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"Bild"-Chef Reichelt zofft sich mit Platzeck bei Illner

t-online, Nico Damm

Aktualisiert am 10.02.2017Lesedauer: 3 Min.
Talk bei Maybrit Illner: Der Streit zwischen Matthias Platzeck und Bild-Chefredakteur Julian Reichelt eskalierte.
Talk bei Maybrit Illner: Der Streit zwischen Matthias Platzeck und Bild-Chefredakteur Julian Reichelt eskalierte. (Quelle: /imago-images-bilder)
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Ist Donald Trump eine Bedrohung f├╝r die Demokratie? Das war das Thema, mit der sich die Talk-Runde bei "Maybrit Illner" besch├Ąftigte. "Bild"-Mann Julian Reichelt warf Matthias Platzeck indirekt vor, von Russland gekauft zu sein.

Die G├Ąste:


NACHRICHTEN DES TAGES

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Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums e. V., ehemaliger SPD-Parteivorsitzender Deborah Feldman, US-amerikanische Autorin Peter Rough, Hudson Institut Josef Braml, USA-Experte der Deutschen Gesellschaft f├╝r Ausw├Ąrtige Politik (DGAP) Julian Reichelt, Vorsitzender "Bild"-Chefredaktionen Wolfgang Ischinger, Leiter der M├╝nchner Sicherheitskonferenz

Das Thema

In den ersten Wochen seiner Amtszeit will Donald Trump im Eiltempo sein Wahlprogramm umsetzen. Oft kassieren jedoch Richter seine Dekrete ÔÇô und laufen Gefahr, danach vom US-Pr├Ąsidenten pers├Ânlich und in aller ├ľffentlichkeit angegangen zu werden. Das sorgte j├╝ngst sogar bei Trumps "Lieblingsrichter" Neil Gorsuch, den er f├╝r den Obersten Gerichtshof nominieren will, f├╝r Kritik. "Trump macht ernst - ist dieser Pr├Ąsident zu stoppen?", fragte also Maybrit Illner.

Gemeint war vor allem: Akzeptiert dieser Mann Entscheidungen der Justiz, wenn sie ihm nicht gefallen? Hier kam die Sendung nur wenige Stunden zu fr├╝h, denn am sp├Ąten Abend hatte ein Gericht entschieden: Das Einreiseverbot f├╝r Menschen aus sechs vorwiegend muslimisch gepr├Ągten L├Ąndern bleibt ung├╝ltig.

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Der Frontverlauf

Kann es Richter kalt lassen, wenn sie von einem Pr├Ąsidenten ├Âffentlich angep├Âbelt werden? Auf diese Frage fanden Ischinger und Reichelt ├Ąhnliche Antworten: Sorgen machten sie sich schon. Aber das System der "checks and balances", also der gegenseitigen Kontrolle von Verfassungsorganen, funktioniere.

Reichelt sprach sogar von einer "Sternstunde der Demokratie", weil sich die Justiz selbst dem gro├čen Druck Trumps nicht beuge.

Politikwissenschaftler Josef Braml, als Experte kurz hinzugeholt, war da skeptischer: Die Richter und andere Gegner m├╝ssten sicherlich als S├╝ndenb├╝cke herhalten, falls es irgendwann zu einem Anschlag k├Ąme. Er kritisierte au├čerdem den so genannten "Krieg gegen den Terror". Unter den Waffen, zitierte er Cicero, schwiegen die Gesetze. Feldman sah die Demokratie in den USA auf dem absteigenden Ast, was auch durch ein aktuelles Ranking belegt sei.

Aufreger des Abends

Ein hitziges Wortgefecht hatte sich bereits angebahnt, als Platzeck sich fast beil├Ąufig ├╝ber den neuen Posten von Julian Reichelt lustig machte:

Er sei der "Chefredakteur der Chefredakteure". Sicher wohl wissend, dass es "Vorsitzender der"Bild"-Chefredaktionen" hei├čen m├╝sste. Doch als es sp├Ąter um das Thema Syrien ging, eskalierte der streitbare Journalist die Situation: Nachdem Platzeck der Situation in Syrien auch etwas Positives abgewinnen konnte ("ein Staat, wo mehrere Religionen zusammenleben") und auch Russland gegen Kritik aus der Runde verteidigte, entgegnete Reichelt: Das mache ihn fassungslos, dass dieser sowas sage, "ob bezahlt oder unbezahlt".

Da platzte es aus Platzeck heraus: "Diese Art der Denunziation habe ich das letzte Mal in der DDR geh├Ârt." Wenn Reichelt noch einmal so etwas sage, dann...Was dann kommen sollte, ging unter, da beide gleichzeitig verbal aufeinander einpr├╝gelten.

├ťberraschung des Abends

Wenn es um die Rechte von Fl├╝chtlingen geht, ist ein rechtskonservativer Bild-Mann wohl nicht der Erste, den man fragen w├╝rde. Aber Reichelt wagte einen Blick ├╝ber den Atlantik und zur├╝ck: Es sei "verlogen", als Europ├Ąer Trumps Einreiseverbot oder sein Mauer-Projekt zu kritisieren, w├Ąhrend die T├╝rkei selbst eine Mauer an der Grenze zu Syrien baue ÔÇô zumindest quersubventioniert von den Milliarden aus Br├╝ssel. "Da werden regelm├Ą├čig Menschen erschossen, wenn Sie aus Syrien kommen."

Was bleibt

Wenig, was Hoffnung macht. Selbst eine Entspannung der Konflikte mit Russland hielt zumindest Ischinger nicht f├╝r realistisch: Trump habe gro├čen Druck aus dem Senat, die Raketenabwehr in Polen zu behalten, w├Ąhrend Putin deren Abbau fordern werde. Allerdings funktionierte der Senat auch als m├Ą├čigendes Korrektiv: Im Sommer n├Ąchsten Jahres fange der Wahlkampf f├╝r das Abgeordnetenhaus an. "Dann werden sich die Abgeordneten ├╝berlegen: Hat dieser Pr├Ąsident dazu beigetragen, dass ich wiedergew├Ąhlt werde?"

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