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Klimagipfel: Aus für Kohle und mehr – das sind die Ergebnisse


Das sind die Ergebnisse der Weltklimakonferenz

Von afp, dpa
Aktualisiert am 14.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Kohlekraftwerk Duisburg-Walsum: Fossile Energien standen im Mittelpunkt der Weltklimakonferenz in Glasgow.Vergrößern des BildesKohlekraftwerk Duisburg-Walsum: Fossile Energien standen im Mittelpunkt der Weltklimakonferenz in Glasgow. (Quelle: Jochen Tack/imago-images-bilder)
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Konkrete Initiativen – und viele gute Vorsätze: Das UN-Gipfeltreffen in Glasgow war geprägt vom Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Am Ende gab es viele Kompromisse. Ein Überblick.

Die Verhandlungen über die konkrete Umsetzung des Pariser Klimaabkommens haben bei der Weltklimakonferenz in Glasgow viel Zeit gekostet. Doch nicht nur viele technische Themen wie Transparenzregeln oder grundsätzliche Fragen wie das Bekenntnis zum 1,5-Grad-Ziel haben die COP26 geprägt, parallel dazu gab es eine Reihe von konkreten Initiativen.


Dabei kann die britische COP-Präsidentschaft für sich in Anspruch nehmen, ihre Prioritäten "coal, cars, cash and trees" (Kohle, Autos, Geld und Bäume) mit einer Fülle von Vereinbarungen abgearbeitet zu haben:

Schutz der Wälder

Die Bedeutung von Wäldern für den Klimaschutz wurde in der ersten Konferenzwoche mit der Zusage von mehr als hundert Ländern anerkannt, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen. Zu den Unterzeichnern zählen zahlreiche waldreiche Länder wie Brasilien und Russland. Klimaschützer kritisieren das Zieldatum als zu spät.

In Glasgow sagten zudem 30 Finanzinstitute zu, bis 2025 ihre Investitionen in Entwaldung einzustellen. Dass diese freiwilligen Zusagen eingehalten werden, ist allerdings nicht sichergestellt.

Verringerung des Methangasausstoßes

Ebenfalls in der ersten Konferenzwoche sagten rund hundert Länder, darunter die USA und die EU, zu, den Ausstoß des bedeutenden Treibhausgases Methan bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren. Die so erzielten Treibhausgas-Einsparungen würden nach Angaben der Umweltorganisation Clean Air Task Force denen bei der Schließung von mehr als 1.000 Kohlekraftwerken entsprechen. Die Erderwärmung könnte so um 0,2 Grad verringert werden.

Unklar ist aber, wie und wie oft diese Zielsetzung überprüft wird. Außerdem schlossen sich bedeutende Methan-Emittenten wie China, Indien, Russland und Australien der Vereinbarung nicht an. China sagte in der zweiten Konferenzwoche jedoch in seiner Klimaschutzvereinbarung mit den USA eine Verringerung seines Methangasausstoßes zu.

Abkehr von fossilen Energieträgern

In der ersten Konferenzwoche kündigten Großbritannien, die USA und rund 20 weitere Staaten an, sich bis Ende kommenden Jahres aus der Finanzierung von Kohle-, Erdöl- und Erdgasprojekten im Ausland zurückzuziehen. Deutschland schloss sich erst in der Folgewoche an als klar war, dass unter dieser Vereinbarung in Einzelfällen weiterhin Investitionen in Gasinfrastruktur möglich sind, etwa für den Übergang von Kohleenergie zu erneuerbaren Energien.

Zudem gründete sich ein Bündnis für den Ausstieg aus der Förderung und Nutzung von Erdöl und Erdgas, die Beyond Oil & Gas Alliance (Boga). Umweltschützer begrüßten die Initiative, kritisierten aber, dass ihr vorerst nur Regierungen von rund einem Dutzend Staaten und Regionen angehören, darunter Frankreich, Irland und Grönland. Und auch diese wollen nicht von heute auf morgen auf fossile Energieträger verzichten, sondern Öl und Gas übergangsweise weiter nutzen.

Darüber hinaus gab es diverse individuelle Zusagen für den Kohleausstieg. Der weltweit drittgrößte Kohlenutzer Vietnam will keine neuen Kohlekraftwerke mehr bauen. Für den sechstgrößten Kohleverstromer Südafrika wurde mit Deutschlands Beteiligung ein Milliardenpaket für den Kohleausstieg geschnürt. Allerdings: Statt von einem Ausstieg (phase-out) ist auf Druck der stark von Kohle abhängigen Staaten China und Indien nun nur noch von einem schrittweisen Abbau (phase-down) die Rede.

Klimafreundlicher Straßenverkehr

Ein Bündnis aus rund 30 Staaten sowie Städten, Regionen, Autoherstellern und anderen Unternehmen versprach den vollständigen Umstieg auf emissionsfreie Autos bis spätestens 2040. Deutschland trat nicht bei, weil in der Vereinbarung die Nutzung sogenannter E-Fuels in Verbrennungsmotoren ausgeschlossen wurde.

Auch andere große Autobauer-Standorte wie Frankreich und Japan sowie die größten Auto-Absatzmärkte USA und China beteiligen sich nicht an der britischen Initiative. Von den deutschen Autoherstellern ist nur Mercedes Benz mit von der Partie.

Der USA-China-Deal

Mit seinen kurz vor der COP26 vorgelegten überarbeiteten Klimazielen sorgte China für Enttäuschung: Ein Höhepunkt der Treibhausgasemissionen erst irgendwann vor 2030 und CO2-Neutralität erst bis 2060. Am Mittwochabend verkündete die Volksrepublik dann überraschend eine Vereinbarung mit den USA für mehr Klimaschutz bereits in den kommenden Jahren. Die beiden weltgrößten Treibhausgasemittenten erkennen darin die "Kluft" zwischen 1,5-Grad-Ziel und den gegenwärtigen Klimaschutzmaßnahmen an und wollen diese mit "konkreten Plänen" verringern.

Wie diese aussehen, ist unklar. COP-Teilnehmer werteten die Vereinbarung dennoch als bedeutenden Schub für die Verhandlungen in Glasgow.

Hilfszusagen für ärmere Länder

Wie bei UN-Klimakonferenzen üblich, gab es in Glasgow auch einige Hilfszusagen. So wurden etwa für den Fonds für die Anpassung der 46 am wenigsten entwickelten Länder an den Klimawandel, den LDCF, 413 Millionen Dollar (360,9 Millionen Euro) zugesagt, davon 100 Millionen Euro von Deutschland.

Für den internationalen Anpassungsfonds gingen Rekord-Zusagen in Höhe von 356 Million Dollar ein. Die Entwicklungsländer betonen allerdings, dass der fortschreitende Klimawandel den Finanzbedarf deutlich steigert.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa
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