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Taifun "Haiyan": Bilder der Zerstörung


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Die Spur der Verwüstung

Von ap, dpa, afp, reuters
Aktualisiert am 11.11.2013Lesedauer: 6 Min.
Taifun "Haiyan", Philippinen
Taifun "Haiyan" hat auf den Philippinen für Tod, Chaos und Verwüstung gesorgt (Quelle: Reuters-bilder)
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Nach dem verheerenden Taifun "Haiyan" auf den Philippinen mit vermutlich deutlich mehr als 10.000 Toten warten die Überlebenden verzweifelt auf Hilfe. Mehr als eine halbe Million Menschen im ganzen Land verloren ihre Häuser oder mussten fliehen, wie die Vereinten Nationen (UN) bekanntgaben. Überall zeigen sich die katastrophalen Folgen des Sturms.

Eine Liste von Spendenorganisationen finden Sie am Ende dieses Artikels


Tod und Zerstörung nach Taifun "Haiyan

Taifun "Haiyan" auf den Philippinen
Taifun "Haiyan", Philippinen
+15

Die Reporter zeigen Bilder unglaublicher Zerstörung: Der Rest eines Kirchturms ragt in die Luft. Tonnenschwere Gesteinsbrocken sind meterweit verstreut. Viele Häuser und Hütten sind zerstört. Die Menschen laufen wie betäubt durch die Straßen. Einige suchen in den Trümmern, die kilometerlang die Küste bedecken, nach Brauchbarem.

Viele Überlebenden haben auch am dritten Tag nach dem Taifun "Haiyan" keinen Zugang zu Lebensmitteln, Trinkwasser oder Medikamenten. Von dem Sturm insgesamt betroffen sind nach UN-Angaben etwa 9,5 Millionen Menschen. Beinahe die Hälfte benötigt schnell Hilfe, um überleben zu können.

In den Straßen verwesen Leichen

In der Küstenstadt Tacloban, die der Taifun besonders hart traf, verwesen bei Temperaturen von mehr als 30 Grad die herumliegenden Leichen in den Straßen. Etwa 300 Soldaten sind im Einsatz.

Den wegen des schweren Erdbebens im Oktober ohnehin strapazierten Rettungskräften droht zunehmend die Überforderung. Nur drei Transportflugzeuge des Militärs waren vom nahe gelegenen Flughafen in Cebu aus im Einsatz, um das Katastrophengebiet mit dem Nötigsten zu versorgen.

Unterstützung kommt aus den USA: 90 Soldaten und Matrosen einer Eingreiftruppe sowie zwei Flugzeuge wurden den Angaben zufolge bereits am Samstag aus Japan in die Krisenregion verlegt. Auch zwei Flugzeuge, die für eine Militärübung in Japan im Einsatz waren, seien mobilisiert worden. Darüber hinaus sollen Hubschrauber zum Einsatz kommen, sagte ein US-Militärsprecher. Auch aus Deutschland schickten Hilfsorganisationen Tausende Decken und Planen für Notunterkünfte.

Nach der schlimmsten Naturkatastrophe mangelt es an allem - Medikamenten, Verbandsmaterial, sauberem Trinkwasser und Lebensmitteln. Die Plünderungen nehmen deshalb massiv zu. Eine CNN-Reporterin berichtete aus Tacloban über wütende Betroffene, die der Regierung vorwerfen, zu spät und nicht adäquat auf die Verheerungen reagiert zu haben. "Es ist schlimmer als in der Hölle", klagte eine verstörte Frau über die Situation.

"Die Menschen werden sich vor Hunger umbringen"

Die Menschen fürchten um ihre Sicherheit: "Die Leute werden gewalttätig", sagte ein Mann in Tacloban. Sie plünderten Geschäfte, nur um Reis und Milch aufzutreiben. "Ich befürchte, in einer Woche werden die Leute sich vor lauter Hunger umbringen."

Der philippinischen Regierung zufolge brauchen 4,3 Millionen Menschen Hilfe. 330.000 würden in Notunterkünften ausharren. Die Organisation Unicef schätzt, dass in den besonders betroffenen Gebieten 1,7 Millionen Kinder in Gefahr sind. "Viele arme Kinder hatten schon vor der Katastrophe einen schlechten Gesundheits- und Ernährungszustand. Sie haben der extremen Situation wenig entgegenzusetzen", sagte Willibald Zeck, Leiter der Unicef-Gesundheitsprogramme auf den Philippinen.

"Helft uns!"

Bis zu fünf Meter hohe Wellen hatten Tacloban überrollt, Kinder aus den Armen ihrer Eltern gerissen und meterhohe Trümmer in den Straßen aufgehäuft. Die Überlebenden laufen teilweise orientierungslos zwischen fensterlosen Ruinen umher, suchen nach ihren Kindern, Eltern, Nachbarn und Freunden, versuchen, die Berge von Trümmern zu überwinden. Andere haben begonnen, im Chaos aufzuräumen und die wenige ihnen verbliebene Habe zusammenzusammeln. "Helft uns!", riefen sie den ausländischen Kameraleuten zu.

Das Ausmaß der Schäden durch Taifun "Haiyan" ist unüberschaubar. Stunde um Stunde steigt die Zahl der Toten und Verletzten. Hilfsorganisationen mobilisieren weltweit ihre Mitarbeiter, um die Überlebenden in der Katastrophenregion zu retten.

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Die Zahl der Opfer wird auf viele tausend geschätzt - genaue Schätzungen sind derzeit noch unmöglich, aber es werden weit mehr als die berichteten 10.000 sein. Die Verbindung in die Krisengebiete ist schlecht, weder Mobilfunk noch Satellitentelefone funktionieren: Derzeit kann über die tatsächliche Lage in den von "Haiyan" verwüsteten Regionen nur gerätselt werden. Die philippinische Regierung entsandte Tausende Militärs in die Katastrophengebiete, Militärmaschinen fliegen Lebensmittel und Hilfsgüter in von der Außenwelt abgeschnittene Gebiete.

Der wichtigste Flughafen zerstört

Einrichtungen wie HelpAge, World Vision oder das deutsche Technische Hilfswerk (THW) organisieren Hilfe mit ihren Vertragspartnern vor Ort. Malteser International versucht, sich einen ersten Überblick über die Lage in der Provinz Leyte zu verschaffen, die am stärksten von Zerstörungen betroffen ist und zahllose Tote zu beklagen hat.

"Es ist sehr schwer, in die Provinz hineinzukommen, weil der wichtigste Flughafen zerstört wurde", berichtet Länderreferentin Cordula Wasser von Malteser International "Spiegel Online". Laut einem Sprecher des philippinischen Roten Kreuzes wird es mehrere Tage dauern, bis der Airport wieder arbeiten kann. "Wir versuchen über den Seeweg dorthin zu gelangen und möglichst schnell eine Einschätzung der Schäden zu bekommen, damit der Bedarf errechnet werden kann", so Wasser.

"Die Kommunikation ist extrem schwierig", pflichtet Sabine Wilke von Care Deutschland bei. Die Organisation plant, 30.000 Betroffenen im Süden der Provinz Leyte Wasser und Lebensmittel zukommen zu lassen. "Unsere Leute vor Ort waren schockiert über das Ausmaß der Zerstörung, viele haben den Tsunami 2004 erlebt und sagen, die Schäden seien genauso schlimm."

Desolate Situation

Die Situation im einzigen noch funktionierenden Krankenhaus der zu 80 Prozent zerstörten 200.000-Einwohner-Stadt Tacloban ist desolat. Tausende Menschen sollen allein hier zu Tode gekommen sein, die Überlebenden können nur notdürftig behandelt werden. Schon müssen Patienten abgewiesen werden, weil der Platz nicht reicht. "Wir haben nichts mehr, womit wir den Leuten helfen könnten", sagte ein Arzt dem US-Sender CNN: "Wir brauchen dringend Nachschub."

Der philippinische Präsident Benigno Aquino machte sich in der Region ein Bild von der Situation. Er zeigte sich verärgert, dass die Katastrophenschutzbehörden trotz Wetterwarnungen nicht mehr Menschen besser geschützt haben, wie ein lokaler Radiosender berichtete.

Rund um den Globus wird jetzt Hilfe bereitgestellt:

  • Außenminister Westerwelle versprach 500.000 Euro Soforthilfe aus Berlin. Deutschland sei zu weiterer Hilfe bereit.
  • Ein Airbus der Lufthansa brachte laut Angaben der Fluggesellschaft am Sonntag 35 Tonnen Hilfsgüter aus Deutschland auf die Philippinen. An Bord seien Fleece-Decken, Plastikplanen, Zelte und Medizintechnik. An der Aktion beteiligten sich demnach die Organisationen World Vision und I.S.A.R. Am Samstagabend hatte I.S.A.R. bereits 24 medizinische Helfer auf die Philippinen geschickt.
  • US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte, die Vereinigten Staaten würden Helikopter, Flugzeuge und Rettungsausrüstungen bereitstellen.
  • Die Europäische Kommission stellte drei Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung und wird Experten in die Region entsenden.
  • Großbritannien gibt fünf Millionen Pfund, knapp sechs Millionen Euro, sowie eine Schiffsladung mit Ausrüstung im Wert von 600.000 Pfund, knapp 719.000 Euro. Ein Team mit vier Experten ist bereits vor Ort.
  • Die Vereinten Nationen stellen unter anderem Zelte und Lebensmittel zur Verfügung. Das UN-World-Food-Programme will langfristig 120.000 Betroffene mit Lebensmitteln versorgen, teilte Sprecherin Bettina Lüscher mit. 40 Tonnen angereicherte Energiekekse sollen aus Dubai eingeflogen werden. Sie haben sich in Desasterzonen, wo nicht gekocht werden kann, bewährt. Sie enthalten nach WFP-Angaben pro 100 Gramm 450 Kilokalorien und mindestens zehn Gramm Proteine.
  • Die Hilfsorganisation Care will über die nächsten Monate gemeinsam mit philippinischen Partnerorganisationen 30.000 Familien mit lebenswichtiger Soforthilfe und beim Wiederaufbau unterstützen. Der internationale Verbund von Care hat einen Spendenaufruf von 3,7 Millionen Euro gestartet.
  • Belgien kündigte die Entsendung eines 30-köpfigen Hilfsteams an, das bei der medizinischen Versorgung und Wasseraufbereitung helfen soll.

Inzwischen zog der Taifun deutlich abgeschwächt nach Vietnam weiter. Dort kostete er staatlichen Medien zufolge bereits sechs Menschen das Leben, während er sich noch auf die Küste zubewegte. Obwohl "Haiyan" an Kraft verloren hat, dürfte er auch in Vietnam durch Starkregen und schweren Sturm Überschwemmungen und Erdrutsche verursachen. Der Regierung zufolge sind bereits fast 900.000 Menschen geflohen.

Eine Auswahl von Spendenkonten, über die Sie helfen können:

  • Aktion Deutschland Hilft Stichwort: Taifun Haiyan, Spendenkonto 102030, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 37020500
    Onlinespenden: www.aktion-deutschland-hilft.de
  • CARE Stichwort: Nothilfe nach Wirbelsturm Haiyan, Spendenkonto 4 40 40
, Sparkasse KölnBonn, BLZ 370 50 198
  • DRK Konto 414141, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 37020500
    Onlinespenden: www.drk.de
  • Caritas international Stichwort: Nothilfe Taifun, Spendenkonto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 66020500
  • Malteser Hilfsdienst e. V. Stichwort: Taifun Konto 1201200012, Bankleitzahl 37060120, Pax-Bank
    Onlinespenden: www.malteser-spenden.de
  • Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Stichwort: Taifun Haiyan, Spendenkonto: 8888, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 37020500
    Online: www.johanniter-helfen.de
  • Medico bittet für SOS um Spenden Stichwort: Philippinen, Kontonummer: 1800, Frankfurter Sparkasse, BLZ: 50050201
  • Help - Hilfe zur Selbsthilfe Stichwort: Taifun Haiyan, Spendenkonto 240003000, Commerzbank Bonn, BLZ 37080040
    Onlinespenden unter: www.help-ev.de
  • I.S.A.R. Germany Konto 1182500, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ: 37020500
    Onlinespenden: www.isar-germany.de
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  • Lars Wienand
Von Lars Wienand
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