Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Innenpolitik >

Diesel-Manipulationen: Jetzt droht auch bei Daimler der große Knall

Bericht zu Diesel-Manipulationen  

Jetzt droht auch bei Daimler der große Knall

02.06.2018, 13:27 Uhr | rtr, dru

Diesel-Manipulationen: Jetzt droht auch bei Daimler der große Knall. Daimler-Mitarbeiter in Kölleda (Thüringen): Hat der Konzern in Diesel-Motoren Abschalteinrichtungen im großen Stil verbaut? (Quelle: AP/dpa/Jens Meyer)

Daimler-Mitarbeiter in Kölleda (Thüringen): Hat der Konzern in Diesel-Motoren Abschalteinrichtungen im großen Stil verbaut? (Quelle: Jens Meyer/AP/dpa)

Erst der Vito – jetzt die C-Klasse? Laut einem Medienbericht verdichten sich Hinweise auf breit eingesetzte Schummeltechnik bei Daimler-Dieseln. Verkehrsminister Scheuer droht mit einer empfindlichen Geldstrafe.

Für Daimler kommt es im Dieselskandal womöglich knüppeldick: Sollte sich bewahrheiten, dass der Autokonzern ähnlich wie Konkurrent Volkswagen bei Abgaswerten geschummelt hat, droht den Stuttgartern einem Magazinbericht zufolge ein Ordnungsgeld von fast vier Milliarden Euro.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer soll bei einem Treffen mit Konzernchef Dieter Zetsche am Montag den Verdacht geäußert haben, dass in 750.000 Fahrzeugen von Mercedes ein unzulässiges Abgasreinigungssystem eingebaut sei, berichtet der "Spiegel". Scheuer sagte demnach, er könne pro Fahrzeug bis zu 5000 Euro berechnen.

In Verdacht geraten sind offenbar Dieselmodelle der vielfach verkauften C-Klasse. Aktuell untersucht die Flensburger Zulassungsbehörde, ob die jüngst beim Mercedes-Transporter Vito entdeckte Abschalteinrichtung – oder Varianten – auch in anderen Modellen von Mercedes eingebaut sind. Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte vorige Woche einen Rückruf von fast 5000 Vito angeordnet.

Laut "Spiegel" sind die Untersuchungen an den C-Klasse-Dieseln weit fortgeschritten, die Indizien seien aus Sicht der Verkehrsbehörden erdrückend. Scheuer hatte Zetsche eine Frist gesetzt, dem Verkehrsministerium binnen zwei Wochen Details zu präsentieren. 

Noch innerhalb dieser Frist sollen Daimler-Vertreter zur Anhörung beim KBA erscheinen. Dabei geht es laut dem Nachrichtenmagazin um mindestens 80.000 Autos, denen ebenfalls ein Rückruf drohe. Daimler äußerte sich nicht. Man habe mit Verkehrsminister Scheuer Vertraulichkeit vereinbart. Das Kraftfahrt-Bundesamt lehnte einen Kommentar ab. Vom Bundesverkehrsministerium war zunächst keine Stellungahme zu erhalten.

Abschalteinrichtung sorgt für geschönte Abgaswerte

Nach Volkswagen wäre Daimler damit der zweite deutsche Autobauer, der wegen Abgasmanipulationen am Pranger steht. Die Wolfsburger hatten erst nach massivem Druck der amerikanischen Umweltbehörden zugegeben, Dieselabgaswerte durch eine Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Diese erkennt, ob sich ein Auto auf einem Prüfstand befindet und reguliert nur dann den Stickoxidausstoß. Auf der Straße sind die Abgaswerte sehr viel höher. Die Wiedergutmachung des Abgasskandals kostete den weltgrößten Autokonzern bislang mehr als 25 Milliarden Euro.

In Deutschland und den USA ermitteln Strafverfolger und Behörden schon länger, ob auch bei den Schwaben von Betrug die Rede sein kann. Hohe Bußgelder und Schadenersatzzahlungen könnten die Konsequenz sein, wie der Konzern schon 2017 warnte. Beim beanstandeten Mercedes-Vito ist ein Motor von Renault verbaut. In Frankreich laufen gegen Renault-Verantwortliche ebenfalls schon länger Ermittlungen wegen Dieselbetruges.

Scheuer: Mangelnder Aufklärungswille bei Autobauern

Zetsche hatte bei dem Treffen mit Scheuer zu Wochenanfang nicht erkennen lassen, dass dem Unternehmen größere Probleme drohen könnten. Beim Verlassen des Ministerium sagte er lediglich, es sei "ein gutes Gespräch" gewesen und man sehe sich in 14 Tagen wieder.

Scheuer hatte der Automobilindutrie erst am Donnerstag in einem Zeitungsinterview im Diesel-Skandal mangelnden Aufklärungswillen vorgeworfen. Seitens der Unternehmen kämen Informationen oft nur häppchenweise. "Und wie im Fall Daimler kommt es vor, dass Hersteller Abschalteinrichtungen, die wir beanstanden, für legal halten und damit neue Diskussionen ausgelöst werden", hatte der CSU-Politiker gesagt.

Verwendete Quellen:
  • Reuters

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
MagentaTV jetzt 1 Jahr inklusive erleben!*
hier Angebot sichern
Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal