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Nach Thüringen-Eklat: FDP beklagt Übergriffe in ganz Deutschland

Nach Thüringen-Debakel  

FDP beklagt Übergriffe in ganz Deutschland

10.02.2020, 07:17 Uhr | dpa

Nach Thüringen-Eklat: FDP beklagt Übergriffe in ganz Deutschland. Polizisten vor der Bundesgeschäftsstelle der FDP in Berlin: Nach dem Eklat in Thüringen erntet die Partei massive Kritik und Proteste. (Quelle: dpa/Sonja Wurtscheid)

Polizisten vor der Bundesgeschäftsstelle der FDP in Berlin: Nach dem Eklat in Thüringen erntet die Partei massive Kritik und Proteste. (Quelle: Sonja Wurtscheid/dpa)

Das Haus einer FDP-Politikerin wurde mit Feuerwerkskörpern beschossen, die Familie von Thomas Kemmerich wurde bedroht. Nach dem Thüringen-Eklat beklagt die FDP Übergriffe auf ihre Politiker.

Nach der Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen sehen sich Vertreter der FDP nach Angaben der Bundespartei zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt. "Es hat Vandalismus gegen Einrichtungen, Bedrohungen und Übergriffe im gesamten Bundesgebiet gegeben", teilte die FDP-Zentrale in Berlin auf Anfrage des "Tagesspiegel" (Montag) mit. So habe etwa die FDP-Politikerin Karoline Preisler in Mecklenburg-Vorpommern nach einem Angriff mit Feuerwerkskörpern zusammen mit ihrer Tochter fliehen müssen.

Die 1971 geborene Preisler war beim Europawahlkampf 2018 für die Liberalen angetreten. Auf Twitter schrieb sie am Sonntag: "Die Jüngste hat es in ihrer Unschuld für ein Jugendfeuerwerk gehalten, als das Haus, sie und ich heute mit Feuerwerk beschossen wurden. Doch war es einfach nur Gewalt. Wir sind weggelaufen und haben Unterschlupf."

Der FDP-Politiker Thomas Kemmerich war am Mittwoch im Landtag in Erfurt zum Ministerpräsidenten Thüringens gewählt worden – auch von der AfD, deren Landtagsfraktion von Partei-Rechtsaußen Björn Höcke geleitet wird. Kemmerich war anschließend massiv kritisiert worden, weil er die Wahl, die er ohne die Stimmen der AfD nicht gewonnen hätte, annahm. Er trat später zurück, ist aber aktuell noch geschäftsführend im Amt. Die FDP hatte bei der Landtagswahl in Thüringen im vergangenen Jahr 5,0 Prozent erreicht und damit nur äußerst knapp den Einzug ins Parlament geschafft.

Personenschutz für Kemmerich

Ein Parteisprecher sagte dem "Tagesspiegel", Kemmerich erhalte rund um die Uhr Personenschutz. "Auch seine Familie wird bedroht und muss geschützt werden." Kemmerichs Frau sei auf der Straße angespuckt worden.

"Wir erleben gerade eine absolute Eskalation, so etwas habe ich noch nie erlebt", sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle der "Welt" (Montag). "Lange war die FDP nicht im Fokus von Linksextremisten. Das hat sich seit Mittwoch geändert."

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg hatte zuvor Anfeindungen von Vertretern ihrer Partei zuvor als inakzeptabel bezeichnet. "Hier sollten wir als Demokraten, über Parteigrenzen hinweg, ein Zeichen gegen Hass und Hetze setzen", erklärte sie.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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