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"Gorch Fock"-Reparatur: Rechnungshof zieht Bundeswehr zur Verantwortung


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Rechnungshof zieht Bundeswehr zur Verantwortung

Von dpa
14.01.2019Lesedauer: 2 Min.
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Die Reparaturkosten für die "Gorch Fock" steigen weiter und weiter. Für die Fehlkalkulation braucht es einen Sündenbock. Der Rechnungshof sucht nun bei der Bundeswehr die Schuld.

Für die explodierenden Kosten im Fall des Marine-Segelschulschiffes "Gorch Fock" macht der Bundesrechnungshof einem Medienbericht zufolge schwere Versäumnisse bei Bundeswehr und Verteidigungsministerium verantwortlich. In einem vertraulichen Bericht von Anfang Januar rügt die Behörde, dass die Instandsetzung des Schiffs von Beginn an nicht richtig geplant worden sei, da die Schäden am Rumpf nie korrekt und umfänglich untersucht und bewertet wurden, wie der "Spiegel" berichtet. So seien über Jahre zu niedrige Schätzungen über die Kosten der Reparatur entstanden.

Zudem hätte die Bundeswehr "vor Beginn der Instandhaltungsmaßnahme keine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung" durchgeführt. Es sei nie ernsthaft ausgelotet worden, ob der Bau eines neuen Schiffs günstiger als die Reparatur gewesen wäre. Der Rechnungshof rügt, dass die Marine die "Gorch Fock" offenbar trotz der starken Schäden retten wollte. Die Diskussionsbeiträge "Marine" bei internen Besprechungen deuteten "entweder auf eine völlige Verkennung der Sachlage oder den unbedingten Willen zum Weiterbetrieb der Gorch Fock hin", heißt es laut "Spiegel" in dem Prüfbericht.

Kosten mittlerweile bei 135 Millionen Euro

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sei demnach über das wahre Ausmaß der Schäden und die Kosten im Unklaren gelassen worden. Zwei Leitungsvorlagen, mit denen die CDU-Politikerin Anfang 2017 und im März 2018 die Fortsetzung der Arbeiten genehmigt hatte, hätten "falsche Zahlen und zu optimistische Risikoeinschätzungen" enthalten.

Der 1958 gebaute Dreimaster wird seit 2016 überholt. Ursprünglich mit zehn Millionen Euro veranschlagt, werden die Kosten mittlerweile auf 135 Millionen Euro beziffert. Der Bundesrechnungshof hatte im Juni vergangenen Jahres ein Prüfverfahren eingeleitet.

Angesichts der Kostenexplosion und eines Korruptionsverdachts hatte das Verteidigungsministerium im Dezember einen vorläufigen Zahlungsstopp angewiesen. Hinweise, dass Korruption und Kostensteigerungen in einem Zusammenhang stehen, hatte es zunächst nicht gegeben. Eine Entscheidung über die Zukunft des Schiffs soll erst nach weiteren Prüfungen getroffen werden.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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