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US-Elitesoldat spitzelte SpezialkrÀfte in Deutschland aus

  • Jonas Mueller-Töwe
Von Jonas Mueller-Töwe

Aktualisiert am 29.11.2020Lesedauer: 3 Min.
Peter Debbins in Uniform der US-Armee: Der russische Spion war in Deutschland bei den US Special Forces stationiert. Er hat ein GestÀndnis abgelegt.
Peter Debbins in Uniform der US-Armee: Der russische Spion war in Deutschland bei den US Special Forces stationiert. Er hat ein GestÀndnis abgelegt. (Quelle: Institute of World Politics)
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Die "Green Berets" gelten in der US-Armee als ElitekĂ€mpfer fĂŒr heikle Missionen. Doch in ihren Reihen ist ein Spion enttarnt worden. Seine Einheit steht in engem Austausch mit der Bundeswehr.

Als Peter Debbins 1996 aus Russland in die USA zurĂŒckkehrt, hat er einen neuen Namen: "lkar Lesnikov". Es ist kein offizieller, sondern ein Deckname. Der US-Reservist hat sich vom russischen MilitĂ€rgeheimdienst anwerben lassen. Besagter GRU hat PlĂ€ne fĂŒr den offenbar ehrgeizigen jungen Mann: Er soll Karriere in der US-Armee machen. Noch ist er zwar nur Student, seine Laufbahn als Spion wird ihn aber zum Offizier in einer US-Eliteeinheit aufsteigen lassen – und nach Deutschland fĂŒhren.

Enge Verbindungen zum KSK

Die Details seiner Spionage fĂŒr den russischen Staat stammen aus der Anklage gegen den heute 45-JĂ€hrigen. t-online liegt das Dokument vor. Debbins droht demnach eine lebenslange Freiheitsstrafe. Vor einigen Tagen hat er sich schuldig bekannt, ĂŒber 15 Jahre hinweg US-MilitĂ€rgeheimnisse an Russland verraten zu haben. Das könnte in Deutschland fĂŒr Spekulationen sorgen, ob auch sensible Informationen der Bundeswehr in die HĂ€nde des Kremls gelangt sind.

Denn der russische Geheimdienst ermutigte Debbins, eine Karriere bei einer Einheit der SpezialkrĂ€fte der US-Armee anzustreben. Er wurde 2003 bis zu seinem Ausscheiden 2005 als Captain bei den ElitekĂ€mpfern der "Green Berets" eingesetzt. Stationiert ist das sogenannte 1st Bataillon, 10th Special Forces Group, auf dem StĂŒtzpunkt in Böblingen. Von dort unterhĂ€lt es enge Beziehungen zum nahen deutschen Kommando SpezialkrĂ€fte (KSK) in Calw.

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RegelmĂ€ĂŸige gemeinsame Trainings in der Panzerkaserne und im bundeswehreigenen Ausbildungs- und Versuchszentrum stĂ€rken die enge Partnerschaft. Details dazu sind geheim. Bekannt ist aber, dass die SpezialkrĂ€fte sogar gemeinsam im Einsatz waren, als der russische Spion Debbins im Jahr 2003 Deutschland erreichte, um seine Einheit zu unterwandern.

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Nach den AnschlĂ€gen auf das World Trade Center in New York hatte die US-Armee die Nato-Partner um UnterstĂŒtzung im Kampf gegen Al-Kaida gebeten. Gemeinsam mit den US Special Forces kĂ€mpften deswegen KSK-Soldaten in der "Operation Enduring Freedom" bis Ende 2003 gegen Taliban in Afghanistan.

Debbins' Reise nach Russland

Wenige Wochen bevor das dortige Mandat endete, reiste Debbins vom sĂŒddeutschen Böblingen nach Russland. Der Zweck der Reise: Kontaktaufnahme zum russischen MilitĂ€rgeheimdienst.

"Debbins arrangierte ein Treffen mit dem russischen Geheimdienst in einem Hotel in Tscheljabinsk", heißt es zu der Reise im August 2003 in der Anklageschrift. Dort habe er sich mit zwei Agenten getroffen, die ihn zu den US-SpezialkrĂ€ften in Böblingen befragten. "Debbins stellte Informationen ĂŒber die Anzahl der Kompanien und der MĂ€nner in seiner Einheit, ihren Einsatzort und ihre Rolle zur VerfĂŒgung", heißt es weiter.

Als Dank spendierten die Agenten demnach einen Flasche Cognac und eine russische MilitÀruniform. In Debbins' Zeit bei den Special Forces ist das Treffen in Tscheljabinsk das einzige, das in der Anklage dokumentiert ist. Zwei Jahre spÀter wurde er ehrenhaft aus dem Dienst in der US-Armee entlassen.

Namen von US-Soldaten verraten

In den Jahren zuvor hatte sich Debbins bei Treffen schon als ĂŒberaus loyal gegenĂŒber Russland erwiesen, danach ließ sein Engagement nicht nach, wĂ€hrend seine zweite Karriere als Russland-Analyst und Sicherheitsexperte Fahrt aufnahm. Seinem GestĂ€ndnis zufolge reichte er noch Jahre nach seiner aktiven Armeezeit Namen von Kameraden und US-Geheimdienstlern an die Russen weiter. Erst 2019 flog er auf. Bis dahin hatte er sich bereits einen Namen in Sicherheitskreisen gemacht. Beispielsweise trat er in Podcasts als Experte auf.

Als privater Berater sei Debbins dann ab 2017 fĂŒr das Oberkommando der US-Armee in Europa (EUCOM) unter Vertrag genommen worden, schreibt der ehemalige CIA-Agent Christoph Burgess in einem Artikel fĂŒr das Karriereportal "ClearanceJobs". In Großbritannien sei der russische Spion am StĂŒtzpunkt Molesworth der britischen Royal Air Force untergebracht gewesen und habe in der dortigen Einrichtung der US-Geheimdienste gearbeitet. Am StĂŒtzpunkt Molesworth ist auch das gemeinsame Geheimdienst-Zentrum der Nato untergebracht.

Das deutsche Verteidigungsministerium gab auf Anfrage von t-online an, ĂŒber keine Erkenntnisse zum Fall Debbins zu verfĂŒgen. Es habe keinen diesbezĂŒglichen Informationsaustausch mit US-Behörden gegeben, sagte ein Sprecher. Details zu gemeinsamen Übungen und EinsĂ€tzen des KSK mit den US Special Forces unterlĂ€gen der Geheimhaltung.

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Von Annika Leister
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