Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Außenpolitik >

Kritiker stören Gabriel-Veranstaltung - der antwortet

Protest gegen Waffenexporte an Türkei  

Kritiker stören Gabriel-Veranstaltung - der antwortet

27.01.2018, 14:44 Uhr | dpa

. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) spricht in Hamburg im Thalia Theater während einer Buchvorstellung des Schriftstellers Navid Kermani: Proteste gegen Waffenlieferungen an die Türkei störten die Lesung. (Quelle: dpa/Daniel Bockwoldt)

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) spricht in Hamburg im Thalia Theater während einer Buchvorstellung des Schriftstellers Navid Kermani: Proteste gegen Waffenlieferungen an die Türkei störten die Lesung. (Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa)

Pro-kurdische Demonstranten haben eine Veranstaltung mit Sigmar Gabriel unterbrochen. Der Außenminister ließ sich auf eine Diskussion mit seinen Kritikern ein.

Am Freitagabend unterbrachen Proteste gegen die Rüstungsexporte an die Türkei eine Lesung im Thalia Theater mit Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und dem Schriftsteller Navid Kermani. Gleich zu Beginn der Veranstaltung entrollten die Demonstranten auf den oberen Rängen zwei Transparente, warfen kleine Zettel herunter und riefen Parolen gegen Waffenexporte. "Türkei bombardiert - Deutschland kassiert" und "Solidarität mit Kurdistan" stand auf den Transparenten und Zetteln. Gabriel diskutierte mit den Demonstranten und verteidigte seine Politik.

"Exportieren seit 2015 weniger Waffen"

"Wir verkaufen den Türken keine Waffen", betonte er. Deutschland habe sogar die Bitte der Türkei um die Lieferung von Schutzausrüstung gegen Terroristen abgelehnt. Seit 2015 exportiere Deutschland weniger Waffen. Den derzeitigen Anstieg habe die Vorgängerregierung zu verantworten, die große Rüstungsexportprojekte vereinbart habe. Man könne sich dadurch schuldig machen, dass man Waffen liefere, aber auch dadurch, dass man keine liefere, gab der Minister zu bedenken. Ohne die Waffenlieferungen an die Peschmerga im Irak wären die Volksgruppe der Jesiden vom Islamischen Staat ausgerottet worden.

Kermani begrüßte die Demonstration. Die Frage nach den Rüstungsexporten sei völlig berechtigt. Er pflichtete jedoch Gabriel bei: "Ich glaube, dass es richtig war, sehr schnell Waffen an die Kurden zu liefern, damit sie den IS stoppen." Gabriel zeigte sich von Kermanis Reportagebuch "Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan" so beeindruckt, dass er den Autor scherzhaft als künftigen Außenminister vorschlug. Auf Nachfrage von Moderator Lothar Gorris fügte er jedoch hinzu: "Ehrlich gesagt, ich kenne keinen Minister, der gerne aufhört."

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal