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Lesermails zu aktuellen Themen:"Die Politik ist mit der Digitalisierung der Schulen überfordert"

MEINUNGMails an die Redaktion  

"Die Politik ist mit der Digitalisierung der Schulen überfordert"

27.01.2021, 17:07 Uhr | t-online, cj, mw

Lesermails zu aktuellen Themen:"Die Politik ist mit der Digitalisierung der Schulen überfordert". Ein iPad in einem leeren Klassenraum (Quelle: imago images/ Michael Weber)

Ein iPad in einem leeren Klassenraum: Ein t-online-Leser glaubt, die Politik ist einer schnellen und allumfassenden Digitalisierung nicht gewachsen. (Quelle: Michael Weber/imago images)

Besonders in der Pandemie werden Versäumnisse bei der Digitalisierung der Schulen offensichtlich. Ein t-online-Leser macht einen Vorschlag, der TV- und Rundfunkanstalten in den Prozess mit einbeziehen würde. 

Wir fragen unsere Leser regelmäßig, welche Themen sie momentan besonders beschäftigen und bitten sie, auf die Berichterstattung von t-online zu reagieren. In Lesermails an die Redaktion formulieren sie ihre Gedanken, die sie publik machen wollen. Hier eine Auswahl:

27. Januar 2021: t-online-Leser Klaus Dobler über die Digitalisierung in Schulen – "Es wird sicherlich noch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen"

"Mittlerweile ist wohl jedem klar geworden, dass die Politik mit der Digitalisierung unserer Schulen überfordert ist und dementsprechend auf ganzer Linie versagt hat. Es ist nicht damit getan, große Kontingente an Tablets und Notebooks zu bestellen und den Schulen zur Verfügung zu stellen. Das gilt insbesondere, wenn die Voraussetzung eines schnellen Internets und Fachkompetenz in der Handhabung der Hard- und Software nicht ausreichend vorhanden sind, um den Schülern einen umfangreichen und effektiven digitalen Unterricht zu garantieren. Trotz aller Bemühungen der Verantwortlichen wird es sicherlich noch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, ein System zu etablieren, das die Defizite in Corona-Zeiten abfedert und unseren schulpflichtigen Kindern das Bewusstsein vermittelt, nicht abgehängt zu werden, sondern Ihnen das Gefühl gibt: Wir kümmern uns!

Ein Vorschlag, um die gravierenden Lücken in der Digitalisierung zumindest etwas zu kompensieren: Wäre es nicht möglich, die öffentlich-rechtlichen TV- und Rundfunkanstalten zu verpflichten, die Regionalsender vorübergehend zu schulischen Klassenzimmern umzufunktionieren? Es hat zwar nicht jeder einen für die Kinder verfügbaren PC, ein TV-Gerät steht jedoch in fast jedem Haushalt. Jedes Bundesland behielte seine Flexibilität, seinen Lehrstoff zu vermitteln, ohne sich im Voraus in unsäglichen Diskussionen auf Ministerebene noch weiter auseinander zu dividieren und gute Ansätze im Keim zu ersticken. Corona wird uns mit Sicherheit noch sehr lange begleiten, die Wahrscheinlichkeit neuer Pandemien ist realistischer geworden. Was hält uns also davon ab, unkonventionelle Dinge zu tun, die zumindest dem Gefühl der immer stärker werdenden Hoffnungslosigkeit Einhalt gebieten?"

27. Januar 2021: t-online-Leserin Monika Kummerhoff über den Umgang mit den Bürgern in der Pandemie – "Verständnis für die Widersprüche aufzubringen, fällt schwer"

"Natürlich ist diese Corona-Pandemie ein gesamtgesellschaftliches Ereignis, das nicht leicht zu bewältigen ist. Was mich ärgert ist jedoch, dass im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern alle demokratischen Umgangsformen außer Kraft gesetzt werden. Einerseits werden strenge Beschränkungen im Alltag angeordnet, andererseits sind aber Flugreisen in alle Welt möglich. AfD-Präsenzparteitage und Anti-Corona-Demos werden erlaubt, volle Bahnen und Busse zu Stoßzeiten müssen akzeptiert werden und Präsenzunterricht wurde lange vehement verteidigt.

Verständnis für diese Widersprüche aufzubringen, fällt schwer. Ich lebe in Nordrhein-Westfahlen und obwohl wir – warum auch immer – mit dem Impfen zu den Schlusslichtern in der Republik gehören, wurde aus den vielbeschriebenen Pannen anderer Länder, was die Vereinbarung eines Impftermins betrifft, nichts gelernt. Endlose Versuche per Telefon und Internet wurden entweder gar nicht oder mit falschen Angaben beantwortet. Und nach diesem Chaos meldet sich am Abend der Ministerpräsident Laschet zu Wort und spricht von einem erfolgreichen Start. Der Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung redet währenddessen davon, dass man leider auf diesen Ansturm nicht vorbereitet gewesen sei und auch nicht berücksichtigen könne, dass Ehepaare einen gemeinsamen Termin bekommen. Positive Beispiele – der engagierte Umgang mit der Pandemie in Tübingen – werden nicht nachgeahmt, sondern kleingeredet und unter den Tisch gekehrt."

19. Januar 2021: t-online Leser Georg Sturm schlägt Impfungen in Schulen vor – "Das höchste Gut sollten doch unsere Kinder sein"  

"Es fällt mir zunehmend schwerer, unseren Politikern und deren Regeln zu folgen. Nicht weil ich dagegen bin, sondern lediglich weil ich manche Entscheidungen nicht mehr verstehe. Beispielsweise wird immer wieder auf unsere Kinder, Schule und Ausbildung und damit einhergehend auch auf den Schutz der Familien hingewiesen. Und es werden entsprechende Maßnahmen getroffen, wie Schulschließungen oder Maskenpflicht und bei Kälte lernen.

Hier mal ein neuer Vorschlag von mir, um der Sache etwas besser Herr zu werden: Impft doch ab dem Schulalter die Kinder und Jugendlichen sowie Lehrer zuerst (...). Gleichzeitig dürften dann auch nur Geimpfte – Personal und Besucher – in Pflegeheime gehen. Der Vorteil wäre, dass unsere Kinder in die Schulen könnten. Damit wäre wieder eine geordnete Bildung möglich. Auch die soziale Verarmung könnte so vermieden werden. Ferner wären die Eltern und Großeltern entlastet und zum Teil sogar geschützt. Das höchste Gut sollten doch unsere Kinder sein.

Mir fehlt bis heute die Erklärung, warum unsere Kinder nicht so schützenswert sind wie unsere älteren Mitmenschen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass mancher Opa oder manche Oma auf eine schnelle Impfung zugunsten ihrer Enkel verzichten würde."

19. Januar 2021: t-online Leser Volker Raible über die aktuelle Situation – "Wir werden uns wundern, was wir verlieren, wenn Frau Merkel aufhört"

"Es ist einigermaßen beunruhigend, wie unsere Republik mit der Pandemie umgeht. Unsere Ministerpräsidenten kochen eigene Süppchen. Überall gibt es unterschiedliche regionale Maßnahmen, die man umgehen kann, indem man in die einfachere Region überwechselt. Man streckt auf diese Art die Dauer der Pandemie und verursacht dadurch immer mehr Schaden.

Dann wäre da noch die FDP, sie will alle Diskussionen in das Parlament verlegen. Offenbar haben sie noch nicht bemerkt, dass derartige Diskussionen langwierig sind und nicht zuletzt auch von der AfD genutzt werden, um teilweise unsinnige Meinungsbeiträge zu bringen, die nur dieser absolut unnötigen Ansammlung von rückwärts gerichteten Zeitgenossen zur Profilierung dienen. 

Vielleicht wäre es doch sinnvoller, einmal einen harten und schmerzhaften Lockdown zu machen, als ständig homöopathische Lockdowns zu machen und damit eine immer längere Dauer der Pandemie zu erreichen. Unsere Kanzlerin hat aufgrund ihrer Ausbildung als Physikerin mit damit verbundenen Mathematik-Kenntnissen sicherlich eine bessere Vorstellung der Aussichten als die Ministerpräsidenten. Wir werden uns wundern, was wir verlieren, wenn Frau Merkel aufhört."

8. Januar 2021: t-online-Leser Thomas Antkowiak über den Sturm auf das Kapitol in Washington, D.C.

"Wir alle haben mit Entsetzen auf den Sturm auf das Kapitol der Vereinigten Staaten von Amerika geschaut. Dass dies möglich war, scheint mir immer mehr auch ein gesellschaftliches Problem zu sein. Unser Bundespräsident hat hier richtigerweise an den Sturm auf unseren Reichstag erinnert. Auch hier sind Populisten am Werk gewesen, die Gesellschaftsgruppen, aus welchen Gründen auch immer, für sich zu nutzen wussten. Die Voraussetzung dafür ist das schwindende Interesse einer Gesellschaft an der Politik, an der Verpflichtung des einzelnen Bürgers, sich gesellschaftspolitisch zu informieren und zu interessieren, um dann zu einem hoffentlich objektiven Meinungsbild zu kommen.

Eine Demokratie überlebt nicht, wenn wir uns vorkauen lassen, was zu tun ist.  Anscheinend ist es Donald Trump ausgezeichnet gelungen, genau das zu tun. Eine Demokratie kann aber nur überleben, wenn das Leistungssystem die Möglichkeit bietet, in bezahlbarer, sozialer Verantwortung auch die schwächeren Zeitgenossen unserer Gesellschaft mitzutragen, was unsere verdammte Pflicht ist. Deutschland verfügt über solch ein soziales Netz. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn dem nicht so wäre."

5. Januar 2021: t-online-Leserin Heidemarie Schubert-Kluge über den Lockdown – "Ich hätte mir das bereits im Oktober gewünscht"

"Ich empfinde es als selbstverständlich, dass wir jetzt strengere Regeln einhalten müssen – ich hätte mir das bereits im Oktober gewünscht. Was ich jedoch nicht verstehe ist, dass diese Beschränkungen immer nur für maximal vier Wochen beschlossen werden. Dadurch, so könnte ich mir vorstellen, sinkt die Zustimmung zu diesen Maßnahmen, wenn sie immer wieder verlängert werden und sich niemand das wirkliche Ende ausrechnen kann.

Liebe Leserinnen und Leser: t-online veröffentlich regelmäßig Lesermeinungen. Auch Sie haben etwas zu sagen und möchten, dass es veröffentlicht wird? Hier erfahren Sie, wie Sie uns Ihre Lesermail schicken können.

Mein Vorschlag wäre: Shutdown so lange, bis der Inzidenzwert für ganz Deutschland zwei Wochen lang maximal zehn beträgt.
Damit muss jedem klar sein, dass es nur an ihm liegt, wie schnell der Shutdown ein Ende hat. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich dann mehr Menschen an die Regeln halten. Und: Diese Regel wäre in meinen Augen eine klarere Aussage als immer wieder dieses Ja-Nein-Ja-Nein."

4. Januar 2021: t-online-Leserin Anka Heilmann über Corona-Maßnahmen für den Schulunterricht – "Förderschüler mit ihren Besonderheiten werden kaum berücksichtigt"

"Ich vermisse in der gegenwärtigen Diskussion die Frage, wie der Präsenzunterricht an Schulen fortgeführt werden kann. Außerdem werden Förderschüler mit ihren Besonderheiten kaum berücksichtigt. Natürlich ist die Situation der Familien teilweise sehr schwierig, weil sie die aufwendige Betreuung ohne Unterstützungsnetz stemmen müssen. Aus epidemiologischer Sicht ist die Betreuung in der Schule allerdings schwierig. Viele Schüler können den Mundschutz nicht richtig tragen und brauchen Hilfe, ihn korrekt aufzusetzen oder nehmen ihn in den Mund und durchfeuchten ihn. Es gibt auch etliche vom Mundschutztragen befreite Schüler, die Personen anspucken. Zum Teil werden diese Schüler von Integrationshilfen eng betreut, die AHA-Regeln lassen sich nicht umsetzen. Abstand halten funktioniert nicht zuverlässig.

Die Schüler werden größtenteils im Spezialtransport zur Schule gebracht und sitzen durchmischt über lange Zeit zusammen. Ich verstehe nicht, dass zum einen das zuverlässige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht Voraussetzung für den Besuch der Schule in Pandemiezeiten ist und dass die Eltern nicht mehr in die Pflicht genommen werden, wenn möglich ihre Kinder selbst zu bringen. Ich würde mir wünschen, dass die Politik auch diese Sorgen berücksichtigt!"

2. Januar 2021: t-online-Leser Sven Stadie über China – "Die ganze westliche Welt sollte sich von China nach überstandener Pandemie etwas stärker distanzieren"

"Ich frage mich, warum sich die ganze Welt mit China gut stellt. Die haben die Pandemie nur so schnell in den Griff bekommen, weil es dort eine autoritäre Regierung gibt, die auf demokratische Freiheiten pfeift. Da wird beispielsweise eine Ausgangssperre angeordnet und wer sich nicht daran hält, kommt in den Knast. Eventuell wird sogar gefoltert, aber so weit möchte ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. Es gibt staatliche Überwachung durch Corona-App-Pflicht und vieles mehr.

Anfangs wollte China sogar vertuschen, dass Covid-19 aus diesem Land kommt, beziehungsweise es herunterspielen. Die meisten scheinen es schon wieder vergessen zu haben. Die ganze westliche Welt sollte sich von China nach überstandener Pandemie etwas stärker distanzieren. Eigentlich sollte China für die Impfstoffkosten und den entstandenen wirtschaftlichen Schaden in Regress genommen werden."

Die in Lesermails geäußerten Ansichten geben die Meinung der Autoren wieder und entsprechen nicht notwendigerweise denen der t-online-Redaktion.  

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