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Merkel erinnert an NSU-Opfer – Rechte pöbeln aus der Ferne

Von dpa, reuters, jmt

Aktualisiert am 04.11.2019Lesedauer: 2 Min.
Bundeskanzlerin Merkel am Gedenkort in Zwickau: Symbolisch legte sie eine Rose nieder.
Bundeskanzlerin Merkel am Gedenkort in Zwickau: Symbolisch legte sie eine Rose nieder. (Quelle: Jens Meyer/ap-bilder)
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Bundeskanzlerin Merkel besucht im sĂ€chsischen Zwickau den Gedenkort fĂŒr die Opfer des NSU-Terrors. Rechte Gruppen demonstrieren. Das Mahnmal wurde vor Kurzem geschĂ€ndet.

Es ist ein symbolischer Akt: Am zerstörten Gedenkbaum fĂŒr das erste Todesopfer der rechtsextremen Terrorzelle NSU legt Bundeskanzlerin Angela Merkel im sĂ€chsischen Zwickau eine weiße Rose nieder. Vom Festakt fĂŒr den Produktionsstart des E-Autos im VW-Werk ist die Regierungschefin herĂŒbergekommen – ganz bewusst, wie sie betont. Weil vor genau acht Jahren ein Haus explodiert ist, bei dem sich im Nachhinein dann herausstellte, dass es aufs Engste verbunden war mit schrecklichen Morden.

AnschlÀge in Zwickau geplant

Am 4. November 2011 flog die Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate ZschĂ€pe auf. Zwischen 2000 und 2007 töteten die Terroristen acht tĂŒrkischstĂ€mmige und einen griechischstĂ€mmigen Kleinunternehmer sowie eine Polizistin. Außerdem werden sie fĂŒr zwei SprengstoffanschlĂ€ge und diverse RaubĂŒberfĂ€lle verantwortlich gemacht. Böhnhardt, Mundlos und ZschĂ€pe hatten jahrelang in Zwickau gelebt und dort ihre AnschlĂ€ge geplant.

Beim Besuch der neuen GedenkstĂ€tte in der sĂ€chsischen Stadt betont Merkel, es sei Aufgabe des Staates, entschieden gegen solche GewalttĂ€ter vorzugehen. Sie wolle fĂŒr die ganze Bundesregierung betonen, "dass wir alles tun werden (...), damit sich solche Dinge nicht wiederholen".

Gedenkbaum abgesÀgt, Gedenkbank zerstört

Anfang Oktober war in der sĂ€chsischen Stadt ein Gedenkbaum abgesĂ€gt worden, der fĂŒr das erste Mordopfer gepflanzt worden war. Eine Gedenkbank wurde anschließend zerstört. Merkel begrĂŒĂŸt, dass die Stadt Zwickau die neue GedenkstĂ€tte nun bewachen lasse. Neben der Politik mĂŒssten aber auch die BĂŒrger Stellung gegen Rechtsextremismus beziehen.

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In Sicht- und Hörweite hinter einer abgeriegelten Kreuzung demonstrieren Vertreter von rechten und rechtsradikalen Organisationen. Merkel lĂ€sst nicht erkennen, dass sie die Proteste wahrnimmt. Sie hört aufmerksam den ErklĂ€rungen zum Gedenkort zu. Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer – der Merkel an diesem Nachmittag begleitet – findet jedoch deutliche Worte.

Innenminister will Demonstranten im Blick behalten

Man sei zusammengekommen, um Menschen die Ehre zu erweisen, die unschuldig und auf heimtĂŒckische Weise umgebracht worden seien. "Und es gibt Leute, die dagegen demonstrieren. Daran merken Sie, welchen Zeitgeist und welche Haltung diese Leute haben." Man werde sehr genau verfolgen, auf welchen politischen Veranstaltungen diese Demonstranten kĂŒnftig auftreten wĂŒrden.


Danilo Starosta vom KulturbĂŒro Sachsen lobt den Besuch der Kanzlerin: "Es ist eine WertschĂ€tzung fĂŒr die Akteure vor Ort." Sein Verein gehört zum bundesweiten AktionsbĂŒndnis "NSU-Komplex auflösen". Die Initiativen setzen sich dafĂŒr ein, dass in Zwickau ein stĂ€ndiges Bildungs-, Dokumentations- und Archivzentrum zu den Verbrechen des NSU-Trios und seines UnterstĂŒtzerumfelds eingerichtet wird. Am Sonntag war im Anschluss an die Einweihung des neuen Gedenkortes ein provisorisches Dokumentationszentrum eröffnet worden.

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