• Home
  • Politik
  • Deutschland
  • Innenpolitik
  • NRW-Wahl: Hendrik W├╝st ÔÇô der Unverw├╝stliche


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextRegierung r├Ąt zu Notstrom-AggregatenSymbolbild f├╝r einen TextFDP-Fraktionschef kritisiert Bundesl├ĄnderSymbolbild f├╝r einen TextNeuer Corona-Ausbruch in WuhanSymbolbild f├╝r einen TextHanni H├╝sch verl├Ąsst die ARDLive: 3. Freies F1-Training Symbolbild f├╝r einen TextSenioren in Wohnung brutal ├╝berfallenSymbolbild f├╝r einen TextSchauspieler Joe Turkel ist totSymbolbild f├╝r ein VideoDeutsche fliehen vor Feuer an Costa BravaSymbolbild f├╝r einen TextAustralierin missbrauchte 14-J├ĄhrigenSymbolbild f├╝r einen TextYouTube-Star stirbt mit 23 JahrenSymbolbild f├╝r einen TextEinlass-Chaos bei Festival: "Entt├Ąuschend"Symbolbild f├╝r einen Watson TeaserJan B├Âhmermann trauert um KollegenSymbolbild f├╝r einen TextErdbeersaison auf dem Hof - jetzt spielen

Der Unverw├╝stliche

Von Miriam Hollstein

Aktualisiert am 13.05.2022Lesedauer: 5 Min.
Will Ministerpr├Ąsident von NRW bleiben: Hendrik W├╝st (CDU), hier beim Besuch eines Recyclingunternehmens in Neuss.
Will Ministerpr├Ąsident von NRW bleiben: Hendrik W├╝st (CDU), hier beim Besuch eines Recyclingunternehmens in Neuss. (Quelle: Imago / Christoph Hardt)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Er ist das Comeback-Kid der deutschen Politik: Vor zw├Âlf Jahren schien die Karriere von Hendrik W├╝st vorbei zu sein. Trotzdem hat der CDU-Politiker bei der Landtagswahl am Sonntag in Nordrhein-Westfalen gute Chancen. Wie hat er das geschafft?

F├╝r seine 46 Jahre hat Hendrik W├╝st schon fast alles mitgenommen, was man so im Laufe einer politischen Karriere erleben kann: angefangen vom steilen Aufstieg ├╝ber Skandal und Absturz bis hin zum Comeback.

Genau deshalb wei├č W├╝st auch, was entscheidend ist: das, was schlie├člich herauskommt. Wie das aussieht, wird sich am kommenden Sonntag zeigen. Dann k├Ânnen rund 13 Millionen Wahlberechtigte in Deutschlands bev├Âlkerungsreichstem Bundesland entscheiden, ob sie den schlaksigen Juristen als Ministerpr├Ąsidenten behalten wollen. Oder seinem Herausforderer, dem SPD-Spitzenkandidaten Thomas Kutschaty, den Vorzug geben.

  • W├╝st im Interview vor NRW-Wahl: "Das ist ein gutes Signal"

Seit Oktober regiert W├╝st Nordrhein-Westfalen, ohne von den Menschen gew├Ąhlt worden zu sein. Er folgte damals auf Armin Laschet, der nach der verlorenen Bundestagswahl vom Amt des Ministerpr├Ąsidenten zur├╝cktrat. Im Landtag erhielt W├╝st, bis dahin Verkehrsminister, 103 von 199 Stimmen ÔÇô drei mehr als die schwarz-gelbe Koalition hat. Es war ein guter Start. Aber W├╝st war erst einmal ein Landesvater auf Probezeit.

Das ist die gr├Â├čte Gefahr f├╝r W├╝st

Den Geschmack des echten Sieges hat er am vergangenen Montag schon einmal probieren k├Ânnen. Da reiste W├╝st extra in die Zentrale der Bundespartei nach Berlin, um sich neben dem strahlenden Wahlgewinner von Schleswig-Holstein, Daniel G├╝nther, zu zeigen. In der Hoffnung, dessen Aura m├Âge ein wenig auch auf ihn abstrahlen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Putin hinter Gittern
Wladimir Putin ist im Westen isoliert.


In den Umfragen liegt die CDU knapp vor der SPD. Trotzdem k├Ânnte es eng werden, denn der bisherige Koalitionspartner, die FDP, schw├Ąchelt. Verglichen mit der letzten Wahl k├Ânnte sie fast die H├Ąlfte der Stimmen verlieren.

Die Gr├╝nen d├╝rften ihr letztes Ergebnis hingegen mehr als verdoppeln. Und hier liegt die Gefahr f├╝r W├╝st: K├Ąmen SPD und Gr├╝ne gemeinsam auf eine Mehrheit, k├Ânnte die Klimapartei versucht sein, eher mit den Sozialdemokraten zu koalieren. Spitzenkandidatin Mona Neubaur betont denn auch gern, mit beiden Konkurrenten von SPD und CDU ein gutes Verh├Ąltnis zu pflegen.

Der Ministerpr├Ąsident Hendrik W├╝st (CDU., li.) und sein SPD-Herausforderer Thomas Kutschaty (SPD, re.).
Der Ministerpr├Ąsident Hendrik W├╝st (CDU., li.) und sein SPD-Herausforderer Thomas Kutschaty (SPD, re.). (Quelle: imago-images-bilder)

Allerdings gibt es wenig Zweifel in Nordrhein-Westfalen, dass W├╝st den Gr├╝nen bei Koalitionsverhandlungen weit entgegenkommen w├╝rde ÔÇô etwa wenn es darum ginge, Schwarz-Gr├╝n oder eine Jamaika-Koalition mit der FDP zu verhandeln.

Die "Rent-a-R├╝ttgers"-Aff├Ąre kostete ihn zun├Ąchst alles

Das Image des jungen strammen Konservativen, der in der Jungen Union Karriere machte, 2005 als damals j├╝ngster Abgeordneter in den Landtag einzog, mit 31 Generalsekret├Ąr der NRW-CDU wurde und sich als politischer Wadenbei├čer einen Ruf machte, hat W├╝st schon l├Ąnger hinter sich gelassen. Das hat auch mit dem Absturz zu tun, den er 2010 erlebte.

Damals wurde kurz vor der Landtagswahl bekannt, dass Firmen angeboten worden war, f├╝r einen CDU-Landesparteitag nicht nur eine Werbefl├Ąche, sondern auch Kontakt zu Kabinettsmitgliedern oder einen Platz am VIP-Tisch des damaligen Ministerpr├Ąsidenten J├╝rgen R├╝ttgers zu erwerben. Die Aff├Ąre bekam den Spottnamen "Rent-a-R├╝ttgers". Der Vorwurf der illegalen Parteienspende stand im Raum. Gehen musste daf├╝r der Generalsekret├Ąr. Die meisten hielten ihn damals f├╝r das "Bauernopfer".

Armin Laschet, J├╝rgen R├╝ttgers und Norbert R├Âttgen (v.l.): R├╝ttgers stand wegen Wahlkampfspenden in der Kritik.
Armin Laschet, J├╝rgen R├╝ttgers und Norbert R├Âttgen (v.l.): R├╝ttgers stand wegen Wahlkampfspenden in der Kritik. (Quelle: teutopress/imago-images-bilder)

Laschet gab ihm ein schwieriges Amt

Dennoch galt die Nachwuchshoffnung als erledigt. Doch W├╝st zog sich nicht in einen Schmollwinkel zur├╝ck. Er wurde Gesch├Ąftsf├╝hrer des nordrhein-westf├Ąlischen Landesverbands der Deutschen Zeitungsverleger und hielt den Kontakt zur Politik ÔÇô ├╝ber sein Landtagsmandat, das er trotz seines R├╝cktritts mit mehr als 49 Prozent der Stimmen wiedergewonnen hatte.

Zudem kn├╝pfte er ab 2013 als Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion ein stabiles Netzwerk. So stabil, dass Armin Laschet, als er 2017 Ministerpr├Ąsident in NRW wurde, an W├╝st schon nicht mehr vorbeikam. Er machte ihn zum Verkehrsminister, wohlwissend, dass dies in dem staugeplagten Bundesland eines der schwierigsten Minister├Ąmter ist.

Armin Laschet und Hendrik W├╝st (vorne, Mitte): W├╝st soll stets loyal gewesen sein.
Armin Laschet und Hendrik W├╝st (vorne, Mitte): W├╝st soll stets loyal gewesen sein. (Quelle: teutopress/imago-images-bilder)

Doch auch hier zeigte sich W├╝st robust, diszipliniert und gut organisiert. Zugleich lie├č er nie Zweifel an seiner Loyalit├Ąt zum Ministerpr├Ąsidenten aufkommen, obwohl ihn mit diesem nie eine besonders herzliche Beziehung verband. Als Laschet gegen Friedrich Merz um den CDU-Bundesvorsitz antrat, sorgte W├╝st daf├╝r, dass auch die Kritiker im NRW-Wirtschaftsfl├╝gel sich hinter dem Ministerpr├Ąsidenten versammelten.

Dass er selbst schlie├člich zum Laschet-Nachfolger wurde, hat er aber noch einer anderen Tatsache zu verdanken: Laut NRW-Verfassung muss der Ministerpr├Ąsident auch Mitglied des Landtags sein. Das waren andere potenzielle Anw├Ąrter wie etwa Bauministerin Ina Scharrenbach nicht.

Als Ministerpr├Ąsident hat W├╝st die letzten Reste politischen Ungest├╝ms hinter sich gelassen. Auch rhetorisch. Auf das "konservative Manifest", das er 2007 unter anderem mit den Unionskollegen Markus S├Âder, Philipp Mi├čfelder und Stefan Mappus verfasste und in dem eine St├Ąrkung der b├╝rgerlich-konservativen Wurzel der Partei gefordert wird, m├Âchte er heute nur noch ungern angesprochen werden. Schnee von gestern. Ebenso wie seine Forderung als Generalsekret├Ąr, "Killerspiele" zu verbieten und Arbeitslose Spielpl├Ątze von Hundekot und Drogenspritzen reinigen zu lassen.

In der Corona-Krise im "Team Vorsicht"

In der Corona-Krise vertrat er in der Runde der Ministerpr├Ąsidenten klarere Positionen als sein Vorg├Ąnger und war vorsichtiger als andere. So sprach sich W├╝st f├╝r eine allgemeine Impfpflicht aus. Rhetorisch tut er sich trotz der langen Erfahrung mitunter schwer. Wegbegleiter sagen, dass er im pers├Ânlichen Kontakt meist freundlich und charmant sei. Bei ├Âffentlichen Auftritten entfaltet sich sein Charisma nur begrenzt.

Auch Armin Laschet z├╝ndete keine rhetorischen Feuerwerke. Aber der Rheinl├Ąnder konnte eine leutselige Fr├Âhlichkeit entwickeln. Im Vergleich wirkt der geb├╝rtige Westfale W├╝st deutlich technokratischer. Daran ├Ąndern auch die Bilder von ihm als l├Ąssigem Radfahrer nicht viel ÔÇô eine Leidenschaft, die er sich aus seiner Studienzeit in der Fahrradstadt M├╝nster bewahrt hat.

Mit 16 machte er den Jagdschein

F├╝r ein anderes Hobby hat er keine Zeit mehr: die Jagd. Mit 16 machte er den Jagdschein. Er sei da hineingewachsen, sagt er heute etwas ausweichend, wenn man ihn nach der Faszination der Jagd fragt. Die Mutter, die er fr├╝h verlor, war selbst passionierte J├Ągerin, ebenso der Vater. W├╝st ist ein Familienmensch. Vor 13 Monaten ist er Vater einer Tochter geworden und schw├Ąrmt von dieser neuen Aufgabe. "Die erste Stunde des Tages geh├Ârt meiner Tochter", sagt er im Gespr├Ąch mit t-online: "Ich hole sie aus dem Bett, wechsle die Windel und f├╝ttere sie mit dem Fl├Ąschchen. Wir starten quasi gemeinsam in den Tag. Das genie├če ich sehr."

Loading...
Loading...
Loading...
Hendrik W├╝st (l.) und Thomas Kutschaty: Das Rennen zwischen den Spitzenkandidaten ist eng.
Hendrik W├╝st (l.) und Thomas Kutschaty: Das Rennen zwischen den Spitzenkandidaten ist eng. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Wird er wieder gew├Ąhlt, wird es wohl noch weniger Zeit f├╝r die Familie geben. Denn leicht w├╝rde eine zweite Amtszeit f├╝r ihn nicht. F├╝r die Schulpolitik der schwarz-gelben Koalition gibt es in Umfragen regelm├Ą├čig schlechte Noten ÔÇô ├╝ber 8000 Personalstellen sind unbesetzt, nirgends sind die Pro-Kopf-Investitionen in Bildung geringer, mit der Digitalisierung l├Ąuft es schleppend. Auch die Energiewende ist f├╝r das Kohleland NRW eine gr├Â├čere Herausforderung als f├╝r andere Bundesl├Ąnder. Bei den Verkehrsproblemen ("Stauland Nummer eins") hat W├╝st den Vorteil, mit der Materie inzwischen vertraut zu sein.

Bis heute wirkt auch noch die Flutkatastrophe nach. Viele Betroffene warten immer noch auf die versprochene Hilfe. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) musste zur├╝cktreten, weil sie kurz nach der Katastrophe zu einer Familienfeier nach Mallorca reiste.

Dass Hendrik W├╝st eine solche Erfahrung schon viel fr├╝her gemacht hat, kommt ihm jetzt zugute. Er war alt genug, um dazulernen zu k├Ânnen. Und jung genug, um ein Comeback zu schaffen. Und diese Erfahrung k├Ânnte auch helfen, wenn es am Sonntag doch schiefgehen sollte.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Miriam Hollstein
Armin LaschetB├╝ndnis 90/Die Gr├╝nenCDUDaniel G├╝ntherDeutschlandFDPNorbert R├ÂttgenSPD
Politiker

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website