikane werden hÀufiger und stÀrker

Er blickte dabei Richtung Washington, wo PrĂ€sident Joe Biden nur wenig spĂ€ter sprach. Er bezeichnete Hurrikan "Ida", dessen Überreste New York ĂŒberflutet hatten, als fĂŒnftstĂ€rksten Hurrikan in den USA seit Beginn der Aufzeichnungen. Noch Tage spĂ€ter waren rund eine Million Haushalte ohne Strom. Die Hurrikan-Saison im Atlantik ist dieses Jahr ohnehin außergewöhnlich. "Elsa" war Anfang Juli der erste Atlantik-Hurrikan des Jahres – und damit ungewöhnlich frĂŒh dran.

Auch das Nationale Hurrikan-Zentrum sprach von einer "ĂŒberdurchschnittlich hohen AktivitĂ€t tropischer WirbelstĂŒrme" im August. In dem Monat hatten sich drei Hurrikane formiert, zwei davon seien besonders stark gewesen, darunter auch "Ida". Normalerweise wĂŒrden im August ein bis zwei Hurrikane entstehen, ein besonders starker kĂ€me nur alle ein bis zwei Jahre vor.

Biden warnte unterdessen, dass WaldbrĂ€nde, Sturzfluten und SuperstĂŒrme wegen der Klimakrise kĂŒnftig öfter auftreten. "Hier geht es nicht um Politik", sagte er mit Blick auf die stark polarisierte US-Politik. Hurrikan "Ida" sei es egal, ob jemand Demokrat oder Republikaner sei. "Es geht um Leben und Tod, und wir sitzen alle im selben Boot", so Biden. "Wir mĂŒssen handeln."

"Wir ignorieren die Klimakrise immer noch"

Doch angesichts solcher Worte und Bidens Klimapolitik, die im Gegensatz zu der seines VorgÀngers Donald Trump steht, können Aktivisten nur mit den Schultern zucken. Auch vor der Weltklimakonferenz in Glasgow im November sehen sie nicht annÀhernd genug Bewegung, um das 2015 in Paris vereinbarte Ziel zu erreichen, die ErderwÀrmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen.

"Es wird so sein wie bei jeder anderen Konferenz auch", hatte sich die Schwedin Greta Thunberg zuletzt ernĂŒchtert gesagt. "Wir ignorieren die Klimakrise immer noch". FĂŒr viele Amerikaner jedenfalls dĂŒrften die jĂŒngsten Ereignisse der deutlichste Weckruf bisher sein.

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