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Bundeswehr | Generalinspekteur: "Wollen endlich Sachen, die fliegen und fahren"


Ranghöchster General fordert
"Wollen endlich Sachen, die fliegen und fahren"

Von t-online
Aktualisiert am 12.09.2022Lesedauer: 2 Min.
1241455482Vergrößern des BildesEin F35-Tarnkappenjet bei der Luftfahrtmesse ILA: Die Bundeswehr soll in Zukunft das US-Flugzeug nutzen. (Quelle: Michele Tantussi/Getty Images)
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Der Bundeswehr fehlt es bekanntlich am Nötigsten. Deren Generalinspekteur hat bei einer Veranstaltung nun Klartext gesprochen – mit Ansage an die Politik.

In der Debatte um Waffenlieferungen an die Ukraine wächst der Druck auf Kanzler Olaf Scholz (SPD) weiter. Doch auch was das eigene Arsenal angeht, steht die Bundeswehr vor großen Herausforderungen. Die Mangelausrüstung, das fehlende Gerät und die jahrelange Unterfinanzierung der Truppe sind mittlerweile bekannt – und sorgen immer wieder auch in den eigenen Reihen für Kritik.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, hat nun auf einer Veranstaltung seinem Unmut über die Vernachlässigung der Bundeswehr ungefiltert zum Ausdruck gebracht. Auf einem Panel der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) sagte Zorn am Montag: "Das, was wir jetzt im 100-Milliarden-Paket drinhaben, folgte der militärischen Empfehlung, dass wir jetzt endlich – ich mach's mal platt – Sachen haben wollen, die fliegen, die fahren und die auf dem Markt da sind."

Zorn bezog sich auf das 100 Milliarden Euro schwere Bundeswehr-Sondervermögen, das Kanzler Scholz im Zuge seiner "Zeitenwende"-Rede im Februar ankündigte. Experten zufolge dient ein Großteil des schuldenfinanzierten Pakets, um leere Munitionsbestände aufzufüllen und die Truppe besser auszurüsten. Auch will sich die Bundeswehr neue Waffensysteme zulegen.

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Der Kauf neuer Rüstungsgüter ist allerdings Teil des Problems: Das Beschaffungsamt der Bundeswehr gilt als bürokratisch und schwerfällig. Auch bei europäischen Rüstungsvorhaben kommt es häufig zu Verzögerungen, unter anderem aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen der beteiligten Staaten.

Auch dazu hat der Generalinspekteur eine klare Meinung: "Keine europäische Entwicklungslösung, die hinterher nicht läuft. Die Beispiele nenne ich jetzt hier nicht auf. Das wäre ja fast schon Firmen-Bashing." Gemeint haben könnte Zorn das FCAS-Projekt ("Future Combat Air System"), Europas ehrgeizigstes Rüstungsvorhaben. Daran beteiligt sind Deutschland, Frankreich und Spanien: Die drei Länder wollen einen neuen Kampfjet entwickeln. Doch wegen Differenzen droht das Riesenprojekt zu scheitern.

Ob Zorns Skepsis gegenüber wackeligen Vorhaben europäischer Partner im Verteidigungsministerium geteilt wird, muss sich zeigen. Noch wird am "Kampfjet der Zukunft" (FCAS) gearbeitet. Dennoch entschied sich die Bundesregierung im März für anderen Nachfolger des alternden Eurofighters: den US-Kampfjet F-35.

Verwendete Quellen
  • Twitter-Account von Frank Sauer
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