Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Russland wirft Deutschland Hackerangriffe vor

Von dpa, nhr

Aktualisiert am 11.08.2020Lesedauer: 3 Min.
Der deutsche (l.) und der russische Außenminister unterhielten sich in Moskau zu akuten Herausforderungen und Krisen.
Der deutsche (l.) und der russische Außenminister unterhielten sich in Moskau zu akuten Herausforderungen und Krisen. (Quelle: ap-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Das deutsch-russische VerhĂ€ltnis ist seit Jahren angespannt – auch wegen des Hackerangriffs auf den Bundestag. Nun erhebt Russlands Außenminister beim Besuch seines deutschen Kollegen selbst schwere VorwĂŒrfe.

Nach einem Treffen mit Außenminister Heiko Maas hat dessen russischer Kollege Sergej Lawrow Hacker-VorwĂŒrfe in Richtung Deutschland erhoben. Nach seiner Darstellung gab es auf mehr als 50 staatliche russische Einrichtungen vom deutschen Segment des Internets aus Hackerangriffe seit Januar vorigen Jahres bis Mai diesen Jahres. Es habe sich um 75 FĂ€lle gehandelt.

Über alle Angriffe seien die zustĂ€ndigen deutschen Stellen informiert worden. "Nur in sieben FĂ€llen haben wir eine Antwort erhalten mit einem sehr formalen Charakter, ohne Antworten auf die konkret gestellten Fragen." Lawrow meinte, dass das Ignorieren solcher Anfragen dem widerspreche, was Deutschland auf politischer Ebene von sich gebe. Die Zusammenarbeit in der Cybersicherheit sei von deutscher Seite eingestellt worden.

Lawrow reagierte damit auf deutsche VorwĂŒrfe, Russland beteilige sich nicht an der AufklĂ€rung eines russischen Hackerangriffs auf den Bundestag 2015. Die Cyberattacke sorgt fĂŒr VerĂ€rgerung in Berlin. Rechner in zahlreichen AbgeordnetenbĂŒros waren damals mit Spionagesoftware infiziert worden, darunter auch Computer im BundestagsbĂŒro der Kanzlerin Angela Merkel. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat einen internationalen Haftbefehl gegen einen jungen russischen Hacker erwirkt. Ihm wird geheimdienstliche AgententĂ€tigkeit und das AusspĂ€hen von Daten vorgeworfen. Russland weist dies zurĂŒck.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Putins Plan geht auf
Olaf Scholz besichtigt das ehemalige GefĂ€ngnis "Number Four", in dem wĂ€hrend der Apartheid in SĂŒdafrika auch zahlreiche politische Gefangene einsitzen mussten: WĂ€hrend der Afrika-Reise des Kanzlers wird in Deutschland hitzig ĂŒber Waffenlieferungen fĂŒr die Ukraine gestritten.


Russischer Hackerangriff auf Angela Merkel

Auch in einem anderen Fall gibt es Streit zwischen Berlin und Moskau: der Mord an einem Georgier mitten im Berliner Tiergarten im Sommer 2019. Außenminister Maas drohte Lawrow am Dienstag weitere Konsequenzen an. Die Bundesregierung werde zunĂ€chst einmal das Urteil in dem bevorstehenden Prozess vor dem Berliner Kammergericht abwarten, in dem es unter anderem darum geht, ob die russische Regierung den Mord in Auftrag gegeben hat, sagte Maas am Dienstag nach dem GesprĂ€ch. "FĂŒr den Fall, dass es entsprechende Feststellungen in diesem Urteil gibt, muss man damit rechnen, dass wir darauf auch noch einmal reagieren werden."

Der Mord hatte im vergangenen Jahr eine Krise in den deutsch-russischen Beziehungen ausgelöst. Am 23. August wurde ein 40-jÀhrige Tschetschene mit georgischer Staatsangehörigkeit im Kleinen Tiergarten in der NÀhe des Regierungsviertels aus nÀchster NÀhe von einem Fahrrad aus erschossen. Ein dringend tatverdÀchtiger Russe wurde noch am selben Tag gefasst und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die Bundesanwaltschaft erhob Mitte Juni Anklage gegen ihn und geht davon aus, dass er mehr als einen Monat vor der Tat von "staatlichen Stellen der Zentralregierung der Russischen Föderation" beauftragt wurde. Der Prozess soll noch in diesem Jahr vor dem Berliner Kammergericht beginnen, einen Termin gibt es aber noch nicht.

Gegenseitiges Vorwerfen fehlender Kooperation

Die Bundesregierung hatte Russland schon im Dezember fehlende Kooperation bei der AufklÀrung des Mordes vorgeworfen und deshalb zwei russische Diplomaten ausgewiesen. Moskau hatte mit der Ausweisung zweier deutscher Diplomaten reagiert.

Maas und Lawrow warfen sich in Moskau nun erneut gegenseitig mangelnde Kooperation bei der AufklÀrung des Falls vor. Maas betonte, dass es 17 Anfragen an russische Behörden und zwei offizielle Rechtshilfeersuchen gegeben habe. Auf die Rechtshilfeersuchen habe es eine Antwort gegeben, aber nur "auf die HÀlfte dessen, was wir wissen wollten".

Weitere Artikel

USA fordern Wiederaufnahme
G7: Maas sieht derzeit "keine Chance" fĂŒr Russland-RĂŒckkehr
Heiko Maas (Archivbild): Der Außenminister sieht zunĂ€chst keine Chance fĂŒr eine Wiederkehr Russlands zum G7-Gipfel.

Transatlantische Beziehung
Maas: Auch ohne Trump wird es "nicht mehr so gemĂŒtlich"
Heiko Maas: Der Bundesaußenminister glaubt nicht an eine verĂ€nderte Politik unter einem neuen US-PrĂ€sident.

Ende der Eiszeit?
Von Trump vergrÀtzt sucht Merkel Putins NÀhe
Merkel bei Putin im Kreml: "Wir tun gut daran, zu schauen, wo wir Gemeinsamkeiten haben."


Lawrow sagte dagegen, Russland habe den deutschen Behörden alle Informationen ĂŒbergeben, die es habe. "Wir wollen, dass die Wahrheit ermittelt wird." Zugleich habe Russland auch die deutschen Ermittler darum gebeten, ihre Beweise vorzulegen. "Wir haben noch keine konkret Antwort erhalten", betonte Lawrow. Bisher sei das nicht ausreichend. Russland hat den Vorwurf eines Auftragsmords stets zurĂŒckgewiesen.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Johannes Bebermeier
Von Johannes Bebermeier
Angela MerkelBundesregierungBundestagDeutschlandHackerHackerangriffHeiko MaasMoskauRusslandSergej Lawrow
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website