Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Ex-Luftwaffenchef ist jetzt Rüstungs-Lobbyist im Bundestag

  • Jonas Mueller-Töwe
Von Jonas Mueller-Töwe

Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Großer Zapfenstreich für Generalleutnant Müllner 2018: Der ehemalige Inspekteur der Luftwaffe arbeitet als Unternehmensberater im Bundestag.
Großer Zapfenstreich für Generalleutnant Müllner 2018: Der ehemalige Inspekteur der Luftwaffe arbeitet als Unternehmensberater im Bundestag. (Quelle: Mike Schmidt/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Über die Nachfolge für den Tornado-Kampfjet der Bundeswehr trennte sich das Verteidigungsministerium vom Luftwaffen-Chef. Nun berät er Unternehmen. Seine bevorzugte Lösung liegt wieder auf dem Tisch.

Der ehemalige Inspekteur der Luftwaffe, Karl Müllner, arbeitet laut Informationen von t-online als Unternehmensberater im Bundestag. Vor wenigen Tagen hat sich der Ex-Luftwaffenchef der Bundeswehr im Lobbyregister eingetragen. Seine Schwerpunkte sind demnach unter anderem "Bundeswehrangelegenheiten, Rüstungsangelegenheiten" und Verteidigungspolitik. Auf Anfrage von t-online bestätigte Müllner die Angaben.

Disput um Tornado-Nachfolge

Er sei mit seinem Unternehmen "KMConsulting" als militärischer Berater wiederum für Beratungsunternehmen "mit Kunden im Verteidigungsbereich" tätig, unter anderem in Israel. Als Grundlage für diese Arbeit unterhalte er auch Kontakte zu Abgeordneten. So könne er Kunden beraten, an welche Entscheidungsträger sie beispielsweise herantreten sollten. Als Lobbyarbeit wolle er seine Arbeit nicht verstanden wissen.

Haben Sie Hinweise zu einem unserer Artikel? Verfügen Sie über Einblicke in Bereiche, die anderen verschlossen sind? Möchten Sie Missstände mithilfe unserer Reporter aufdecken? Dann kontaktieren Sie uns bitte unter hinweise@stroeer.de .

Der Generalleutnant a. D. war lange Befürworter bewaffneter Drohnensysteme und im Frühjahr 2018 von der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) überraschend in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden. Mehrere Medien berichteten damals, seine öffentliche Fürsprache für den Kampfjet F-35 vom US-amerikanischen Hersteller Lockheed Martin als Nachfolge für den veralteten Tornado der Bundeswehr habe dafür den Ausschlag gegeben. Das Verteidigungsministerium setzte auf den Eurofighter.

"F-35 weiterhin beste Lösung"

Dieser mutmaßliche Disput hinter den Kulissen hat fast vier Jahre später wieder neue Aktualität: Erst kürzlich brachte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), die Beschaffung von F-35 wieder als kurzfristige Lösung für die veralteten Tornados ins Gespräch, bis das deutsch-französische Future Combat Air System einsatzfähig sei. Damit wird aber nicht vor 2040 gerechnet.

Weitere Artikel

Sind Abgeordnete unter den Verdächtigen?
Geheimnisverrat im Bundestag – Staatsanwaltschaft eingeschaltet
Sitzung im Bundestag: Die Verwaltung hat 19 Verstöße gegen den Geheimschutz an Ermittler übergeben.

Mit Peilsender in Postpaket
Sicherheitsexpertin entlarvt Tarnbehörde in Berlin
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Köln: Offenbar befinden sich getarnte Dienststellen in Berlin und Köln.

"Ich spreche aus der Kiste"
Ungeimpfter AfD-Politiker nimmt hinter Plexiglas an Ausschuss teil
Joachim Wundrak: Der AfD-Politiker erhält einen Sonderplatz im Ausschuss.


Müllner dürfte Strack-Zimmermanns Äußerungen als späte Bestätigung seiner Position auffassen. "Die F-35 wäre weiterhin für die Bundesrepublik die beste Lösung als Teil einer Nachfolge für den Tornado", sagte er t-online. "Es freut mich, dass die neue Bundesregierung diese Option wieder erwägt." Seine eigene Tätigkeit im Bundestag habe nichts mit dem Kampfjet zu tun.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Lambrecht steht in der Kritik – auch in den eigenen Reihen
  • Johannes Bebermeier
Von Johannes Bebermeier, Miriam Hollstein
BundestagIsraelLuftwaffe
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website