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Stimmen zu Annalena Baerbock in Moskau: "Ein kluger Auftritt"


Internationale Pressestimmen
Sogar eine russische Zeitung äußert Respekt für Baerbock

Von t-online, lr

Aktualisiert am 19.01.2022Lesedauer: 4 Min.
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Besuch in der Krise: Baerbock fand nach ihrem Treffen mit dem russischen Außenminister klare Worte. (Quelle: t-online)
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Klug, souverän, erfolgreich: Nach dem Besuch der neuen Außenministerin Annalena Baerbock in Russland kommentieren internationale Medien den Auftritt positiv. Doch sie benennen auch Probleme.

Am Ende des gut 40 Minuten langen gemeinsamen öffentlichen Auftritts der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock mit ihrem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow war klar: Inhaltlich hat sich nach diesen Beratungen in den seit Jahren frostigen Beziehungen zwischen Berlin und Moskau nicht viel bewegt. Doch auch ohne große Neuigkeiten kommentieren Medien aus dem In- und Ausland den Termin positiv.

Ein Überblick:

"Süddeutsche Zeitung": "Ein kluger Auftritt der Außenministerin. In Moskau zeigt sich Annalena Baerbock gut vorbereitet: Sie rückt Behauptungen gerade, lässt sich nicht überrumpeln und bezieht klar Stellung – ohne einen Affront zu provozieren. Leider reicht das noch nicht, um Präsident Putin zu beeindrucken. (...) Nötig ist eine geschlossene Position der Bundesregierung und der Ampel-Koalition Russland gegenüber."

► "Der Spiegel": "Die deutsche Außenministerin brachte ihre Lawrow-Premiere hinter sich. Baerbock tat das souverän, was nicht selbstverständlich ist, bedenkt man die Lust des russischen Chefdiplomaten, seine Gäste zu belehren oder gar vorzuführen. Doch die Grünen-Politikerin zeigte sich gut vorbereitet, ließ sich nicht provozieren und machte ihren Blick auf die russische Truppenmobilisierung klar: 'Es ist schwer, das nicht als Drohung zu verstehen.'

Sicher, im Kreml wird Baerbock damit niemanden zur Vernunft gebracht haben. Aber es ist schon etwas wert, wenn die Neue aus Berlin in Moskau ernst genommen wird. Zumal man dort eher auf Kanzler Olaf Scholz setzt, aus dessen sozialdemokratischer Partei selbst in diesen Tagen erstaunlich viel Verständnis für russische Empfindsamkeiten geäußert wird."

t-online-Tagesanbruch: "Annalena Baerbock kann Klartext – auch in der vornehmen Sprache der Diplomatie: Das ist das Ergebnis der wichtigsten politischen Reise dieser Woche. Ihren Antrittsbesuch bei Russlands gewieftem Außenminister Sergej Lawrow hat die Grünen-Politikerin für eine unmissverständliche Botschaft genutzt: Moskau soll die Bedrohung der Ukraine einstellen, sonst zieht Deutschland Konsequenzen. 'Wir haben keine andere Wahl, als unsere gemeinsamen Regeln zu verteidigen, auch wenn dies einen hohen wirtschaftlichen Preis hat', stellte Baerbock im Namen der EU klar."

► Die staatsnahe Moskauer Tageszeitung "Iswestija": "Der erste Besuch von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in Russland lässt sich als ziemlich erfolgreich bezeichnen, wenn die einigermaßen radikalen Positionen in Betracht gezogen werden, die ein Teil der neuen deutschen Regierung einnimmt (...). Trotz der "dicken Mappe" an Meinungsverschiedenheiten, die die Vertreterin Berlins mit nach Moskau brachte, ist es den Diplomaten gelungen, die Sichtweisen ihrer Länder klarzumachen und sogar den Weg für eine Zusammenarbeit aufzuzeigen. (...)

Dabei hat die Ministerin in der russischen Hauptstadt keine unüberlegten Schritte gemacht. Sie sagte während ihres Besuches, dass es keine Alternative zu stabilen Beziehungen mit Russland gebe (...). Die für ihre emotionale Rhetorik bekannte Baerbock legte das Augenmerk auf das Thema der historischen Verantwortung Deutschlands gegenüber Russland. Noch vor den Verhandlungen legte die Politikerin Blumen am Grab des Unbekannten Soldaten nieder und fühlte dabei – wie sie sagte – 'Scham und Ehrfurcht'."

► "Neue Zürcher Zeitung" (Schweiz): "Baerbock gibt sich keine Blöße in Moskau – aber sie kann auch keine Wunder bewirken. Das Treffen der neuen deutschen Außenministerin mit ihrem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow verlief freundlicher als befürchtet. Russlands Warnungen und Drohungen gegenüber dem Westen belasten das ohnehin arg strapazierte Verhältnis jedoch zusätzlich. (...) Baerbock scheute sich nicht, zu benennen, was aus europäischer Sicht benannt werden muss: dass die Truppenkonzentration an der russischen Westgrenze nur als Drohung zu verstehen sei. (...)

Lawrow schien kein Interesse daran zu haben, seine neue Amtskollegin aufs Glatteis zu führen oder gar die Sinnlosigkeit weiterer vertiefter deutsch-russischer Beziehungen zu suggerieren. Das ist in einer Zeit, in der Vertreter Russlands nicht selten Gleichgültigkeit darüber zum Ausdruck bringen, wie das eigene Verhalten wahrgenommen wird, durchaus ein positives Zeichen."

► "Der Standard" (Österreich):

"In einer solchen Situation kann man mit Russland zwar reden, so wie es die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock am Dienstag in Moskau getan hat. Echte Verhandlungen aber haben wenig Sinn; das hat auch die erste Gesprächsrunde zwischen den USA und Russland in Genf gezeigt. (...) Eine offene Unterstützung der Ukraine mit allen Mitteln außer mit Kampftruppen ist der beste Weg, wie die USA und die EU Putin von seinem Kurs abbringen können. Wie einst im Kalten Krieg lässt sich heute Frieden eher mit Abschreckung als mit beschwichtigender Diplomatie bewahren. (...)

Aber auch Deutschland hat ein Ass im Ärmel. Die Ostseepipeline Nord Stream 2 darf nicht in Betrieb gehen, solange die Ukraine bedroht wird. Das hat Baerbock in Moskau zu Recht signalisiert. Nun muss sie nur noch ihren Chef, Kanzler Olaf Scholz, davon überzeugen."

► "Dziennik Gazeta Prawna" (Polen):

"Die neue deutsche Außenministerin Annalena Baerbock gibt sich große Mühe bei ihren Versuchen, die deutschen Wirtschaftsverbindungen zu Russland mit Unterstützung für die Souveränität der Ukraine in Einklang zu bringen. (...)

Baerbock ist die Vertreterin der jüngeren Generation bei den Grünen, die in der Außenpolitik einen besonderen Schwerpunkt auf die Bedeutung der Menschenrechte legen. Sie haben die Absicht erklärt, Deutschland von seinem historisch begründeten Willen zum Kompromiss mit Moskau wegzuführen. Das Problem besteht aber darin, dass die SPD, die unter Führung von Kanzler Olaf Scholz mit den Grünen die Regierung bildet, weniger geneigt ist, mit diesem (bisherigen) Vorgehen zu brechen."

Verwendete Quellen
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