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CDU nach Terroranschlag im Aufwind

Von afp, dpa, t-online
28.12.2016Lesedauer: 3 Min.
Die Partei von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann im neuen Wahltrend wieder zulegen.
Die Partei von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann im neuen Wahltrend wieder zulegen. (Quelle: dpa-bilder)
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Nach dem Terroranschlag von Berlin können die Unions-Parteien profitieren. Das wichtigste Thema der vergangenen Woche wirkt sich deutlich auf die politische Stimmung im Land aus. Im neuen Stern-RTL-Wahltrend gewinnen CDU/CSU gleich zwei Prozentpunkte hinzu, die SPD verliert. Einen Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik verneint die Mehrheit derweil.

CDU/CSU kommen in der aktuellen Forsa-Umfrage nun auf 38 Prozent und macht damit ihre Verluste aus dem Jahresverlauf wett. "Wie immer, wenn solche fürchterlichen Taten die Menschen aufwühlen, scheuen die Wahlbürger Experimente und scharen sich lieber hinter der Regierungsmacht", erläutert Forsa-Chef Manfred Güllner. "Deshalb kann nicht nur die Union zulegen, auch Angela Merkel gewinnt an Zustimmung."


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Merkel baut Vorsprung zu Gabriel aus

Wenn der Bundeskanzler direkt gewählt werden könnte, käme nämlich die CDU-Vorsitzende aktuell auf 52 Prozent, zwei Punkte mehr als in der Woche zuvor. Damit liegt sie bei der Kanzlerpräferenz nun 39 Prozentpunkte vor SPD-Chef Sigmar Gabriel, für den sich nur 13 Prozent entscheiden würden.

Dessen SPD rutschte in der Wahltrend-Umfrage ab - von 22 auf 20 Prozent. Forsa-Chef Güllner: "Die SPD, deren Wert mit dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder nach den 9/11-Anschlägen in den USA noch von 37 auf 42 Prozent anstieg, verliert jetzt, weil man der Partei auch beim Thema Innere Sicherheit nur wenig Kompetenz zutraut."

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FDP rutscht leicht ab

Die AfD legt einen Punkt zu und kommt jetzt auf zwölf Prozent. Den Anstieg für die AfD begründet Forsa damit, dass CSU-Chef Horst Seehofer einen Zusammenhang zwischen dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz und dem Flüchtlingsthema hergestellt hat. "Sollten die Querschläge der CSU weiter anhalten, kann das der Union wieder - wie bereits im gesamten letzten Jahr - schaden und der AfD Aufwind geben", so die Meinungsforscher.

Die Grünen bleiben in der repräsentativen Umfrage bei zehn, die Linke verharrt bei neun Prozent. Die FDP büßt einen Punkt ein und müsste - wenn jetzt gewählt würde - mit fünf Prozent um den Einzug in den Bundestag bangen.

Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen sechs Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt rund 27 Prozent.

Das Forsa-Institut befragte vom 19. bis 23. Dezember 2016 im Auftrag des Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL 2504 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

Schweres Jahr für Koalitionsparteien: Mehr Austritte

Die alles überschattenden Debatten über Flüchtlinge und Terrorgefahr haben sich auch auf die Mitgliederzahlen der Parteien ausgewirkt. Laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur haben die Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD dieses Jahr mehr Austritte als Eintritte zu verzeichnen. Dagegen legten die nicht im Bundestag sitzenden Parteien FDP und AfD zu.

Die Rechtspopulisten gewannen durch die strikte Ablehnung der Zuwanderungspolitik der großen Koalition innerhalb eines Jahres bis Dezember rund 4000 Mitglieder auf nun 26.000.

Die CDU rutscht um fast 13.000 Mitglieder auf 434.019 (Ende November) und rangiert derzeit wieder einmal hinter der SPD. Die Schwesterpartei CSU musste ein Minus von rund 1000 verschmerzen und kommt nun auf 143.000 Mitglieder.

SPD gewinnt seit Sommer hinzu

Die SPD sackte im Sommer um 9000 auf gut 436.000 Mitglieder ab, verzeichnete danach aber mehrere tausend Neueintritte. Derzeit nähere man sich wohl wieder dem Vorjahresniveau von 445.000 Mitgliedern, heißt es im Willy-Brandt-Haus.

Die Linke zählte bis Ende September 58.645 Mitglieder - ein Jahr zuvor waren es etwa 1000 mehr gewesen. Zuletzt hätten sich die Zahlen aber "erfreulich entwickelt".

Die Grünen begründen ihren Zuwachs von 59.418 vor einem Jahr auf zuletzt 60.791 mit der Urwahl ihrer Spitzenkandidaten für 2017. Die FDP verzeichnete einen Zuwachs binnen Jahresfrist von 53.200 auf 53.800.

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