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Lesermails zu aktuellen Themen: "Die Kontrolle der Regel-Einhaltung ist zu lasch"

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"Die Kontrolle der Regel-Einhaltung ist zu lasch"

23.11.2020, 14:04 Uhr | t-online, cj, mw

Lesermails zu aktuellen Themen: "Die Kontrolle der Regel-Einhaltung ist zu lasch". Streife des Ordnungsamt (Quelle: imago images/Jochen Tack)

Eine Streife des Ordnungsamtes kontrolliert die Maskenpflicht in einer Einkaufsstraße: Einem t-online-Leser sind die aktuellen Kontrollen noch zu lasch. (Quelle: Jochen Tack/imago images)

Gerade in der aktuellen Krise ist Solidarität enorm wichtig. t-online-Leser Manfred Pachten fällt jedoch auf, dass sich immer mehr der Egoismus durchsetzt. Warum genau schreibt er in einer Lesermail.

Wir fragen unsere Leser regelmäßig, welche Themen sie momentan besonders beschäftigen und bitten sie, auf die Berichterstattung von t-online zu reagieren. In Lesermails an die Redaktion formulieren sie ihre Gedanken, die sie publik machen wollen. Hier eine Auswahl:

23.11.2020: t-online-Leser Manfred Pachten über Solidarität: "Ich halte es für viel zu riskant, dass an den Feiertagen Lockerungen erfolgen sollen"

"Was Solidarität bedeutet, ist weiten Bevölkerungskreisen nicht bekannt. Stattdessen macht sich immer mehr Egoismus breit. Die Grundregeln zur Eindämmung der Pandemie werden allzu oft nicht eingehalten. Noch viel zu wenig werden FFP2-Masken benutzt. Ich plädiere dafür, die Maskenpflicht im Unterricht für Schüler ab der fünften Klasse einzuführen. Die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs ist mit hohen Risiken verbunden, weil die Fahrzeuge zu voll sind und Abstände nicht eingehalten werden können. Die Kirchen kündigen für Weihnachten Gottesdiente an – unter Beachtung der Corona Regeln, heißt es.

Ich halte es für viel zu riskant, dass bis kurz vor Weihnachten die strengen Regeln gelten, dann aber an den Feiertagen Lockerungen erfolgen sollen, halte ich für falsch. Dann haben wir zwischen den Jahren und am Jahresanfang wieder mit erhöhten Fallzahlen zu kämpfen. In Hinblick auf die dann fehlenden sowieso schon knappen Intensivbetten in den Kliniken wäre das eine Katastrophe. Die Kontrolle der Regeleinhaltung ist meiner Ansicht nach zu lasch – die Ortspolizeibehörden bzw. die Ordnungsämter sind dazu leider personell unterbesetzt. Das gleiche gilt für die Gesundheitsämter bei der Infizierten-Nachverfolgung."

23.11.2020: t-online-Leser Sascha Filius über klare Vorgaben für die Wirtschaft: "Die Novemberhilfen müssen gelten, solange die Einschränkungen gelten"

"Für die wirtschaftlich betroffenen Gruppen braucht es jetzt klare Vorgaben und Zusagen. Ich verstehe, wenn man so kurz vor dem möglichen Ziel  keine zu großen Risiken mehr eingehen möchte und dafür piano vorgeht. Aber geht das, ohne dass wir Hunderttausende oder gar Millionen in die Existenznot mit allen daraus entstehenden Folgeschäden für die komplette Gesellschaft entlassen? Das muss verhindert werden. Die Novemberhilfen müssen gelten, solange die Einschränkungen gelten.

Dabei müssen aus meiner Sicht unbedingt noch einmal die vorhandenen Einschränkungen der Hilfen geprüft werden. Die anteilige Umsatzregelung führt dazu, dass erneut – wie schon im März – viele betroffene Unternehmen und Menschen nicht oder wenig von den Hilfen profitieren. Wer beispielsweise im touristischen Bereich tätig ist, ob Vollzeit oder auch nur teilweise, hat seit März mit starken Einschränkungen zu tun gehabt. Erst im Sommer sind die 60 Prozent Regelungen gefallen und schon im Oktober war man von Beherbergungsverboten schon wieder getroffen. Das Jahresendgeschäft – die zweite Saison im Jahr – wird wohl gar nicht stattfinden. Somit ist auch jemand, der zum Beipiel nur 30, 50 oder 65 Prozent seines Umsatzes mit Touristik oder auch Gastronomie macht, extrem getroffen. Diese Grenze ist nicht hilfreich, sondern hinterlässt erneut Menschen und Schicksale, die allein gelassen werden."

17.11.2020: t-online-Leserin Sylvia Heger über den Lockdown light: "Eine Chance, die Unruhe und Reizüberflutung aus dem kindlichen Alltag herauszunehmen"

"Viele erinnern sich bestimmt noch gut an die 60er- und 70er-Jahre. Da waren ein bis zwei feste Spielfreunde für die Freizeitgestaltung völlig normal und gereichten der psychischen Gesundheit ganz bestimmt nicht zum Schaden. Das Kind erlebte sich früh in einer 'Zweier-Beziehung', in die dann gelegentlich ein Dritter dazukam und Dynamik hereinbrachte. Und beim Heranwachsen gesellten sich dann ein Sportverein oder eine Jugendgruppe mit mehr Sozialkontakten dazu. Wozu also jetzt die große Aufregung beim Appell an die Eltern, die Anzahl der Spielkontakte bei Kindern radikal zurückzufahren? Vielleicht endlich eine Chance, die Unruhe und Reizüberflutung aus dem kindlichen Alltag herauszunehmen?

Auch ein Restaurantbesuch war damals noch etwas Besonderes, man hatte per se großzügigen Abstand zu den Tischnachbarn, um in Ruhe zu genießen. Bis die Profitgier der Gastwirte zu immer noch mehr Tischen im Raum und viel Billigpersonal zum Bedienen führte. Urlaub war 'echter' Urlaub, Erholung vom Arbeitsleben, keine Shopping- oder Sauftour für ein paar Stunden dank Billigfliegern mit unterbezahltem Personal.

Waren die Menschen in dieser vergangenen Zeit denn wirklich um so vieles schlechter dran als in unserer heutigen Konsumgesellschaft mit immer mehr Masse statt Klasse? Jetzt umzudenken, sich an ein anderes Leben zu gewöhnen, tut weh, weil uns so dermaßen fremd. Es ist aber unumgänglich in einer Welt mit Corona und kann auch neue Chancen eröffnen."

16.11.2020: t-online-Leser Sven Stadie über Risikogruppen: "Sie scheren sich nicht darum, dass die Jüngeren ihnen zuliebe diesen Lockdown mitmachen!"

"Mir fehlt von Merkel und Co. ein direkter Appell an die Risikogruppen. Wir sollen Risikogruppen nur besuchen, wenn wir frei von Symptomen sind. Halten sich diese umgekehrt den Massen fern? Nein! Zumindest beobachte ich das tagtäglich. Ich bin Berufspendler und fahre mit der Bahn vom Land nach München rein. Sowohl in den Geschäften in meinem Wohnort als auch in München selber, wenn ich mal schnell nach Feierabend noch etwas besorgen muss, sehe ich immer zu viele Ü70-Bürger in vollgestopften Supermärkten, Drogerien etc. Sie scheren sich nicht darum, dass die Jüngeren ihnen zuliebe diesen Lockdown mitmachen. Neulich hat die Fleischwarenverkäuferin bei unserem Supermarkt die Augen verdreht. Vor mir hatte ein älteres Ehepaar an der Theke eingekauft und die Verkäuferin sagte, die wären fast jeden Tag da.

Beim ersten Lockdown habe ich mich bei der Nachbarschaftshilfe angemeldet. Ich hatte auch nach mehreren Wochen keinen einzigen Auftrag erhalten, für eine ältere oder vorerkrankte Person einkaufen zu gehen beziehungsweise Besorgungen zu machen. Als ich aber in der Zeit für mich einkaufen ging, sah ich sehr viele Leute aus der Risikogruppe in überfüllten Geschäften. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit bei diesen Menschen am höchsten, dass die ein Fall für die Intensivstation werden, sobald sie sich mit Corona infiziert haben. Ich kann ja verstehen, dass Angst vor sozialer Isolation herrscht. Man könnte sich ja aber privat mit einer älteren Nachbarin nachmittags zum Kaffeekränzchen treffen oder Ähnliches. Sie sollten nur möglichst auf Einkäufe in überfüllten Läden verzichten.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Altparteien ihren einzig verbliebenen Stammwählern Narrenfreiheit einräumen, damit sie weiterhin trotz der zuletzt stark gesunkenen Wählergunst die Mehrheit bei Wahlen erringen können."

11.11.2020: t-online-Leser Familie Wagner über die Anti-Corona-Demo in Leipzig: "Das kann es doch nicht sein, da wird kein Abstand gewährt"

"Was stimmt eigentlich momentan nicht? Die Bevölkerung ist nicht nur in Anspannung durch den Teil-Lockdown in Bezug auf das Coronavirus. Nein, so mancher, wie auch wir, versteht einfach nicht, dass die privaten Kontakte diesbezüglich eingeschränkt werden sollen und müssen, aber im gleichen Zug werden Anti-Corona Demonstrationen in großem Maße zugelassen. Das kann es doch nicht sein, da wird kein Abstand untereinander gewährt und keine Masken getragen. Das steht einfach in keinem Verhältnis zu den Corona Regeln. Der eine darf und der andere muss die Einschränkungen hinnehmen?

Leider werden diese Corona-Gegner auch noch von den Gerichten unterstützt, indem diese Demonstrationen genehmigt werden.
Man sieht überall, wie weit diese Corona-Gegner gehen, wenn diese sogar unsere Polizei angreifen und krankenhausreif schlagen. Unseres Erachtens nach muss man dort eher hart durchgreifen, anstatt jegliche Freiheiten zu gewähren."

11.11.2020: t-online-Leserin Sylvia Heger zur Ungewissheit über Ansteckungen im Kultur- und Sportbereich

"Wir machen es uns einfach, die Explosion der Infektionszahlen auf private Partygeschehen und zu viele Sozialkontakte zu schieben, während wir wochenlang die Auftritte von "Unmaskierten" bei öffentlichen Veranstaltungen aus Sport, Kunst und Kultur, ja sogar im Bundestag mit ansehen konnten. Woher nehmen unsere Vertreter aus Gastronomie, Kinos und Fitnessstudios, Kultur- und Sporteinrichtungen die Gewissheit, dass bei ihnen so gar keine Ansteckungen stattgefunden haben? Woher kommt die Gewissheit für Kitas, Schulen und Gottesdienste? Fakt ist doch, dass nachweislich der Großteil der steigenden Infektionsfälle von den Gesundheitsämtern schon lange keinem Geschehen mehr zugeordnet werden kann!

Wissen Sie heute noch, mit wem Sie Tage zuvor Kontakt hatten? Gar nicht zu reden von den vielen Befragten, die solche Kontakte lieber verschweigen – aus welchen Motiven auch immer.

Im November könnte sich zumindest jetzt zeigen, ob die wirklich infektionsrelevanten Einrichtungen geschlossen wurden. Ab jetzt läuft aber auch der Countdown für die dringend nötige Aufstockung des fehlenden Personals in sämtlichen noch offen gebliebenen Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens. Und dazu gehören die Schulen inklusive Schulbusse und Kitas ebenso wie die Pflegeheime und Krankenhäuser. Nicht zu vergessen die äußerst personalknappen Gesundheitsämter und Intensivstationen – als Spitze des Eisbergs."

4.11.2020: t-online-Leser Willi Hansen über eine Abhängigkeit von den USA

"Ich bin beileibe kein Trump-Anhänger. Aber er hat es geschafft, dass einige europäische Staaten sich Gedanken über die Abhängigkeit von den USA machen. Besonders im Bereich des Wehretats. Aber auch die Klimapolitik muss hier genannt werden.

Durch diverse Medien und Kommentare wird deutlich, wie viel Steuergeld verschwendet wird. Zum Beispiel für Gebäude oder Brücken – die sinnlos in der Gegend stehen – (…) oder für Infrastrukturmaßnahmen, die ebenso sinnlos sind. Erneuerbare Energie ist doch das Zauberwort, welches es zu realisieren gilt. Wind und Sonne haben wir genug, warum also nicht mehr nutzen?

In der Vergangenheit und in der Gegenwart zeigt es sich, dass in Europa, nicht nur in Deutschland, fähige Menschen sitzen, die durch ihre Tätigkeit und ihr Engagement jederzeit in der Lage wären, Europa von den USA abzukoppeln und das in jeder Hinsicht. Solange wir uns in "Dankbarkeit" ergeben, solange sind wir, ob gewollt oder nicht, ein Satellitenstaat der USA, nur ohne Wahlberechtigung.

Kein Staat tut etwas umsonst, aber müssen wir uns denn immer noch verneigen und jede Schmähung seitens Politiker wie Orban oder Trump dulden? Deutschland ist Vorreiter im Verwalten, Ausdiskutieren und dem Erörtern möglicher Konsequenzen, statt endlich den Mut zu zeigen, unsere eigenen, europäischen Vorstellungen unabhängig von Washington oder Moskau durchzusetzen."

5.11.2020: Vorschlag, wie man überfüllte Verkehrsmittel vermeiden kann (auf Wunsch anonym)

"Die gesetzlichen Vorschriften sind ja schön und gut. Allerdings stehen die Menschen zu den Hauptverkehrszeiten morgens und mittags dicht gedrängt in den U-Bahnen und Bussen, vermutlich auch in den Straßenbahnen, – jedenfalls in Nürnberg. Das ist super für die Virenübertragung, denke ich so bei mir.

Ich bin der Meinung, der Beginn der Schule soll beispielsweise auf 9.30 Uhr verlegt werden. So wären morgens Früh nur die Arbeitnehmer unterwegs und der Unterricht würde entsprechend später enden, sodass mittags auch die Teilzeitkräfte ausreichend Platz in den öffentlichen Verkehrsmitteln hätten und Abstand halten könnten."

27.10.2020: t-online-Leser Lutz Schmidt zu einem "Lockdown light": 

"Als private Reiseveranstalter und Gastronomen haben wir mit Schrecken die Nachricht von dem möglicherweise geplanten Lockdown light zur Kenntnis genommen. Wir können nur hoffen, dass dem nicht zugestimmt wird. Er würde die ganze Branche zerstören. Ein 'Lockdown light' bedeutet keine Einnahmen für die privaten Unternehmer, aber weiter laufenden Kosten.

Es sollte jeder nicht nur an sich denken, sondern auch sich selbst schützen. Ein gemeinsamer 'Lockdown light' würde die Gemüter noch mehr erhitzen und eine große Gefahr bringen.

Ich glaube, man sollte hier an die Vernunft der Menschen appellieren und diejenigen, die dagegen verstoßen, hart zur Kasse bitten. Aber bitte nicht für die Dummheit anderer einfach alle Menschen bestrafen.

Im Fußball da umarmt man sich nach jedem Tor und im zivilen Leben sollen die Menschen auseinander gehen?

Wenn wir diesen 'Lockdown light' durchziehen, dann brauchen wir die vielen Betten bald für Menschen mit nervlichen Erkrankungen. Ich schätze, wenn diese Maßnahme erfolgt, dann gibt es eine große Sammelklage." 

22.10.2020: t-online-Leser Willi Hansen: "Mich erzürnt, dass viele die Gesundheit anderer gefährden"

"Corona ist in aller Munde und dies seit März dieses Jahres. Niemand kann wohl die Existenz und Gefährlichkeit dieses Virus leugnen. Umso mehr erzürnt es mich, dass viele – vor allem junge Menschen – trotz aller Hinweise diese Pandemie ignorieren und die Gesundheit anderer permanent gefährden, ohne eine finanzielle oder rechtliche Konsequenz zu spüren.

Liebe Leserinnen und Leser: t-online veröffentlich regelmäßig Lesermeinungen. Auch Sie haben etwas zu sagen und möchten, dass es veröffentlicht wird? Hier erfahren Sie, wie Sie uns Ihre Lesermail schicken können.

Im März und April dieses Jahres wurde den Pflegekräften sowie den Rettungskräften – sei es nun ein Rettungsdienst oder die Feuerwehr – von Balkonen herab Beifall gespendet. Jetzt ist dies wohl in Vergessenheit geraten oder bereits Routine, dass diese Menschen ihre eigene Gesundheit zum Wohle anderer aufs Spiel setzen und Überstunden im Pflege- und Intensivbereich sowie im Rettungsdienst verrichten.

Seltsam mutet es auch an, dass viele freiwillige Helfer und auch fest angestellte Kräfte in den diversen Rettungsdiensten, trotz permanentem Kontakt mit Infizierten und Nichtinfizierten seitens der jeweiligen Organisation wenig Unterstützung bezüglich der Corona-Tests erhalten und diese häufig auch noch selbst bezahlen müssen. Für manch einen sind die geforderten Testkosten in Höhe von 90 bis 250 Euro je nach Bundesland auf Dauer nicht tragbar.

Vielleicht besinnt sich der eine oder andere darauf, dass man von Applaus nicht leben kann und ein Schutz vor Infektion dadurch nicht gewährleistet ist."

Die in Lesermails geäußerten Ansichten geben die Meinung der Autoren wieder und entsprechen nicht notwendigerweise denen der t-online-Redaktion.  

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