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Tod von Monty-Python-Star Terry Jones: Was uns das Lachen über das Leben lehrt

MEINUNGWas heute wichtig ist  

Was uns das Lachen über das Leben lehrt

23.01.2020, 08:11 Uhr
Tod von Monty-Python-Star Terry Jones: Was uns das Lachen über das Leben lehrt. Szene aus "Das Leben des Brian" mit Terry Jones (r.) in der Rolle von Brians Mutter. (Quelle: dpa)

Szene aus "Das Leben des Brian" mit Terry Jones (r. in der Rolle von Brians Mutter. (Quelle: dpa)

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Der Newsletter von Chefredakteur Florian Harms

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

hier ist der kommentierte Überblick über die Themen des Tages, heute in Stellvertretung für Florian Harms:

WAS WAR?

"Two down, four to go" ("Zwei erledigt, bleiben noch vier"), schrieb der britische Komiker John Cleese gestern Nachmittag. Und meinte damit den Tod seines Kollegen Terry Jones. Er ist das zweite Monty-Python-Mitglied nach Graham Chapman († 1989), das nicht mehr unter uns ist.

Der Satz ist geschmacklos zum Tod eines Freundes. Und er ist passend. Das ist kein Widerspruch. Denn Jones hat das Geschmacklose gelebt, geliebt, hoffähig gemacht. Es geht ein großer Darsteller, Regisseur, Buchautor, Dokumentarfilmer.

Mir kommen Filmszenen in den Kopf. "Ein Kratzer? Ihr Arm ist ab!" oder "Ich bin auch Prian!". Mehr als 40 Jahre ist die Premiere von "Das Leben des Brian" her, und noch immer sind die Sketche und Sprüche der sechs Komiker omnipräsent (hier eine Vielzahl im Original). Sie haben meinen Humor geprägt und, viel wichtiger, meine Sicht auf das Leben.

Sinngemäß: Hängst Du angenagelt am Kreuz, was machst Du? Ach, das vergeht auch wieder.

Dass Brian in der Schlussszene des Films ans Kreuz genagelt anfängt zu singen, fanden 1979 viele geschmacklos. Natürlich zu Recht. Doch das Leben immer bierernst nehmen? Bloß nicht!

"Das Leben des Brian": Schlussszene am Kreuz. (Quelle: imago images)"Das Leben des Brian": Schlussszene am Kreuz. (Quelle: imago images)

Der Tod hat keinen Bogen um Jones gemacht. Humor hilft nicht gegen das Sterben. Irgendwann sterben wir alle.

Terry Jones’ Humor wird noch sehr lange überleben.

Wissen Sie, warum E-Mail-Spam eigentlich "Spam" heißt? Richtig, weil es in den Siebzigerjahren einen gleichnamigen Monty-Python-Sketch gab. Eigentlich geht es um SPiced hAM – britisches Dosenfleisch. Nicht sonderlich bekömmlich. Der Ausruf "Spam, Spam, Spam" war unter Computerspielern ein so geflügelter Begriff, dass er sich später als Bezeichnung für sinnlose E-Mail-Flut durchsetzte.

Was also bleibt am Ende eines so reichhaltigen Lebens (Jones hat auch noch Kinderbücher geschrieben, Dokumentationen gedreht und Sachbücher verfasst)? Für den Sterbenden: Im besten Fall die Freude an einem erfüllten, freudvollen Leben. Unterhält man sich mit Sterbenden, äußern sich diese oft sehr klar: Familie und Freunde sind wichtiger als die berufliche Karriere. Zeit mit relevanten Dingen verbracht zu haben. Gelebt zu haben. Und zwar das Leben, das wir selbst leben wollten. Nicht eines, das wir leben sollten. 

Was lehren uns Monty Python? Mir vor allem, dass der tägliche Ärger, das Grämen, das Negative nicht zu viel Raum einnehmen darf. Lachen und Humor helfen, das Leben zu schätzen.

Terry Jones’ Familie teilte am Mittwoch mit, er sei gestorben nach einem "langen, außerordentlich tapferen, aber immer gut gelaunten Kampf". Das können wir alle versuchen: uns gut gelaunt durchs Leben kämpfen. Sterben müssen wir eh. 

Klar, es gibt viel, was uns vom Lachen abhält. Davon schreiben wir täglich im Tagesanbruch. Und doch lässt sich alles Negative mit Humor ins Gegenteil verkehren. Lässt sich die dunkle Seite des Lebens mit grellem Licht erleuchten. Am besten mit schwarzem Humor. "Always look on the bright side of life" kann man am besten singen, wenn es schlimmer nicht mehr werden kann.

In unserer Leserdebatte des Tages können Sie heute die Frage diskutieren: Was bleibt am Ende des Lebens?

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WAS STEHT AN? 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vertritt heute Deutschland. Unsere Nation, unsere Geschichte, unsere Bürde. Leicht ist es nicht, nach Yad Vashem zu fahren und der Menschen zu gedenken, die grausam im Holocaust ums Leben kamen. Und doch ist es wichtig, dort zu sein. Die eigene Geschichte nicht zu vergessen, und sie in Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft zu wandeln.

Um 14 Uhr hält der Bundespräsident eine Rede. Kremlchef Wladimir Putin, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und andere Staatsoberhäupter sind zu dem Forum zum Internationalen Holocaust-Gedenktag eingeladen.

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Nahezu zeitgleich redet um 14.15 Uhr Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Sie war vor exakt 365 Tagen auch schon hier, sprach über eine neue Weltordnung. Zum Positiven konnte sie die Lage damit nicht verändern. Statt der geforderten neuen "globalen Architektur" ist die Welt heute noch deutlich fragmentierter. Die Liste der ungelösten Konflikte länger. In Folge waren noch nie so viele Menschen auf der Flucht. Ich wünsche der Kanzlerin deshalb zunächst eine gelungene Rede. Und dass 2020 ein Jahr wird, in der ihre Worte auf fruchtbaren Boden fallen.

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Gegen das Gesetz zur Richterdisziplinierung sind in Polen im vergangenen Jahr Zehntausende auf die Straße gegangen. Auch die EU appelliert an Warschau. Der Entwurf sieht vor, dass Richter mit Geldbußen und Disziplinarmaßnahmen bis hin zur Entlassung rechnen müssen, wenn sie die Kompetenz eines anderen Richters infrage stellen. Auch dürfen sie sich nicht politisch betätigen. Heute wird das Gesetz mit der absoluten Mehrheit der PiS-Partei wohl endgültig beschlossen. Eine Schande für das rechtsstaatliche Europa.

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Kürzlich machte ein US-Start-up Schlagzeilen, das ein gruseliges Geschäftsmodell verfolgt. Es kann unbekannte Personen per Gesichtscan identifizieren (wir berichteten). 

Dazu füttert das Unternehmen seine Datenbank mit Millionen öffentlichen Fotos aus sozialen Netzwerken und gleicht sie mit Aufnahmen von Überwachungskameras oder Schnappschüssen ab. Wegen solcher und ähnlicher Fälle will die Bundesregierung eine neue nationale Datenstrategie entwickeln. Den Spagat schaffen zwischen wirtschaftlichen Interessen und der Wahrung von Bürgerrechten. Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft treffen sich im Kanzleramt, um die Grundlagen zu diskutieren. Zuschauer sind herzlich willkommen, natürlich online. Ab 10 Uhr läuft hier der Livestream zur Veranstaltung

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WAS LESEN ODER ANSCHAUEN?

Wenn Sie gestern früh ins Bett gegangen sind, haben Sie verpasst, was unser Korrespondent Fabian Reinbold vom Impeachment im US-Senat zu berichten weiß. So viel sei verraten: Die Republikaner haben alles knallhart abgelehnt. Außerdem ist in Washington offenbar gutes Wetter.

"Ein seltsames Bild": t-online.de-Reporter Fabian Reinbold verfolgt die Plädoyers im US-Senat und berichtet von skurrilen Verhältnissen. (Quelle: t-online.de)

Nachhaltigkeit ist ja ein Schlagwort, das Unternehmen gerne benutzen, um einen Imagewandel zu forcieren. Gerade in der Automobilindustrie ein wichtiges Thema. Die Formel 1 ist da keine Ausnahme. Formel 1 und Nachhaltigkeit? Das ist doch ein Widerspruch in sich! Nein, sagt Nico Rosberg. Der ehemalige Formel-1-Weltmeister verteidigt die höchste Motorsportklasse. Ich empfehle Ihnen das Gespräch mit meiner Kollegin Melanie Muschong. Da sagt Rosberg: "Die Formel 1 verwendet derzeit den effizientesten Verbrennungsmotor der Welt, auch effizienter als ein Elektromotor, mit ganz viel Hybridpower." Gleichzeitig mahnt er, beim Motorsport sei in Sachen Umweltschutz noch Luft nach oben.

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Im Fernsehen sind Fußballprofis starke Typen. Bloß keine Schwächen zeigen. Damit vermitteln die Ligen und Vereine zu oft ein Bild ihres Sports, das nicht authentisch und schlichtweg falsch ist. Denn auch Fußballprofis leiden unter dem Stress und dem Druck, der auf ihnen liegt. Kevin Volland von Bayer Leverkusen mahnt daher: "Ängste frisst im Fußball heutzutage jeder in sich selbst rein. Das ist nicht gut." Im Gespräch mit meinem Kollegen Benjamin Zurmühl fordert er daher: "Wir sollten häufiger über Ängste reden, wenn es uns zu viel wird. Keiner darf den Spaß am Fußball verlieren." Warum der Druck für ihn größer geworden ist und wie ihm seine Tochter bei der Bewältigung hilft.

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WAS AMÜSIERT MICH?

Greta Thunberg hat in Davos gesprochen. Aber ob sie auch Ansprechpartner gefunden hat?

 (Quelle: Mario Lars) (Quelle: Mario Lars)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen humorgeladenen Donnerstag. Morgen schreibt Florian Harms wieder an dieser Stelle.

Ihr

Peter Schink
Stellvertretender Chefredakteur t-online.de
E-Mail: t-online-newsletter@stroeer.de

Twitter: @peterschink

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