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"Maybritt Illner": Karl Lauterbach empfiehlt Impfungen in Shisha-Bars

Karl Lauterbach bei "Maybritt Illner"  

"Boris-Johnson-ähnliche Öffnungen unrealistisch"

09.07.2021, 07:48 Uhr | dpa, aj

"Maybritt Illner": Karl Lauterbach empfiehlt Impfungen in Shisha-Bars. Karl Lauterbach (Archivbild):  "Boris-Johnson-ähnliche Öffnungen sind unrealistisch"  (Quelle: imago images)

Karl Lauterbach (Archivbild): "Boris-Johnson-ähnliche Öffnungen sind unrealistisch" (Quelle: imago images)

Obwohl die Zahl der Infizierten in England steigt, sollen dort bald alle Regeln wegfallen. Könnte es auch in Deutschland schon im Herbst soweit sein? Der SPD-Experte Lauterbach hat eine klare Meinung. 

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" der Ansicht von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) widersprochen, wonach Einschränkungen in Deutschland schon im August fallen könnten: "Bei dem Impftempo, das wir derzeit haben, sind wir niemals in der Lage schon Mitte August auf eine Herdenimmunität zu kommen, die eine Öffnung wie bei Boris Johnson in England ermöglicht", sagte Lauterbach zu möglichen Lockerungen noch in diesem Herbst.

Lauterbach kritisierte auch die neuen Lockerungen in NRW. Damit werde das "falsche Signal" gegeben, dass die Pandemie vorbei sei, so der SPD-Politiker im ZDF. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) entgegnete, die Landesregierung sei nicht waghalsig. Es gebe auch kein Bundesland, das so streng teste, sagte Laumann in der ZDF-Sendung.

Ab Freitag gilt in Nordrhein-Westfalen eine neue Corona-Schutzverordnung, die angesichts niedriger Infektionszahlen eine weitgehende Normalisierung vieler Lebensbereiche vorsieht. Discos, Kirmes und Volksfeste werden mit kleinen Auflagen wieder erlaubt. In vielen Bereichen fallen zudem Kontaktbeschränkungen, Masken- und Nachverfolgungspflichten – allerdings nicht überall.

Auch SPD-Chef moniert Lockerungen in NRW

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans bezeichnete die Lockerungen als Wahlkampfmanöver von NRW-Ministerpräsident und CDU- Kanzlerkandidat Armin Laschet. "Was Armin Laschet jetzt macht, ist nicht vernunftgeleitet, sondern Schönwetterpolitik mit dem Blick auf die Bundestagswahl", sagte der SPD-Vorsitzende der "Rheinischen Post".

Zuerst brauche es eine höhere Impfquote – das sei doch nur eine Frage weniger Wochen, so Walter-Borjans. "Wenn die Landesregierung jetzt Normalität vortäuscht, ist das geradezu ein Signal an die Unentschlossenen, das Impfen nicht ernst zu nehmen", sagte er. Er habe "absolutes Verständnis" für alle, die wieder auf Festivals, in Diskotheken oder zu Sportveranstaltungen wollten. "Was wir aber sicher nicht wollen, ist eine vierte Welle", mahnte der SPD-Chef. Die Erfolge in der Pandemie-Bekämpfung dürften jetzt nicht verspielt werden.

Bei "Maybritt Illner" forderte Lauterbach zudem unkonventionelle Maßnahmen, um einen Impfanzreiz zu schaffen. Man sollte hier "sehr kreativ" sein, um Impfstoff zu den Menschen zu bringen, sagte Lauterbach am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". "An die Shisha-Bars beispielsweise, in die Ausgehmeilen", fügte er hinzu. "Wo die jungen Leute sind, da muss es möglich sein, dass die sich impfen lassen können, mit mobilen Impfteams, ohne jeden Aufwand", riet der SPD-Politiker.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • "Maybrit Illner" am 8. Juli 2021

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